Digitalfunk: Für Teilnahme am Probebetrieb

Zweckverband für Rettungsdienste mit einstimmigem Beschluss

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Neiderhell ZillmerIn zwei Jahren werden die Polizei sowie die Rettungs- und Hilfsorganisationen in der Region vom Analog- auf den Digitalfunk umstellen (wir berichteten bereits mehrmals). Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim wird die Vorbereitung und Einführung in einer verantwortlichen Funktion begleiten. Positives gab es zudem vom Rettungsdienst: In knapp 90 Prozent aller Einsätze gelingt es, innerhalb von zwölf Minuten an einem Einsatzort zu sein.

 

Dr. Michael Bayeff-Filloff, einer der vier Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, sprach von einem sehr guten und sicheren Zustand. Die gesetzliche Vorgabe besagt, dass die so genannte 12 Minuten-Frist in 80 Prozent aller Einsätze eingehalten werden muss. Im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes, in der Stadt Rosenheim sowie in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach, verfehlte im vergangenen Jahr nur die Rettungswache in Bad Endorf mit 79,7 Prozent diese Vorgabe ganz knapp. Laut Bayeff-Fillloff machen sich die neue Rettungswache in Feldkirchen und die Ausweitung der Einsatzzeiten für die Rettungswache in Fischbachau bei der Versor-gungssicherheit positiv bemerkbar.

Um die Qualität des Rettungsdienstes überprüfbarer zu machen, werden in den kommenden Jahren Tablets in den Rettungsfahrzeugen eingebaut. Mit ihrer Hilfe werden die Einsätze doku-mentiert. Die Auswertungen sollen dann für weitere Verbesserungen im Rettungsdienst sorgen.

Im Oktober 2015, so der Stand heute, wird im Rettungsdienstbereich Rosenheim der so genann-te erweiterte Probebetrieb des behördlichen Digitalfunks beginnen. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung wird sich daran beteiligen, so ein einstimmiger Beschluss in der Verbandsversammlung. In dieser sechs Monate dauernden Phase sollen vor allem Schwachstellen im Netz aufgedeckt, Einsatzkräfte ausgebildet und taktische Konzepte erprobt werden.

Die eineinhalb Jahre bis dahin wird eine örtliche Projektgruppe nutzen, um die Einführung des Digitalfunks zu planen, die Funkgeräte zu beschaffen, die Integrierte Leitstelle in Rosenheim, aber auch Dienststellen und Fahrzeuge mit der neuen Technik auszustatten sowie Tests zu pla-nen und durchzuführen.

Im Landkreis Rosenheim haben sich bisher 28 der 46 Gemeinden für die Teilnahme am erweiterten Probebetrieb ausgesprochen, im Landkreis Miesbach sind es sogar 14 der 16 Gemeinden. In der Verbandsversammlung wurde deutlich, dass Kommunen, deren Gemeinderäte sich gegen die Teilnahme entscheiden, durchaus mit Konsequenzen rechnen müssen. So erhalten sie möglicherweise keine staatlichen Zuschüsse für die notwendigen neuen digitalen Funkgeräte und auch die Begleitung bei der Einführung und Ausbildung entfällt. Ab Frühjahr 2016 erfolgt dann endgültig die schrittweise Umstellung vom Analogfunk hin zum Digitalfunk.

 

Eine Formalie war die erneute Bestellung der Ärzte Dr. Michael Bayeff-Filloff, Dr. Christian Pawlak, Dr. Michael Riffelmacher und Dr. Stefan Stöckel zu Ärztlichen Leiter Rettungsdienst. Die vier werden ab 1. Januar 2015 ihr Amt für weitere fünf Jahre ausführen.

Landrat Josef Neiderhell bedankte sich als Zweckverbandsvorsitzender für die über viele Jahre geleistete Arbeit und die umfassenden Verbesserungen im Rettungsdienst. Der Geschäftsführer des Zweckver-bands, Ronald Zillmer, ergänzte: „Wir werden in ganz Bayern um unsere vier Ärztlichen Leiter Rettungsdienst beneidet. Der Rettungsdienstbereich Rosenheim war einer der ersten in Bayern, in denen die Einführung der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst erprobt wurde.“

Seit 1998 wirken Ärzte bei der Weiterentwicklung und qualitativen Verbesserung der Notfallrettung mit. Weil sich diese Einrichtung sehr bewährt hat, ist die Funktion der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst inzwi-schen im Bayerischen Rettungsdienstgesetzt verankert.

Eine weitere Formalie war die Anpassung eines öffentlich-rechtlichen Vertrags zwischen dem Zweckverband und dem Bayerischen Roten Kreuz. Das BRK ist in diesem Vertrag aus dem Jahr 2008 mit der Durchführung der Wasserrettung beauftragt. Korrekturbedarf bestand jetzt, weil die Wasserrettungsstation am Happinger See in Rosenheim geschlossen wurde. Um die Sicherheit der Badegäste dennoch zu gewährleisten, werden jetzt von der Wasserrettungsstation am be-nachbarten Happinger Au See regelmäßige Kontrollfahrten durchgeführt.

Zum Ende der Amtszeit von Landrat Josef Neiderhell hatte Geschäftsführer Ronald Zillmer auf die wichtigsten „Meilensteine“ der vergangenen sechs Jahre zurückgeblickt. Dazu zählte er die Einführung der GPS-Ortung im Rettungsdienst, das ins Leben gerufene Herzinfarktnetzwerk, die neue Rettungswache in Feldkirchen, die Vorbereitungen für den Digitalfunk und die Inbetrieb-nahme der Integrierten Leitstelle in Rosenheim. Auch Neiderhell sieht die Integrierte Leitstelle sehr gut aufgestellt und mit der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr hat sie die ganz große Bewährungsprobe bestanden. Der Landrat bedankte sich abschließend auch noch bei allen, die sich für die Einführung des Digitalfunks stark gemacht haben.

Süßer Abschied: Dem scheidenden Landrat und Verbandsvorsitzenden Josef Neiderhell (links) überreichte Geschäftsführer Ronald Zillmer ein Schokoladenfoto, auf dem verschiedene Rettungsfahrzeuge dargestellt sind.

 

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