Vier Männer ergreifen ihre Chance

Raus aus der Arbeitslosigkeit – rein in die Qualifizierung

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Agentur für Arbeit_kRosenheim/Landkreis – Vier Männer im Alter zwischen 25 und 41 Jahren sitzen und büffeln gerade für die Externenprüfung zum Fachlageristen. Sie wollen endlich raus aus dem Teufelskreis Hilfsarbeiter-Job, Arbeitslosigkeit, wieder befristeter Job, wieder die Arbeitslosigkeit. Sebastian Fischer ist einer von ihnen. Er sieht es so:

„Eigentlich hatte ich ja mal Raumausstatter gelernt. Aus diesem Beruf bin ich aber zu lange raus, da ich immer wieder als Lagerhelfer, zuletzt bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet habe. Jetzt habe ich von der Agentur für Arbeit die Möglichkeit bekommen, hier beim bfz in Holzkirchen den Vorbereitungskurs für die Externenprüfung zum Fachlageristen zu machen. Ich erhoffe mir – wenn ich den Gesellenbrief in der Tasche habe – dann auch eine bessere Arbeitsstelle, wo ich mein gelerntes Wissen einbringen kann.“

Christian Kram ergänzt: „Ich habe überhaupt keine abgeschlossene Berufsausbildung, sondern habe immer gejobbt, aber ich komme so nicht weiter. Deshalb bin ich sehr dankbar für diese Chance, doch noch einen Abschluss zu machen, die mir die Agentur für Arbeit durch die Förderung des Kurses gegeben hat.“

Auch Patrick Rohloff ist ganz „happy“ hier sitzen und lernen zu dürfen, noch dazu das, was wirklich zu seinen Interessen passt. „Hier im Kurs bekomme ich die Kenntnisse vermittelt, die ich brauche, damit ich mit Erfolg im Dezember und Januar an der Externenprüfung vor der Industrie- und Handelskammer zum Fachlageristen teilnehmen kann. Wir werden gut betreut und bekommen das nötige Rüstzeug mit.“ Die Kursleiterin bestätigt, dass auch Günther Gebhart, der Vierte im Bunde sehr ambitioniert an „seinem“ Berufsabschluss arbeitet. Alle vier jungen Männer rechnen sich deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim (Holzkirchen gehört zum Agenturbezirk Rosenheim) zum Vorbereitungskurs auf die Externenprüfung: „Deutschlandweit läuft gerade die Kampagne der Bundesagentur für Arbeit zur Erstausbildung junger Erwachsener. Mit einer speziellen Aktionswoche unter dem Motto „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“, wollen wir positive Beispiele an die Medien geben, die andere ermutigen sollen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. Junge Menschen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben oder die schon länger berufsfremd gejobbt haben, sind immer wieder von Arbeitslosigkeit betroffen. Wir wollen sie ermutigen, sich beraten zu lassen und alle Chancen zu nutzen, um einen Berufsabschluss, auch in höherem Alter zu erlangen. Gerade die Vorbereitungskurse auf eine Externenprüfung sind eine tolle Sache. In der Regel genügen drei Jahre Tätigkeit in dem Bereich, damit die Genehmigung von der Kammer erteilt wird und wir fördern können.“

Ergänzende Fakten: Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss profitieren nicht vom steigendem Fachkräftebedarf. Auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich für die kommenden Jahre ab, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal weiter steigen wird. Nach Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden besonders gut ausgebildete Kräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung gefragt sein.

Gleichzeitig sinkt der Bedarf im Bereich der einfachen Tätigkeiten weiter. Damit besteht die Gefahr einer Spaltung des Arbeitsmarkts mit ungedeckten Fachkräftebedarfen bei den mittleren und höheren Qualifikationen auf der einen Seite und einer weiteren Verschlechterung der Erwerbschancen bei den Menschen ohne Berufsabschluss. Bereits heute hat dieser Personenkreis ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, und insgesamt deutlich instabilere Beschäftigungsverhältnisse.

 

 

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