Nicht lustig: Mit Tüte voll Böllern durchs Bierzelt

17-Jährigen gefasst - Unser Wiesn-Blaulicht: Gestern Tag eins beim Rosenheimer Herbstfest

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blaulichtUm kurz nach 12 Uhr wurde gestern die fünfte Jahreszeit in Rosenheim eingeläutet und in den beiden Festzelten hieß es wieder „O´zapft is!“ Für die Wiesnwache und die Kollegen der Polizeiinspektion Rosenheim begannen damit wieder 16 lange und fast immer auch ereignisreiche Arbeitstage rund um das Rosenheimer Herbstfest, heißt es heute am Sonntagnachmittag in einer Pressemitteilung. Sonnenschein und große Hitze prägten den Auftakt des Herbstfestes, bei dem die Beamten der Wiesnwache zu allererst hauptsächlich wegen der hochsommerlichen Temperaturen ins Schwitzen kamen …

Die Stimmung bei den zahlreichen Besuchern aus Rosenheim und der Region war prächtig und es entwickelte sich des Öfteren ein entspannter Dialog zwischen Bürgern und „Gesetzeshütern“, frei nach dem Motto „Redn bringt Leid zsamm!“

Mit den abnehmenden Temperaturen am Abend strömten auch mehr Besucher auf die Loretowiese und der gesteigerte Bierkonsum machte sich zu vorgerückter Stunde auch am Einsatzgeschehen bemerkbar. Der ein oder andere Stänkerer wusste sich nicht mehr zu benehmen, es kam zu ein paar Auseinandersetzungen und die ersten „Bierleichen“ wurden gesichtet. Alles in allem waren die Vorkommnisse aber überschaubar und trübten in keinster Weise den positiven Gesamteindruck des ersten Tages. „Gmiatlich, weltoffen und a Stückl Heimat!“ so das Fazit der Polizei.

Das erste Wiesenverbot ging am Samstagabend an einen 17-jährigen aus Bernau, der sich mit einer Plastiktüte voller Silvesterböller durch die Auerhalle bewegte und sich einer Kontrolle durch den Sicherheitsdienst verweigern wollte. Er lief davon und wurde gestellt und musste nicht nur seine Kracher abgeben, sondern darf nun für die kommenden 15 Tage das Festgelände von außen betrachten, so die Polizei.
Sein Schicksal teilen weitere fünf Kameraden, die sich durch ihr kaum vorbildliches Verhalten auf verschiedensten Art und Weise mit einem Wiesenverbot belohnten. So pöbelte zu vorgerückter Stunde ein stark betrunkener 24-jähriger aus Bad Aibling grundlos die Wiesenwache an, und musste daraufhin in Gewahrsam genommen werden. Als er sich nicht beruhigen konnte und die Kollegen auch noch beleidigte, wurde ihm ein Zimmer in der Pension „Ellmaierstraße“ reserviert, die bereits um 23.30 Uhr restlos ausgebucht war.

Drei angetrunkene Jugendliche fühlten sich am Abend besonders stark und einer von ihnen griff einer jungen Dame vor einem Fahrgeschäft an den Hintern. Deren Freund fand das gar nicht lustig und schnappte sich die Übeltäter. Für einen davon, einen 16-jährigen Rosenheimer mit fast zwei Promille, ist die Wiesn damit schon am ersten Tag beendet.

Dass Jugendschutzkontrollen sinnvoll sind verdeutlicht dieses Beispiel eindrucksvoll und wird deshalb von der Polizei seit vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt erfolgreich praktiziert. Grundsätzlich ist es natürlich Sache der Eltern zu entscheiden, wie lange ihre minderjährigen Kinder und Jugendlichen außer Haus bleiben dürfen. Aber in Bierzelten und Biergärten auf dem Herbstfest dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder Erziehungsbeauftragten aufhalten.

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ohne Begleitung lediglich bis 24 Uhr auf der Wiesn sein. Neben der Polizei haben auch die Bedienungen und die Ordnungskräfte in den Schankbetrieben ein Auge auf die jungen Gäste, besonders, was den Konsum von Alkohol betrifft.

Die Polizei abschließend zu gestern, Tag eins auf dem Herbstfest: Dass man sich nach einem Besuch des Herbstfestes besser nicht ans Steuer setzt, dürfte sich wohl mittlerweile rumgesprochen haben. Allerdings offensichtlich nicht bis in das Inntal, denn dorthin wollte ein 33-jähriger Mann fahren, ehe seine Reise im Stadtteil Pang an der Äußeren Münchner Straße mit fast einem Promille beendet war.

 

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