Neue Rettungswache bewährt sich

Rosenheims Rettungszweckverband muss Digital-Funk umsetzen

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lkr_logo_223x236Landkreis – Die Versorgungssicherheit für Notfallpatienten hat sich im Rettungsdienstbereich Rosenheim verbessert. Das wurde in der Verbandsversammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung bekannt am Donnerstag. Die Gründe liegen in der neuen Rettungswache in Feldkirchen-Westerhamm sowie in der Ausweitung der Einsatzzeiten in der Rettungswache Fischbachau. Beide Maßnahmen wurden zum 1. Januar dieses Jahres umgesetzt. 

Man könne schon jetzt erkennen, dass es sinnvoll war, sagte Ronald Zillmer, der Geschäftsführer des Zweckverbands. 

Tatsächlich belegen die Zahlen, dass Rettungssanitäter oder Notärzte bei den meisten Notfällen schneller vor Ort sind. Umgesetzt wurde Anfang des Jahres auch die Ausstattung aller Rettungsfahrzeuge mit einem System zur GPS-Ortung. Die Integrierte Leitstelle wurde dadurch in die Lage versetzt, jederzeit die genauen Standorte der Fahrzeuge erkennen zu können.

Geschäftsführer Zillmer blickte noch einmal auf die Hochwasserkatastrophe Anfang Juni zurück. Die Integrierte Leitstelle in Rosenheim nahm zwischen dem zweiten und fünften Juni fast 6.000 Anrufe entgegen, fast die Hälfte davon innerhalb von 12 Stünden am zweiten Juni. Die Anrufe lösten mehr als 2.900 Einsätze aus. Zillmer lobte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Leitstelle, das sei eine Superleistung gewesen.

An das Hochwasser hatte auch der Verbandsvorsitzende, Rosenheims Landrat Josef Neiderhell, in seiner Begrüßung erinnert. Alle Beteiligten hätten eine unwahrscheinliche Leistung vollbracht. Neiderhell zitierte Minister Marcel Huber, der zu ihm gesagt habe, bei uns sei in aller Ruhe konsequent das richtige gemacht worden.

Neue Rettungsfahrzeuge, so ein Beschluss der Verbandsversammlung, werden zukünftig vorbehaltlich der Zustimmung der Krankenkassen nur noch mit Allradantrieb beschafft. Zum 1. Januar erhält die Geschäftsführung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung zudem personelle Unterstützung. Zu den Aufgaben der neuen Kraft gehört die Beratung von Gemeinden im Vorfeld von Großveranstaltungen.

Die Anzahl der Fahrzeuge für den Krankentransport und deren wöchentliche Vorhaltungsstunden waren in den vergangenen zwei Jahren deutlich reduziert worden. Eine Studie, die im November 2011 vom Institut für Notfallmedizin vorgelegt wurde, kam zu dem Schluss, dass zu viele Fahrzeuge für den Krankentransport bereitstehen. Die Anzahl der wöchentlichen Vorhaltungsstunden wurde von rund 700 auf 580 reduziert. Die weitere Zukunft ist offen. Im Zweckverband will man zunächst abwarten, wie sich die Zahl der jährlichen Krankentransporte entwickelt. 2012 waren es fast 24.000, eine deutliche Steigerung gegenüber den Jahren davor, in denen es jährlich zwischen 21.000 und 22.000 Krankentransporte gab. Um die Fahrzeuge noch effektiver einsetzen zu können, läuft zudem im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbands ein Pilotprojekt Flottenmanagement.

Michael Bayeff-Filloff, einer der vier Ärztlichen Leiter Rettungdienst und seit Sommer dieses Jahres Landesbeauftragter der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst beleuchtete in der Verbandsversammlung einige wichtige gesetzliche Änderungen. So ist die bisher übliche Berechtigung zum Notarztdienst durch die Kassenärztliche Vereinigung Bayern nicht mehr zulässig. Der Gesetzgeber verlangt jetzt ein korrektes Verfahren einschließlich eines Zulassungsausschusses, der bei der Kassenärztlichen Vereinigung angesiedelt ist. Neu sind auch wesentlich höhere Anforderungen an die Ausbildung von Notfallsanitätern. Als Beispiel nannte Bayeff-Filloff die Anzahl der Ausbildungsstunden. Waren es bisher 300 Stunden, die sie in einer Klinik mitarbeiten mussten, sind es zukünftig 700 bis 800 Stunden. Zur zeitlichen Vorgabe, die Ausbildung in drei Jahren zu schaffen, meinte Bayeff-Filloff, das sei ein sportliches Ziel.

Derzeit geschult werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle. Sie sollen in Zukunft Anrufer so anleiten können, damit diese bei einem Notfallpatienten bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte eine richtige Beatmung oder Herzdruckmassage durchführen können.

Als neue Aufgabe wird den Zweckverband in den nächsten Jahren die Einführung des behördlichen Digitalfunks beschäftigen. Ein schwieriges Thema, so Landrat Neiderhell, alle Zeitvorgaben waren bisher nicht einzuhalten. Nach Auskunft von Geschäftsführer Zillmer und seinem Stellvertreter Stefan Forstmeier wird eine Projektleitung eingerichtet, der mehrere Arbeitsgruppen zuarbeiten. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Beschaffung der Funkgeräte, die Durchführung des Probebetriebs, die Schulung der Einsatzkräfte und die Schaffung der technischen Voraussetzungen in der Integrierten Leitstelle.

Forstmeier wies ausdrücklich darauf hin, dass die Arbeit des Zweckverbands nichts mit der Standortsuche nach Funkmasten und der Netzabdeckung zu tun habe. Anfang kommenden Jahres will die Verbandsversammlung die Details der Umsetzung der Digitalfunkeinführung in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach sowie in der kreisfreien Stadt Rosenheim besprechen und beschließen. Die Zeit drängt hier, denn Ende 2015 will das Bayerische Innenministerium den erweiterten Probebetrieb starten.

 

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