Terror-Falschmeldung: 14-Jähriger meldet sich

Polizei geht davon aus, „Jugendlicher wollte die Bevölkerung nicht beunruhigen"

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EinsatzwagenEin 14-Jähriger hat sich noch in der Nacht bei der Polizei gemeldet, dass er die Falschmeldung gestern zur Terrorgefahr an der Brannenburger Realschule (wir berichteten ausführlich) verursacht habe. Dass diese Kurzmeldung auf einer Rosenheimer Internetplattform einem großen Leserkreis zugänglich geworden ist und für Verunsicherung gesorgt hat, habe nach den jetzigen Erkenntnissen der Polizei offenbar aber nicht in der Absicht des Schülers gelegen …

Der Jugendliche hatte einen Nachrichten-Artikel, in dem es ursprünglich um ein brennendes Bushäuschen ging, für sich kopiert und abgeändert. „Terrorgefahr“ an einer Brannenburger Schule hieß es da und dass ein „Drohbrief eines IS-Anhängers“ im dortigen Sekretariat eingegangen sei. Andernorts im Internet gespeichert, war dieser Artikel auch nur einem beschränkten Leserkreis zugänglich

Deutlich sichtbar aber für Jedermann war in dem Internetportal jedoch unter der Rubrik „Live: Top-Artikel unserer Leser“ die Überschrift: „Brannenburg – Drohbrief an die Realschule Brannenburg“. Zustande kam diese Verknüpfung laut Polizeipräsidium offenbar durch ein Tool, das den von „Brennendes Bushäuschen“ zu „Drohbrief“ veränderten Artikel immer noch als Original-Artikel bewertete und somit in das Ranking aufnahm.

Nachdem diese Überschrift oder Artikel-Ankündigung „Drohbrief“ online war, dauerte es nicht lange, und die Beamten der Polizeiinspektion Brannenburg waren quasi nur noch über Funk erreichbar – das Telefon belegten besorgte Eltern von Schülern der Brannenburger Schule.

Der 14-Jährige mmeödete sich zusammen mit seiner Mutter noch in der Nacht bei den Beamten der Kripo Rosenheim, die bereits in dieser Sache ermittelten und erläuterte den Sachverhalt. So ist nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen nicht davon auszugehen, dass der Jugendliche die Bevölkerung im Raum Brannenburg beunruhigen wollte.

Der Sachverhalt zeigt jedoch deutlich die möglichen Gefahren des Internets auf und dass so manch unbedachte Handlung ungeahnte Folgen haben kann, sagt die Polizei heute. Falschmeldungen tragen nicht nur zu Verunsicherungen bei, sie können auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das Internet sei kein rechtsfreier Raum!

 

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