Solide Ausbildung statt Helfertätigkeit

Arbeitsagentur: Infos über Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Fluchthintergrund

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014_AMG_MdL_MdBDr. Nicole Cujai, die Chefin der Rosenheimer Arbeitsagentur, hatte dieser Tage die Bundes- und Landtagsabgeordneten, deren Wahlkreis in den Agenturbezirk Rosenheim reicht, zum „Arbeitsmarktgespräch mit der Politik“ eingeladen. Cujai in ihrer Begrüßung: „Die Themen Beschäftigtenentwicklung und regionaler Arbeitsmarkt sind für Sie als politische Mandatsträger sicher immer von Interesse. Im Jahr 2016 wird die Heranführung und Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt als große Aufgabe auf uns alle zukommen. Wir sind gut aufgestellt.“

Cujai zu Beginn: „Die Region brummt, alle Daten zeigen ein positives Bild. Die Zahl der Einwohner im Agenturbezirk Rosenheim ist um über 5 000 angestiegen, ebenso die Zahl der Beschäftigten und auch die Zahl der Betriebe hat zugelegt. Der Arbeitsmarkt läuft wirklich gut, zum Teil natürlich auch wegen des milden Winters. Die Arbeitslosenquote von Januar, mit niedrigen 3,4 Prozent, verdeutlicht dies. Gleichzeitig erfolgen die Stellenmeldungen durch die Betriebe auf hohem Niveau. Deshalb sehen wir auch gute Chancen für Menschen mit Fluchthintergrund und entsprechender Bleibeperspektive. Unerlässlich ist dabei das Erlernen der deutschen Sprache, mit lokal angebotenen Deutschkursen von Kommunen, Land oder Ehrenamtlichen oder der Lernbörse der Agentur für Arbeit, gefolgt von berufsbezogener Deutschförderung im Rahmen von Maßnahmen, sowie Integrationskurse durch das Bundesamt für Migration für anerkannte Flüchtlinge.“

Dr. Nicole Cujai und Jakob Grau (Geschäftsführer operativ) erläuterten anschließend den anwesenden Gästen das sogenannte „Arbeitsmarktprogramm 2016 mit dem bayerischen Arbeitsmarktprogramm für Menschen mit Fluchthintergrund.“ Grau dazu: „Vorrang hat dabei eindeutig bei jungen Menschen mit Fluchthintergrund eine duale betriebliche Ausbildung vor einer Helfertätigkeit. Hier ist viel Aufklärungsarbeit zu leisten, denn eine Ausbildung, wie sie bei uns üblich ist, kennen die jungen Männer und Frauen, die zu uns nach Deutschland kommen, in der Regel nicht. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Beratung sehr wichtig. Wir gehen daher auch in die Berufsschulen, in die entsprechenden Berufsintegrationsklassen für Flüchtlinge. Ansonsten bieten wir spezielle Informationsveranstaltungen für Helferkreise an, führen Gruppenberatungen – ebenfalls für Asylhelfer und deren Schützlinge – durch und informieren und beraten natürlich auch jeden Einzelnen. Wir zeigen die Vermittlungsmöglichkeiten auf und erklären die sogenannte „Vorrangprüfung“, die im Übrigen fast immer positiv ausfällt.“

Cujai abschließend: „Eines ist uns wichtig: Wir sparen nicht an Leistungen für Inländer, hier stehen uns dieselben Gelder zur Verfügung wie im vergangenen Jahr. Das Arbeitsmarktprogramm für Menschen mit Fluchthintergrund wurde zusätzlich aufgelegt, denn auch hier soll jeder Mensch mit Fluchthintergrund, je nach seinem Status (Asylsuchender, Asylbewerber, anerkannter Flüchtling, Geduldeter) und seinen Bedarfen, die entsprechend notwendige Förderung bekommen, damit eine Integration in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt erfolgen kann.“

Am Schluss waren sich alle einig, dass diese Form des direkten Informationsaustausches zwischen Arbeitsagentur und Politik enorm wichtig ist und dass beide Seiten davon profitieren.

 

Foto (von links): Otto Lederer, Nikolaus Kraus, Klaus Barthel, Daniela Ludwig, Dr. Nicole Cujai und Jakob Grau.

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