Polizei setzt Pfefferspray gegen zwei Brüder ein

Wiesn-Blaulicht: Anzeige wegen versuchter Gefangenenbefreiung

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BlaulichtUm kurz nach 12 Uhr hieß es in den beiden Festzelten auf der Rosenheimer Loretowiese am Samstag „O´zapft is!“. Für die Polizei begannen damit wieder ereignisreiche Arbeitstage. Für vier „Stänkerer“ war der erste Wiesnbesuch gleich auch der letzte – sie bekamen für die kommenden zwei Wochen ein Wiesnverbot ausgesprochen. Problematischer waren einige Einsätze, so die Polizei, die nach Wiesnende im Stadtgebiet noch anfielen. Die Beamten mussten Pfefferspray einsetzen, heißt es …

Aber der Reihe nach:

Wie immer am Eröffnungstag strömten viele Rosenheimer, zahlreiche Gäste aus der Region, aber auch Besucher von weit her auf die Loretowiese. Die Festzelte waren abends gut besucht und bei so viel Gedränge waren dann auch erwartungsgemäß ein paar Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zwischen fast immer alkoholisierten Festbesuchern zu schlichten und in wenigen Fällen auch zur Anzeige zu bringen.

Weil ein 35-Jähriger aus dem Landkreis spätabends vom Sicherheitsdienst aus dem Zelt verwiesen worden war, aber heimlich um die Ecke unter der Zeltplane wieder ins Innere geschlüpft war, wurde die Streife der Wiesnwache dazugeholt. Der stark angetrunkene Mann wollte das Festgelände aber nicht verlassen und sollte zur Wiesnwache mitgenommen werden. Auf dem Weg dorthin ohrfeigte er einen Polizeibeamten, was natürlich mit einer Strafanzeige und einem Wiesnverbot „honoriert“ wurde. 

Unschön, so die Polizei weiter, sei auch ein Einsatz um 23 Uhr am Rande des Festgeländes in der Westermayerstraße gewesen: Ein 22-jähriger Rosenheimer provozierte zwei Polizisten und „drohte“ ihnen mit einer Anzeige wegen „des Tragens von Schusswaffen“. Bis dahin habe man das Ganze noch mit einem Schmunzeln abtun können. Zu weit ging der junge Mann dann aber, als er die  Beamten beleidigte. Seine Personalien wollte er natürlich nicht angeben und stattdessen lieber das Weite suchen. Als er festgehalten wurde, drohte er mit erhobener Faust, so dass ihm Handschellen angelegt werden mussten. Ein Staatsanwalt ordnete eine Blutentnahme bei dem 22-Jährigen an, danach holte ihn seine Mutter auf der Wache der Polizeiinspektion ab. Anzeigen wegen Beleidigung und Widerstandes folgen.

Jugendschutz-Kontrollen

Wie angekündigt, führt die Polizei auch heuer wieder zusammen mit dem Rosenheimer Jugendamt regelmäßig Jugendschutzkontrollen durch. Grundsätzlich ist es natürlich Sache der Eltern zu entscheiden, wie lange ihre minderjährigen Kinder und Jugendlichen außer Haus bleiben dürfen. Aber in Bierzelten und Biergärten auf dem Herbstfest dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder Erziehungsbeauftragten aufhalten.

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ohne Begleitung lediglich bis 24 Uhr auf der Wiesn sein. Den Jugendschutzbeamten fielen am ersten Tag bei über 30 Kontrollen nur zwei Minderjährige auf, die zuviel Alkohol getrunken hatten und mit zur Wache genommen werden mussten, wo sie von den Eltern abgeholt werden konnten.

Siebenjähriges Kind hatte Eltern „verloren“

Ein siebenjähriges Kind hatte im Trubel auf der Loretowiese seine Eltern „verloren“. Die konnten aber schnell ausfindig gemacht werden, weil der Sprössling einen Zettel mit den Kontaktdaten der Eltern dabei hatte. Eine gute Idee und sehr zur Nachahmung empfohlen, sagt die Polizei.

Pfefferspray gegen zwei Brüder

Der Zulauf in den Gaststätten, Lokalen und Diskotheken der Stadt war nach Wiesnende zwar nicht ganz so stark wie erwartet, trotzdem kam es hier zu mehreren Vorfällen. Eine Polizeistreife beobachtete um 1.45 Uhr, dass in der Innenstadt mehrere Personen in Streit geraten waren.

Die Schilderung der Polizei laut Bericht: „Ein junger Mann versuchte am Ludwigsplatz mit einem Tritt einen anderen zu treffen. Als die Beamten hinliefen – die Personen befanden sich zwischenzeitlich schon in der Weinstraße – wiederholte der Täter seinen Fußtritt. Die Polizisten gingen dazwischen und drückten den Angreifer, einen 20-jährigen Rosenheimer, gegen eine Schaufensterscheibe. Weil der sich aber vehement wehrte und befreien wollte, wurde er auf den Boden gedrückt. In diesem Moment kam ein 27 Jahre alter Spezl des jungen Mannes dazu und schlug mit den Fäusten gegen einen der Polizisten, er musste mit Pfefferspray abgewehrt werden und wurde am Boden fixiert.

Jetzt schritt der ein Jahr ältere Bruder des 27-Jährigen ein und versuchte seinen am Boden liegenden Bruder mit Gewalt zu befreien. Auch gegen ihn setzten die Beamten Pfefferspray ein.  Dann mussten die Polizisten noch den eigentlich Geschädigten einfangen, denn der hatte versucht, sich  aus dem Staub zu machen. Alle Beteiligten wurden zur Polizeiinspektion gebracht. Die drei Aggressoren kamen in Gewahrsam, sie erwarten darüber hinaus Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen die Polizeibeamten.“     

Teuer kam der Herbstfestbesuch einen Italiener. Er wurde um kurz vor 1 Uhr in der Kufsteiner Straße mit seinem Pkw kontrolliert. Weil der 19-Jährige mehr als die erlaubten 0,5 Promille im Blut hatte, musste er für die zu erwartende Geldbuße eine Sicherheitsleistung in Höhe von 525 Euro hinblättern. Die Polizei weist darauf hin, dass speziell zur Herbstfestzeit verstärkt Verkehrskontrollen in und um Rosenheim stattfinden werden.

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