Strom der Illegalen mehr als verdoppelt

Zahl stieg bis zu 70 Prozent - Am Wochenende 60 aufgegriffen

image_pdfimage_print

Rosenheim – Alle Hände voll zu tun hatte am Wochenende wieder einmal die Bundespolizei im deutsch-österreichischen Grenzgebiet. Zum vergangenen jahr stiegen die Zahlen zum Teil um 70 Prozent. Allein im Zuständigkeitsbereich der Rosenheimer und Freilassinger Bundespolizisten blieben von Freitag bis Sonntag, 30. Juni, etwa 60 Personen ohne die erforderlichen Aufenthaltspapiere für Deutschland im Fahndungsnetz hängen. Mehreren mutmaßlichen Schleusern aus Ungarn, Deutschland und Eritrea konnte laut Polizei „das Handwerk gelegt werden“.

Auf der Autobahn Salzburg – München stoppten die Fahnder an der Anschlussstelle Piding zwei Fahrzeuge mit ungarischen Kennzeichen. Die Fahrzeugführer aus Ungarn beförderten insgesamt acht Männer und Frauen im Alter von 18 bis 38 Jahren. Keiner von ihnen konnte sich mit einem Pass ausweisen. Sie stammten aus Afghanistan, Pakistan, Gambia, Guinea, Ghana und Mauretanien. Die unerlaubt Eingereisten wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet.

Der jüngere Ungar, 20 Jahre alt, wurde der Schleuserei beschuldigt. Auf richterliche Anordnung hin musste er in Traunstein die Untersuchungshaft antreten. Der ältere Fahrer, 36 Jahre alt, hatte für das anstehende Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern eine Sicherheit in Höhe von 600 Euro zu hinterlegen, ehe er seine Heimreise antreten durfte.

Nahe Oberaudorf unterzogen Raublinger Schleierfahnder auf der Inntalautobahn die Insassen eines italienischen Reisebusses einer Kontrolle. Für sieben Somalier, 18 bis 29 Jahre, und einen pakistanischen Staatsangehörigen, 44 Jahre, war die Busfahrt Richtung München damit beendet. Sie konnten sich nicht mit den erforderlichen Papieren ausweisen. Nachdem jeder von ihnen bei der Bundespolizei wegen unerlaubter Einreise vernommen und angezeigt worden war, ging es auch für sie zur Münchner Aufnahmestelle weiter.

Ein 49-jähriger Deutscher und ein 32-Jähriger aus Eritrea mit deutschem Flüchtlingsausweis beförderten in einem Pkw drei Eritreer, die keine Dokumente vorweisen konnten. Bundespolizisten hielten den Wagen auf der A 8 auf Höhe Bad Reichenhall an. Da die mutmaßlichen Schleuser in Deutschland einen festen Wohnsitz haben, entschied das zuständige Gericht sie nicht in Haft zu nehmen. Sie müssen sich jedoch bis zur Aufnahme ihres Strafverfahrens wegen Schleuserei zweimal pro Woche bei einer Polizeidienststelle melden. Die unerlaubt eingereisten Afrikaner konnten ihre Reise zur Aufnahmestelle für Flüchtlinge fortsetzen. Insgesamt mussten sie 950 Euro als Sicherheitsleistung für ihre bevorstehenden Verfahren hinterlegen.

Der Strom unerlaubt Eingereister scheint derzeit im deutsch-österreichischen Grenzraum nicht abzureißen. Im Mai registrierte die Rosenheimer Bundespolizei bereits rund 330 Personen, die auf illegalem Weg nach Deutschland gekommen waren. Das ist verglichen mit den Zahlen vom April ein Anstieg um 30 Prozent und im Vergleich mit Feststellungen vom Mai des vergangenen Jahres ein Plus von beinahe 70 Prozent.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.