Traum vom papierlosen Krankenhaus

IT vor Ort trifft sich im RoMed Klinikum

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Das Romed-Klinikum Wasserburg

Das Romed-Klinikum Wasserburg

Rosenheim – „Von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung aus dem Klinikum – ohne Vernetzung und den Einsatz moderner Informationstechnik geht heutzutage in einem Krankenhaus gar nichts!“, so Helmut Weis, IT-Leiter des RoMed Klinikums Rosenheim bei der Vorstellung dieses HighTech Unternehmens des Gesundheitswesens im Rahmen von IT-Region vor Ort.

Rund 50 Experten aus dem Bereich IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) waren der Einladung von ROSIK (Rosenheimer Initiative zur Förderung der Informations-und Kommunikationstechnik) gefolgt, um sich über die Anforderungen an IT eines modernen Klinikbetriebes informieren zu lassen. Die vier RoMed Kliniken Rosenheim, Bad Aibling, Prien und Wasserburg, sind alle miteinander per Richtfunk vernetzt.

Im vergangenen Jahr wurden allein im RoMed Klinikum Rosenheim 26.500 Patienten stationär behandelt. In allen vier Häusern waren es rund 47.800. Hinzu kamen 60.000 ambulante Behandlungen. „Der Jahresumsatz aller Häuser beläuft sich auf 194 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl beträgt derzeit 2652“, so Christian Mauritz, kaufmännischer Direktor der RoMed Klinik, der die Geschichte und Aussichten der vier regionalen Krankenhäuser seit der Fusion den Gästen vorstellte.

In einem virtuellen „Patientendurchlauf“ berichtete Weis über die digitalen Verzahnungen der einzelnen Bereiche im Klinikalltag. Von der Erfassung der Patientendaten in der Aufnahme, Ankunft in der Station, Erstanamnese und Visite, Erfassen der Speisewünsche, Labor „jeder Patient wird mindestens einmal angezapft“, EKG, EEG, Computertomographie, Endoskopie oder Röntgenaufnahmen – alle Patientendaten werden digital erfasst und redundant abgespeichert. Der Verlust von Röntgenaufnahmen oder die Suche nach Patientenakten ist so nicht mehr möglich.

„Jede Patientenakte bei stationärem Aufenthalt hat im Durchschnitt 60 Seiten Papierumfang, und diese müssen 30 Jahre gespeichert werden. Derzeit sind wir gerade dabei, unsere Archive zu digitalisieren“, so Weis, der von einem „komplett papierlosen Klinikum in zwanzig Jahren“ träumt. Sein Wunsch: bei der Entlassung sollten alle notwendigen Patienteninformationen an den behandelnden Hausarzt online weitergeleitet werden. Großer Vorteil der digitalen Erfassung der Daten im Klinikum: – jeder Arzt kann von jedem Bildschirm zu jeder Zeit zum Beispiel auf Laborergebnisse, Medikamenteneinnahme oder Röntgenaufnahmen seiner Patienten zugreifen.

Auch alle 26 Operationssäle sind in Punkto IT optimal ausgestattet. „Inklusive Anästhesie erfolgt eine lückenlose Onlinedokumentation“, so Weis. Um diese optimale IT-Infrastruktur des Gesundheitszentrums nebst angegliederten klinischen Instituten zu ermöglichen, wurden 200 km Kupfer- und 30 km LWL-Kabel verlegt, arbeiten 230 Server redundant (mindestens doppelt gesichert) und speichern alle Daten auf einem Gesamtfestplattenspeicher von 300 Terabyte.

Bei einer Besichtigung des Rechenzentrums und der Zentralen Notaufnahme konnten sich die Gäste live über die komplexe Vernetzung der IT informieren. „Der Grundgedanke von „IT vor Ort“ ist es, durch ´ Best Practise` Beispiele unterschiedlichste Problemlösungen innovativer Betriebe der IKT-Branche kennenzulernen, und durch Austausch von Erfahrungen und Ideen in einem kreativen Milieu zu profitieren“, so Alexander Dalzio, Geschäftsführer von ROSIK, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Dalzio stellte in seiner kurzen Begrüßung der Besucher auch das „jüngste Kind von ROSIK“, das Projekt eBusinessLotse Südostbayern vor. Im Rahmen des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) Projektes „eBusiness-Lotse Südostbayern“ unterstützt ROSIK kleine und mittlere Unternehmen beim Kompetenzaufbau in allen Bereichen der Informations-und Kommunikationstechnologien (IKT).

ROSIK betreut in dem Projekt das Thema „Querschnittstechnologie IT“, also alle EDV Themen, die für einen reibungslosen Betrieb der EDV quer durch alle Branchen relevant sind. Der Projektpartner BGl Tourismus GmbH und Wirtschaftsförderung GmbH BGL betreut die Themen Social Media und Geoinformatik. Das Projekt “eBusiness-Lotse Südostbayern”, wird von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH und der Rosenheimer Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationstechnik (ROSIK e.V.) getragen.

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