Rassistischer Überfall war eine Lüge!

SOKO Luitpoldstraße entlarvte Opfer als Schwindler

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Landkreis – Auch so etwas kommt leider vor im Polizei-Alltag: Der rassistische Überfall in der Innenstadt von Rosenheim (wir berichteten) war nichts als eine Lüge! Das hat das angebliche Opfer nun eingestanden, teilte die Polizei heute mit. Großen Aufwand hatte die Kripo Rosenheim gleich nach Bekanntwerden des angeblichen rassistischen Übergriffs vom Sonntagabend auf einen dunkelhäutigen Deutschen betrieben und eigens eine Ermittlungsgruppe gebildet, um die Tat schnellstmöglichst zu klären. Das nun vorliegende Ermittlungsergebnis zeigt, dass sich der hohe Aufwand in jedem Fall gelohnt hat…

Nur entspricht das Ergebnis sicher nicht den Erwartungen des Anzeigeerstatters, denn dieser musste mittlerweile zugeben, die Tat frei erfunden zu haben. Der 27-jährige Deutsche mit dunkler Hautfarbe hatte am Montag in München Anzeige wegen des Vorfalls erstattet, der sich am Sonntagabend am Bahnhof Rosenheim zugetragen haben sollte. Demnach wäre er von zwei Männern und einer Frau verbal und körperlich attackiert und auch beraubt worden. Die Verbalattacken schilderte er als auf seine dunkle Hautfarbe bezogen und somit mit rassistischem Hintergrund. Leichte Verletzungen wie Prellungen und Hautabschürfungen wies der 27-Jährige vor und unterstrich damit seine Angaben, heißt es heute in einer Pressemitteilung.

Großer Personaleinsatz der Kripo

Von Beginn an war die Kripo Rosenheim mit einem großen Personaleinsatz in die Ermittlungen eingestiegen und hatte eigens eine Ermittlungsgruppe unter dem Namen des vermeintlichen Tatorts „Luitpoldstraße“ gegründet. Ständig standen die Beamten in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Traunstein, um die Vorgehensweise abzusprechen und Beschlüsse zu beantragen. Mehrfache, detaillierte Vernehmungen des Geschädigten zum Tatablauf wurden parallel zu den sofort in Angriff genommenen taktischen Maßnahmen, wie Spurensicherung am Tatort, der Kleidung sowie persönlichen Gegenständen des Geschädigten, durchgeführt.

Zudem befragten Ermittler die in Rosenheim lebende Freundin des jungen Mannes, bei der sich der Anzeigeerstatter kurz vor der Tat noch aufgehalten haben wollte. Die Beamten trugen dabei eine Vielzahl von Fakten zusammen, die sich jedoch im Verlauf der Ermittlungen immer weniger mit der sehr detaillierten Darstellung des Geschehensablaufs durch den Anzeigeerstatter in Einklang bringen ließen. Mit den zunehmenden Zweifeln der Ermittler konfrontiert, blieb der 27-Jährige jedoch zunächst weiter bei seiner Version.

Verletzungen kamen von Beziehungsstreit

Erst in einer von der Staatsanwaltschaft beantragten richterlichen Vernehmung relativierte er seine zuvor gemachten Angaben und schwächte diese deutlich ab. Die Freundin war es, die Wahrheit aussprach: Bei den intensiven Nachforschungen war den Beamten aber auch bekannt geworden, dass sich am Tatabend in der Wohnung der Freundin des Anzeigeerstatters ein Streit zugetragen haben musste. Damit und mit weiteren Erkenntnissen konfrontiert, gab schließlich die junge Frau bei weiteren Befragungen zu, dass ihr Freund zur Tatzeit in ihrer Wohnung war und die Tat erfunden ist. Die Verletzungen des 27-Jährigen rührten von einem am Tatabend ausgetragenen Beziehungsstreit her.

Angeblich entwendete Gegenstände, darunter eine Kette, konnten die Beamten dann auch noch in der Wohnung der Freundin und in der des jungen Mannes finden und sicherstellen. Mittlerweile hat der 27-Jährige ebenfalls zugegeben, die Tat frei erfunden zu haben. Über das Motiv lässt er sich bisher nicht aus. Der junge Mann muss nun mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen, erwartet ihn doch jetzt ein Strafverfahren wegen Vortäuschen einer Straftat und weiterer Delikte.

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