Massenflucht vor der Armut im Kosovo

Ohne Chance auf Asyl - Dra­ma­ti­sche Aus­rei­se­wel­le erreicht den Landkreis

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PolizeieinsatzAn­ge­sichts einer dra­ma­ti­schen Aus­rei­se­wel­le aus dem Ko­so­vo schlägt die deut­sche Bot­schaft in Pris­ti­na Alarm! Und auch der Landkreis verspürt seit dem Wochenende eine stark erhöhte Anzahl illegal Einreisender aus dem Kosovo, das meldet die Bundespolizei seit Sonntag. Der aktuellste Fall: Am gestrigen Dienstag haben Landes- und Bundespolizei zahlreiche illegal eingereiste Kosovaren im Rosenheimer Stadtgebiet in Gewahrsam genommen. Fahndern fielen auf der B15 …

… am südlichen Stadtrand Rosenheims zwei Fahrzeuge auf. Ein Pkw mit ungarischen Kennzeichen folgte einem in Deutschland zugelassenen Wagen mit geringem Abstand. Als die Beamten die Autos stoppen wollten, beschleunigte der vorausfahrende Fahrzeugführer und fuhr in Richtung Autobahn davon. In dem zurückgebliebenen Pkw befanden sich vier Männer. Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt in Deutschland hatten sie nicht.

Eine zweite Streife der Bundespolizei konnte den flüchtigen Wagen am Irschenberg feststellen. Der kontrollierte Insasse konnte sich mit serbischen Dokumenten ausweisen. Nach ersten Ermittlungen kommt der 40-Jährige als Schleuser der vier unerlaubt eingereisten Kosovaren in Frage. Auf richterliche Anordnung hin wurde er noch am selben Tag in ein Münchner Gefängnis eingeliefert. Die Geschleusten im Alter von 18 bis 27 Jahren konnten keine Gründe aufzeigen, die auf ein Schutzbedürfnis hindeuteten. Sie mussten das Land wieder verlassen.

In der Kufsteiner Straße unterzogen Beamte der Rosenheimer Polizei auf Höhe eines Schnellrestaurants fünf Personen einer Kontrolle. Wie sich schnell herausstellte, handelte es sich um eine fünfköpfige kosovarische Gruppe, die von einem Ungarn nach Deutschland gefahren worden war. Der Verkehrspolizei gelang es wenig später, den gesuchten mutmaßlichen Schleuser auf der A 8 in Fahrtrichtung Salzburg zu stoppen. Während die unerlaubt eingereiste kosovarische Familie an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitet wurde, musste ihr 52-jähriger Fahrer in Traunstein die Untersuchungshaft antreten.

Ebenfalls in der Kufsteiner Straße stießen Polizeibeamte auf neun Kosovaren. Ein aufmerksamer Bürger hatte die Polizei telefonisch über die neunköpfige Gruppe informiert. Keiner der neun verfügte über die erforderlichen Aufenthaltspapiere. Die unerlaubt Eingereisten stellten Schutzersuchen. Sie wurden an die zuständige Flüchtlingsstelle weitergeleitet. Die Bundespolizei geht davon aus, dass auch in diesem Fall ein Schleuser die Beförderung gegen Bezahlung vorgenommen hatte. Die Ermittlungen dauern an.

Bereits am Wochenende war eine Gruppe mit über 60 Kosovaren aufgefunden worden.

 

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