Lebensgefahr für Flüchtlinge: Hecktür sprang auf

Bei Fahrt neun Stunden lang dicht gedrängt in Transporter gestanden

image_pdfimage_print

bereitschaftDie Rosenheimer Bundespolizei hat gestern einen mutmaßlichen Schleuser ins Gefängnis eingeliefert. Der Mann wird beschuldigt, 31 Afghanen auf der Ladefläche eines Transporters nach Deutschland befördert zu haben. Nach Angaben der Geschleusten hätte das beinahe ein schlimmes Ende genommen, da während der Fahrt plötzlich die Hecktür aufsprang und einige von ihnen auf die Autobahn zu fallen drohten. In Raubling konnten Schleierfahnder den deutschen Fahrer stoppen …

Die Polizisten reagierten auf einen Zeugenhinweis, wonach am Raublinger Ortseingang zahlreiche Personen aus einem geschlossenen Kastenwagen mit ungarischen Kennzeichen gesprungen wären. Den Beamten gelang es, das beschriebene Fahrzeug auf der B15 anzuhalten. Am Steuer des Transporters saß ein 26-jähriger Deutscher. Der zeigte sich während der anschließenden Vernehmung bei der Bundespolizei wenig auskunftsfreudig und wollte keine näheren Angaben zum Schleusungsvorwurf machen. Auf richterliche Anordnung hin wurde er zur Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Im Ortsbereich nahm die Polizeiinspektion Fahndung insgesamt 31 afghanische Staatsangehörige in Gewahrsam. Diese hatten keine Papiere für die Einreise oder den Aufenthalt in der Bundesrepublik dabei. Die unerlaubt Eingereisten berichteten, dass sie in Athen mit Gewalt in den Transporter regelrecht hineingequetscht worden wären. Während der fast neunstündigen Fahrt mussten alle dicht aneinandergedrängt stehen, da es zum Sitzen keinen Platz gegeben hätte.

Eine Schrecksekunde habe es während der Autobahnfahrt gegeben, als sich die hintere Fahrzeugtür unvermittelt öffnete und mehrere Personen beinahe von der Ladefläche gefallen wären. Erst nach einiger Zeit habe der Fahrer angehalten und die Türe wieder zugedrückt. Trotz aller Unannehmlichkeiten und der Gefahren habe die Schleusung von Griechenland nach Deutschland pro Person bis zu 2.000 Euro gekostet.

Über das Wochenende verteilt hat die Rosenheimer Bundespolizei sechs mutmaßliche Schleuser angezeigt und insgesamt rund 770 illegale Grenzübertritte verzeichnet. Allein heute am Montagmorgen befanden sich etwa 200 unerlaubt eingereiste Personen in der Dienststelle der Bundespolizeiinspektion Rosenheim.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.