Shopping auf dem Online-Marktplatz

Rosenheimer Studenten untersuchen Weihnachts-Angebote

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online shoppingRosenheim – Dem „Shopping-Wahn“ in der Weihnachtszeit entgehen immer mehr Deutsche, indem sie online ihre Geschenke einkaufen. Der Frage wie gut sich hierfür sogenannte Online-Marktplätze eignen, gingen 20 Betriebswirtschaft-Studierende mit Schwerpunkt Marketing an der Hochschule Rosenheim in einer selbst konzipierten Studie nach. Die Ergebnisse: www.wasserburger-stimme.de …

In fünf Kategorien – Optik, Usability, Angebot & Preis, Beratung & Service sowie Kaufabschluss – mussten sich sechs ausgewählte Online-Marktplätze messen. Das Ergebnis der Studie: Der Online-Shop Amazon hat bei den Online-Marktplätzen die Nase vorn – nicht nur günstige Preise, sondern auch Suchmöglichkeiten und Angebot überzeugten. Konkurrent MeinPaket ist jedoch dicht auf den Fersen, Yatego ist weit abgeschlagen.

Für den gewöhnlichen Online-Shopper scheinen die Unterschiede zwischen einem Online-Shop und einem Online-Marktplatz marginal zu sein. Doch ein Blick auf Details zeigt, dass es sich um ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle handelt. Anbieter wie Amazon, Yatego, MeinPaket, Hitmeister oder Check24 Shopping stellen ihr Portal für andere Händler zur Verfügung. Den Vertrag und Kauf schließen die Kunden dann nicht mit dem Portal selbst, sondern mit einem Dritten ab. Vorteil für die Verkäufer: Sie benötigen keine aufwändige eigene Webpräsenz. Vorteil für den Kunden: Er kann sich aus mehreren Anbietern auf einem Online-Marktplatz den günstigsten aussuchen.

 

Insgesamt wurden pro Online-Marktplatz mehr als 30 Nutzungskriterien untersucht. Im Test traten Amazon Marketplace, Check24 Shopping, Hitmeister, MeinPaket, Rakuten und Yatego gegeneinander an. Um einen Gewinner zu küren, wurde der sogenannte Online-Service-Index (OSI) als Zusammenfassung verschiedener Kriterien gebildet. Dieser ermittelt, wer am ehesten das perfekte Angebot (entspricht 100 Prozent im OSI) bietet. Der Online-Shopping-Primus Amazon behauptete sich mit 74 Prozentpunkten als Gesamtsieger. Den zweiten Platz sicherte sich mit 70 Prozent der Online-Marktplatz von DHL, MeinPaket. Auf dem dritten Platz landete Check24 Shopping mit 63 Prozent.

 

Der Testsieger Amazon überzeugte insbesondere beim Produktangebot und den Preisen sowie der Informationsqualität. Lediglich bei der Optik liegt er laut Studien-teilnehmern nur im Durchschnitt, in dieser Kategorie konnte vor allem MeinPaket punkten. Beim Bestellvorgang bewerteten die Probanden alle Online-Marktplätze ähnlich gut. Am besten gefiel den Testern aber der schnelle und unkomplizierte Bestellprozess bei Hitmeister. Yatego muss sich in nahezu allen Punkten geschlagen geben und erhält insgesamt nur 55 der möglichen 100 Prozentpunkte, insbesondere in den Kategorien Preis und Produktangebot gab es mangelhafte Bewertungen.

 

Einen Testwarenkorb, bestehend aus dem Smartphone Samsung Galaxy S 4, dem Sony Xperia Tablet Z und dem Kaffeevollautomaten Melitta 965, erhielten Käufer am Testtag 26. November 2013 am günstigsten bei den Anbietern auf Amazon Marketplace. An den dortigen Gesamtpreis von 1.431,00 Euro (inkl. Versandkosten) können sich nur die Verkäufer auf Check24 Shopping mit 1.496,70 Euro annähern. Bei allen anderen Anbietern kosteten die drei Produkte über 200 Euro mehr als bei Amazon Marketplace. Schlusslicht bildet Rakuten, wo der Gesamtpreis bei 1.771,03 Euro lag.

 

„Wichtig für den Endkunden sind eine gute Service-Hotline oder ein E-Mail-Kontakt des Marktplatzportals. Bei Problemen mit dem Verkäufer sind das möglicherweise die einzigen Anlaufstellen“, sagt Professorin Dr. Brigitte Kölzer, die das Studienprojekt an der Hochschule Rosenheim leitete. Besonders Yatego fiel bei diesem Kriterium negativ auf, da es weder eine Hotline, noch eine Kontaktmöglichkeit per E-Mail gibt. Bei Hitmeister war die Wartezeit am Telefon mit 15 Minuten während der Testzeit am Mittag extrem lang. Auch Check24 Shopping enttäuschte, da telefonisch nur eine eingeschränkte Produktberatung möglich ist. Eine Besonderheit bildet der Amazon Marketplace, bei dem vor jeglicher Kontaktaufnahme eine Registrierung erfolgen muss. Ist diese erfolgt, erhält man hier jedoch am schnellsten eine Antwort-E-Mail beziehungsweise einen Rückruf. Den besten Kompromiss bietet nach Meinung der Studienteilnehmer MeinPaket, beim dem sich der Käufer zwar für die Nutzung der E-Mail-Kontaktfunktion registrieren muss, es jedoch auch eine Telefon-Hotline gibt. Hier wurde die freundlichste Hilfestellung gegeben.

Foto: © Thomas Jansa – fotolia

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie sind unter www.fh-rosenheim.de/die-hochschule/fakultaeten-institute/fakultaet-fuer-betriebswirtschaft/praxistransfer/studien/ abrufbar.

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