Schlag gegen die Rauschgift-Szene

Waldkraiburg: Hoher Anteil an jugendlichen Tatverdächtigen - Lokale überwacht

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Ein Schlag gegen die Rauschgift-Szene: Wie das Polizeipräsidium heute am Freitagmittag meldet, wurden jetzt durch Kräfte der Operativen Ergänzungsdienste in Absprache mit der Polizeiinspektion Waldkraiburg und der Kripo Mühldorf verstärkt Treffpunkte der örtlichen Rauschgiftszene im Stadtgebiet Waldkraiburg überwacht; zahlreiche eingeleitete Ermittlungsverfahren führten zu umfangreichen Sicherstellungen. Aus polizeilicher Sicht besonders besorgniserregend sei der hohe Anteil an jugendlichen Tatverdächtigen …

Foto: Szene gestellt – Quelle Polizeiberatung

Bei insgesamt 25 männlichen und vier weiblichen Tatverdächtigen liegt der Anteil der Personen unter 18 Jahren bei knapp 40 Prozent. In einem Fall wurde ein 14-Jähriger im Beisein eines 13-Jährigen beim Erwerb von Marihuana entdeckt.

Im Verlauf von zwei Wochen konnten durch die eingesetzten Beamten im Rahmen von intensiven Ermittlungen und Vernehmungen 30 polizeiliche Ermittlungsverfahren mit über 300 Einzelverstößen im Rauschgiftbereich eingeleitet werden. Anzumerken hierbei ist, dass die Tatzeiträume in Einzelfällen bis August 2015 zurückreichen.

Gegen zwölf Tatverdächtige wurden Ermittlungen wegen des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln eingeleitet; hiervon müssen sich zudem sechs Personen wegen Verbrechens-Tatbeständen strafrechtlich verantworten. Im Falle einer Verurteilung haben diese sechs Tatverdächtigen mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr zu rechnen.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden neben diversen Cannabisprodukten auch Heroin, Methamfetamin (sogenanntes Crystal) und Amfetamin aufgefunden und sichergestellt werden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Traunstein bzw. dem zuständigen Ermittlungsrichter wurden in sechs Fällen die Wohnräume der Tatverdächtigen durchsucht. Hierbei konnten weitere Beweismittel erlangt werden. Zudem wurden neben zahlreichen Mobiltelefonen auch 1000 € vermeintliche Drogengelder auf Weisung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Besondere Einzelfälle:

Im Rahmen von Ermittlungen wurde bekannt, dass ein 24-jähriger, deutscher Staatsangehöriger schwunghaften Handel mit Betäubungsmittel treiben soll. Zudem stellte sich heraus, dass er mindestens in drei Fällen Cannabisprodukte an Minderjährige abgegeben hatte.

Der 24-Jährige konnte vorläufig festgenommen werden. Im Verlauf der Durchsuchung der Wohnräume des Tatverdächtigen konnten neben diversen Rauschgiftutensilien auch eine Kleinmenge Amfetamin sichergestellt werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde der Tatverdächtige am Folgetag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, welcher einen Untersuchungshaftbefehl erließ.

Weiter wurde bekannt, dass ein 25-jähriger, senegalesischer Staatsangehöriger in mindestens drei Fällen Kleinmengen Cannabis an einen 14-Jährigen veräußert hatte. Der Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen. Bei der Durchsuchung der Wohnräume des Tatverdächtigen konnten neben zwei Mobiltelefonen auch Bargeld in szenetypischer Stückelung aufgefunden und sichergestellt werden. Auch er wurde am Folgetag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt, welcher die Untersuchungshaft gegen den 25-Jährigen anordnete.

Am 30.06.2016 konnte ein 22-jähriger senegalesischer Staatsangehöriger vorläufig festgenommen werden, welcher im Verdacht steht, in mindestens 35 Fällen Kleinmengen Marihuana gewinnbringend weiterveräußert zu haben. Im Rahmen der Durchsuchung konnten bei dem Tatverdächtigen neben 18 Gramm Marihuana und diversen Rauschgiftutensilien, welche ein Handeltreiben untermauern, auch Bargeld im mittleren dreistelligen Bereich, welches vermutlich aus Drogengeschäften stammt, sichergestellt werden.

Vor genau einer Woche wurde ein 30-jähriger, nigerianischer Staatsangehöriger vorläufig festgenommen, da er im Verdacht steht, in zahlreichen Einzelfällen Marihuana an zum Teil 14-Jährige gewinnbringend weiterveräußert zu haben. Im Rahmen der Durchsuchung konnte bei dem Tatverdächtigen Bargeld im mittleren zweistelligen Bereich sichergestellt werden. Der 30-jährige Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein am Folgetag dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt, welcher hierbei die Untersuchungshaft gegen den 30-Jährigen anordnete.

Aufgrund eines aufgefundenen Butterflymessers muss sich ein 28-Jähriger wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz strafrechtlich verantworten; einen 20-Jährigen erwartet ein Bußgeld, da bei ihm im Verlauf der Kontrolle ein sog. Einhandmesser sichergestellt wurde.

Zudem wurden im Verlauf der Kontrollen zwei Fahrzeuglenker angetroffen, welche unter Alkoholeinfluss standen. Gegen beide Fahrzeuglenker wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Beide erwartet ein Bußgeld von jeweils 500 €, ein einmonatiges Fahrverbot und Punkte in der Verkehrssünderdatei.

Die Polizei weiter:

Abschließend wird angemerkt, dass durch die umfangreichen Erkenntnisse, welche im Verlauf der Kontrollaktion gewonnen werden konnten, weitere Tatverdächtige ermittelt werden können.

Aufgrund der intensiven Ermittlungen wurde der örtlichen Rauschgiftszene erfolgreich entgegengewirkt. Die Szenetreffpunkte in Waldkraiburg werden auch weiterhin polizeilich überwacht. Neben empfindlichen Geldstrafen haben sicherlich einige der Tatverdächtigen, im Falle einer Verurteilung, empfindliche Freiheitsstrafen zu erwarten.

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Ein Gedanke zu „Schlag gegen die Rauschgift-Szene

  1. Reiner Alois

    … Bravo … weiter so … und in Wasserburg könnte das Ermittlungsergebnis erfolgreicher werden …

    2

    1
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