Pecunia non olet: Geld stinkt nicht

Eine Nachlese der besonderen Art zu den diesjährigen Pfingst-Wallfahrten

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Blaulicht03Hier eine Nachlese zu den diesjährigen Pfingst-Wallfahrten der besonderen Art: Wer sich ein Bild von den sanitären Verhältnissen bei einer mittelalterlichen Pilgerfahrt ins Heilige Land machen möchte, dem seien die Reiseberichte des Frater Felix Fabri ans Herz gelegt. Der Ulmer Dominikaner machte sich 1480 und 1483 per Schiff auf den Weg nach Palästina und schilderte mit deutlichen Worten die durchaus deftigen Zustände auf den Galeeren. Unter dem einleitenden Hinweis, dass „ein dringendes Bedürfnis eine unerträgliche Last“ sei, beschrieb er …

… auch das Gedränge an den offenen Abtritten im Bug des Schiffes. Dort „warteten dreizehn Leute oder mehr darauf, einen Sitz zu bekommen, und wenn einer zu lange braucht, herrscht nicht Verlegenheit, sondern eher Zorn“.

Da hat es der Pilger der Gegenwart schon deutlich besser, wobei bei der Nachlese der diesjährigen Pfingstwallfahrten ein Vorgang angeführt werden soll, der für mehrere Beteiligte eine deutliche Verlegenheit mit sich brachte.

Am Freitag vor Pfingsten sollten zur Abhilfe bei dringenden Bedürfnissen und zur Vermeidung eines neuzeitlichen Staus am Abtritt wallfahrtsbezogene Mobiltoiletten in den Winhöringer Gemeindebereich transportiert werden.

Dabei fiel ihre Verzurrung auf einem Anhänger etwas mangelhaft aus, so dass sich in einer leichten Kurve eine blaue Box selbständig machte und auf die Gegenfahrbahn stürzte. Durch kollisionsbedingte Totalzerstörung und einhergehende Splitterwirkung kamen dort gleich drei Pkw zu Schaden. Weitere Beeinträchtigungen blieben den Fahrern angesichts der betriebsbedingten Leere im Häusl zum Glück erspart …

Der Gesamtsachschaden in Höhe von etwa 5000 Euro kann abschließend unter Kaiser Vespasians geflügeltes Wort zur Latrinensteuer „pecunia non olet“ – also ‚Geld stinkt nicht‘ – subsumiert werden.

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