Zwei syrische Familien einfach ausgesetzt

Mit Kleinkindern: Auf Holzstühlen im Kastenwagen von Mailand hergefahren

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SONY DSCDie Bundespolizei hat gestern am Sonntag – nach einem Hinweis aus der Bevölkerung – zwei eingeschleuste syrische Familien aufgegriffen. Ersten Ermittlungen zufolge waren die zehn Syrer, darunter sechs kleine Kinder, von zwei Schleusern in einem Transporter von Italien nach Deutschland gebracht worden. Am Irschenberg hatten die Männer die zehnköpfige Gruppe schließlich einfach ausgesetzt. Ein Anwohner hatte die Polizei verständigt, weil er das Vorgehen beobachtet hatte. Die alarmierten Fahnder stießen dort auf vier Erwachsene mit ihren sechs Kindern im Alter von wenigen Monaten bis sechs Jahren …

Gültige Einreisepapiere hatte keine der Personen dabei. Die syrischen Staatsangehörigen wurden zur Bundespolizeidienststelle gebracht. Dort gab ein 37-Jähriger an, dass beide Familien gemeinsam von der Türkei aus mit etwa 700 weiteren Flüchtlingen über das Meer nach Italien gebracht worden seien. Die Schiffsbesatzung sei nach einigen Tagen von Bord gegangen. Durch die italienische Marine wäre das Schiff schließlich an Land geschleppt worden.

In Mailand hätten sie einen weiteren Schleuser aufgesucht. Dieser habe rund 2.500 Euro pro Familie für die Fahrt bis nach Deutschland verlangt. Weiteren Angaben der Geschleusten zufolge befanden sich im Kastenwagen der Schleuser statt Autositzen lediglich Holzstühle. Auf diesen mussten die Eltern mit ihren Kleinkindern ungesichert die gefährliche Fahrt durchstehen.

Beide Familienväter stellten für sich und ihre Angehörigen Schutzersuchen. Alle zehn Syrer konnten daher nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Flüchtlingsstelle in München weitergeleitet werden. Die Bundespolizisten ermitteln gegen die bisher noch unbekannten Schleuser.

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