Smartphones bei Kindern immer beliebter

Präventionsfachmann des Rosenheimer Gesundheitsamtes will Eltern von Grundschülern erreichen

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Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim will seine Präventionsarbeit zur Nutzung von Smartphones und Neuen Medien ausbauen. Der Sozialpädagoge Martin Seidl bietet erstmals Vorträge für die Eltern von Grundschülern an. Denn immer früher kommen Handys und Tablets in Kinderhände und auch die Zeit, die Kinder vor Bildschirmen verbringen, nimmt ständig zu.

„Die Nutzung elektronischer Medien in der Grundschule ist schon sehr ausgeprägt“, sagt Martin Seidl. Zur Beschreibung der Risiken zitiert er Fachleute wie den Arzt und Gehirnforscher Manfred Spitzer, der den zu frühen und zu häufigen Konsum von elektronischen Medien als entwicklungshemmend ansieht. Ähnlich äußert sich der Medienexperte Professor Gerald Lembke: „Kinder brauchen eine starke Verwurzelung in der Realität, bevor sie sich in virtuelle Abenteuer stürzen.“ Die Gesundheitsbehörde möchte deshalb verstärkt Eltern in der Grundschule erreichen.

Im vergangenen Schuljahr war Martin Seidl in rund 70 fünften und sechsten Klassen in Stadt und Landkreis mit seinen Schüler- und Elternworkshops unterwegs. Daher weiß er, dass mittlerweile etwa 85 Prozent der Buben und Mädchen ein Smartphone nutzen, Tendenz weiter steigend.

Die beliebtesten Apps bei den Kindern sind der soziale Nachrichtendienst Whatsapp und Googles Filmeplattform Youtube. Laut Aussage der Schülerinnen und Schüler empfangen sie jährlich über Whatsapp Nachrichten oft im fünfstelligen Bereich. Unter den Spielen ist aktuell Minecraft sehr angesagt. Zudem kommt es immer wieder vor, dass im Internet geschlossene Freundschaften zu einem Treffen im tatsächlichen Leben führen. Seidl rät den Kindern dringend zur Vorsicht, schließlich weiß man nie, welche Person sich hinter einem virtuellen Profil befindet.

Mit dem Satz „PhoneSmart! – zu Deutsch: Nutz dein Handy auf eine smarte, clevere Weise! Sei Chef deines Handys und nicht anders herum!“ beginnt der Präventionsfachmann des Rosenheimer Gesundheitsamtes seine Schülerworkshops. Sie dauern einen Vormittag und beschäftigen sich inhaltlich mit Themen wie gesundheitliche Auswirkungen von übermäßiger Bildschirmnutzung, Spiele und Sucht, Handystrahlung, Soziale Netzwerke, Cybermobbing, persönliche Datenfreigabe, illegale Downloads, Missbrauchsgefahren sowie Kontakt mit Fremden. Seidl berücksichtigt dabei die Anliegen der Schülerinnen und Schüler.

Die Themen der Elternworkshops können neben den möglichen Gefahren, Kommunikation mit Kindern, Vertrauen versus Grenzen oder technische Hilfe wie Zeitbegrenzungs-Softwares sein.

Weitere Informationen zu den Workshops und Vorträgen gibt es im Internet unter www.phonesmart-share.de. Gebucht werden können sie telefonisch unter 08031 392 6213 oder per E-Mail unter martin.seidl@lra-rosenheim.de. Die Angebote sind für die Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim kostenlos. 

 

 

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