Minderjährige als Dealer angeheuert …

... und auch an Jugendliche Drogen verkauft? Sieben Festnahmen bei Groß-Razzia

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Ein heftiger Schlag gegen die Drogenszene gelang der Polizei in den vergangenen zwei Wochen: Eine beträchtliche Anzahl an sichergestellten Betäubungsmitteln, etliche Festnahmen sowie zahlreiche Ermittlungsverfahren waren das Ergebnis verstärkter, zielgerichteter Kontrollen im örtlichen Rauschgift-Milieu im Stadtgebiet Waldkraiburg. Bei den Razzien durch polizeiliche Zusammenarbeit aus Traunstein, Waldkraiburg und Mühldorf wurde auch ein Drogenlabor aufgedeckt …

In dem zweiwöchigen Zeitraum wurden durch die eingesetzten Beamten aufgrund der zahlreichen Kontrollen, aber auch durch im Anschluss folgende Ermittlungen und Vernehmungen insgesamt 21 polizeiliche Ermittlungsverfahren mit teils mehreren Tatverdächdigen und über 170 Einzeltaten eingeleitet. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird gegen 11 Tatverdächtige der Vorwurf des Handels mit Betäubungsmitteln – teils in nicht geringer Menge – in bislang mindestens 71 Einzelfällen erhoben.

Sieben Tatverdächtige, gegen welche wegen Verbrechens-Tatbeständen ermittelt wird, wurden im Rahmen der Ermittlungen vorläufig festgenommen. Gegen fünf von ihnen wurde durch den zuständigen Ermittlungsrichter die Untersuchungshaft angeordnet. Diese haben im Falle einer Verurteilung mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen. Negativ hervorzuheben ist, dass sich bei drei Tatverdächtigen der Verdacht ergab, Betäubungsmittel an Minderjährige verkauft zu haben.

Insgesamt wurden polizeiliche Ermittlungen gegen 21 männliche und eine weibliche Tatverdächtige in einem Altersspektrum von 15 bis 33 Jahre eingeleitet.

Der Anteil der jugendlichen Tatverdächtigen (unter 18 Jahren) im Vergleich zum Vorjahr etwa um die Hälfte von rund 40 Prozent auf knapp über 20 Prozent gesunken ist.

Dies lässt darauf schließen, dass einige Jugendliche auch aufgrund der verstärkten Kontrolltätigkeiten aus dem vergangenen Jahr nachhaltig sensibilisiert werden konnten. Ein scheinbar unbelehrbarer 15-jähriger Tatverdächtiger, gegen welchen bereits im Jahr 2016 ermittelt wurde, geriet jedoch leider auch dieses Jahr gleich zwei Mal in den Fokus der Ermittler.

Aus oben bezeichneten Ermittlungsverfahren resultierte eine beachtliche Anzahl an sichergestellten Betäubungsmitteln. So konnten im Rahmen der Kontrollen, sowie der zahlreichen, auf richterlichen Beschluss hin durchgeführten Wohnungsdurchsuchungen insgesamt knapp 900 Gramm Marihuana, rund drei Kilogramm Cannabis-Samen, knapp über 200 Gramm neue psychoaktive Stoffe (vermeintlich legale „Kräuter-Mischungen“), geringere Mengen an Amphetamin sowie zahlreiche Mobiltelefone sichergestellt werden. Zudem wurde auf Weisung der Staatsanwaltschaft ein Geldbetrag in mittlerer dreistelliger Höhe beschlagnahmt, bei welchem es sich um vermeintliches Drogengeld handelt.

Aufgrund der umfangreichen Kontrolltätigkeiten konnten durch die eingesetzten Kräfte auch mehrere Straftaten aufgedeckt werden, welche nicht dem Betäubungsmittel-Bereich zuzurechnen sind. So konnte bei einem Tatverdächtigen ein Schlagring aufgefunden und sichergestellt werden. Der 31-Jährige muss sich nun wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz strafrechtlich verantworten. Zudem wurde im Verlauf der Kontrollen bei einem 28-jährigen Fahrzeuglenker ein erhöhter Alkoholwert festgestellt. Den Beschuldigten erwartet nun ein Strafverfahren und ein Sperrvermerk in seiner Fahrerlaubnis.

Abschließend kann angemerkt werden, dass aufgrund nun anstehender Ermittlungsarbeit und Vernehmungen weitere Tatverdächtige ermittelt werden können. Aufgrund der beträchtlichen Anzahl an eingeleiteten Ermittlungsverfahren kann die zweiwöchige Kontrollaktion durchaus als erfolgreicher Schritt gegen die örtliche Betäubungsmittel-Szene gewertet werden. Neben nicht unerheblichen Geldstrafen haben einige Tatverdächtige eine empfindliche Freiheitsstrafe zu befürchten.

Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen konnte am vergangenen Mittwoch auch ein Drogenlabor aufgedeckt werden:

Vier 24 bis 31 Jahre alte Deutsche stellten in einem chemisch aufwendigen Verfahren größere Mengen an vermeintlich legalen Kräuter-Mischungen (sogenannte „Legal Highs“) her, um sie anschließend zu verkaufen. Zusätzlich wurde durch die Beschuldigten gemeinschaftlich eine große Menge Marihuana angebaut und verkauft. Bei der Durchsuchung des als Labor dienenden Anwesens konnten im Wesentlichen beträchtliche Mengen an Marihuana, Cannabis-Samen, Kräuter-Mischungen, sowie Chemikalien zu deren Herstellung beschlagnahmt werden. Gegen die vier Tatverdächtigen wurde Haft-Antrag durch die Staatsanwaltschaft gestellt. Anschließend erging durch den zuständigen Ermittlungsrichter jeweils ein Untersuchungs-Haftbefehl. Die vier Waldkraiburger haben im Falle einer Verurteilung mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren zu rechnen.

Durch Wohnungsdurchsuchungen und umfangreiche Ermittlungen konnten drei Drogendealer festgenommen werden, die unter anderem Minderjährige als zusätzliche Verkäufer angeheuert hatten.

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