Schicksal in Schleuserhände gelegt

Wieder 100 unerlaubt Eingereiste - Die Hälfte stammt aus dem Kosovo

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SONY DSCSechs Kosovaren haben einen Fernreisezug am Bahnhof Rosenheim verlassen müssen. Ein 36-Jähriger wird sich wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen. Über das Wochenende verteilt hat die Rosenheimer Bundespolizei rund 50 illegal eingereiste Kosovaren festgestellt. In den frühen Morgenstunden kontrollierten Schleierfahnder auf Höhe Prien Fahrgäste eines Nachtzuges, der zwischen Salzburg und München verkehrt …

Einer der Kosovaren konnte sich mit seinem Reisepass und einem deutschen Aufenthaltstitel ausweisen. Seine fünf Begleiter im Alter von 18 bis 49 Jahren hatten keine Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt in Deutschland dabei. Am Bahnhof Rosenheim war für alle Reiseende. Die Personen wurden zur Rosenheimer Bundespolizeidienststelle gebracht. Ersten Ermittlungen zufolge handelt es sich bei den fünf kosovarischen Männern und Frauen um Verwandte des mutmaßlichen Schleusers.

Auf ihrem Weg nach Deutschland war der fünfköpfigen Gruppe in Wien das Geld ausgegangen. Mit Unterstützung des mutmaßlichen Schleusers, der in Hessen einen festen Wohnsitz hat, sollte die Reise nach Frankfurt weiter gehen.

Den 36-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren. Seine Landsleute wurden vorerst an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitet. Über das Wochenende hat die Rosenheimer Bundespolizei insgesamt rund 100 unerlaubt Eingereiste festgestellt. Etwa die Hälfte von ihnen stammt aus dem Kosovo.

Über 50 kosovarische Staatsangehörige ohne die erforderlichen Papiere hat die Rosenheimer Bundespolizei allein am vergangenen Wochenende registriert. Sechs von ihnen stellten Schleierfahnder am Sonntag auf der A8 in einem Pkw fest. Der albanische Fahrzeugführer verstrickte sich in Widersprüche und verweigerte schließlich die Aussage. Er wird sich wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen.

 

Auf Höhe Weyarn hatten Fahnder aus Kreuth den Wagen mit französischer Zulassung gestoppt. Von den sieben Insassen konnte lediglich der albanische Fahrer gültige Einreisepapiere vorlegen. Seine kosovarischen Begleiter verfügten nicht über die notwendigen Dokumente. Alle sieben Personen wurden zur Dienstelle der Rosenheimer Bundespolizei gebracht. Dort gab der in einem französischen Asylcamp lebende Albaner an, die sechsköpfige Gruppe zufällig in Wien getroffen zu haben. Weshalb er sich zuvor in Budapest aufgehalten hatte, konnte er nicht schlüssig erklären. Angeblich hätte er dort seine Geliebte getroffen. Weitere Aussagen verweigerte er.

Die kosovarischen Staatsangehörigen im Alter von 19 bis 52 Jahren sagten aus, dass sie für die Fahrt bis nach München 150 Euro pro Person hätten zahlen sollen. Wo sie allerdings in den Wagen des 33-Jährigen gestiegen wären, konnten sie nicht übereinstimmend beantworten.

Diese Frage wird der mutmaßliche Schleuser nun mit dem Haftrichter erörtern können. Der Staatsanwalt hat Untersuchungshaft für den unkooperativen Mann beantragt. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern.

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