Landrat sprach persönlich mit Asylbewerbern

Nach Protestaktion von sechs Männern - An Bushaltestelle geschlafen

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dillerSie hatten aus Protest an der Bushaltestelle vor dem Raublinger Gymnasium geschlafen: Die Unzufriedenheit und die mehrtägige Aktion von sechs Asylbewerbern gegen die Unterbringung in der Sporthalle in Raubling hat Landrat Wolfgang Berthaler veranlasst, zusammen mit einigen Mitarbeitern, das direkte Gespräch mit den Asylbewerbern zu suchen. Den Flüchtlingen wurde deutlich gemacht, dass das Einhalten von Regeln Vorteile bei der Verlegung in Wohnungen oder Pensionen bringen kann. Sowohl der Landrat, als auch der zuständige Abteilungsleiter im Landratsamt Rosenheim, Dr. Manuel Diller (unser Foto), erklärten, dass dieser Protest …

… keine Vorteile bringen werden. Im Gegenteil, die Beteiligten werden länger als andere in der Halle bleiben müssen, heißt es heute am Spätnachmittag in einer Presseerklärung aus dem Landratsamt.

Deutschland werde heuer 500.000 Asylbewerber aufnehmen, machte Berthaler deutlich. Weil es für so viele keine Unterkünfte gebe, würden in ganz Oberbayern Turnhallen belegt, ertklärte er.

Dr. Diller stellte den rund 80 anwesenden Flüchtlingen, auch mit Hilfe eines Entwurfes, die geplanten Container vor. 48 werden pro Container untergebracht, meist in Zimmern für zwei Personen. Es wird aber auch Vier- Personen-Zimmer für Familien und Frauen mit Kindern geben. Sollten vor der Fertigstellung der Container Mitte September Wohnungen zur Verfügung stehen, können Asylbewerber aus der Sporthalle dorthin umziehen. Auch hier machte Dr. Diller deutlich, dass diejenigen bevorzugt werden, die sich an die Hausregeln halten.

Um dem Problem Langeweile Herr zu werden, stehen die Sportmöglichkeiten während der Schulzeit ab 14 Uhr sowie in den Sommerferien noch umfassender zur Verfügung. Zudem will der Landkreis versuchen, mehr Fahrräder zu organisieren und Bücher zu besorgen.

Die Verpflegung soll vielfältiger werden, auch zwischen den Mahlzeiten soll Obst zur Verfügung stehen. Anfang August wird das nächste Mal Geld ausbezahlt. Die 183 Euro pro Personen müssen einen Monat reichen. Für die Kosten von Smartphones, Bekleidung oder Zugtickets muss jeder Asylbewerber selbst aufkommen. Wenn ein Asylbewerber einen Termin im Landratsamt hat, wird die Bahnfahrkarte von Raubling nach Rosenheim und zurück gestellt.

Dr. Diller kündigte eine gründliche Reinigung des Wohnbereichs in der Halle an. Anschließend ist jeder für die Sauberkeit in seinem Bereich verantwortlich. Jeden Freitag besteht die Möglichkeit, die Bettwäsche zum Waschen zu geben.

Dr. Diller informierte die anwesenden Asylbewerber zudem über Arbeitsmöglichkeiten. Bereits nach drei Monaten kann Arbeit beantragt werden, wenn ein Arbeitgeber gefunden wird und kein Deutscher diese Arbeit machen kann. Nach 15 Monaten ist jede Arbeit möglich, allerdings muss der Arbeitgeber den gleichen Lohn wie bei einem deutschen Arbeitnehmer zahlen. Eine Ausbildung ist grundsätzlich möglich, hier ist die deutsche Sprache aber eine unbedingte Voraussetzung.

Abschließend wurden die Asylbewerber aufgefordert, nach Nationalitäten Gruppensprecher zu wählen, damit zukünftig Informationen über das Hallenmanagement an die Gruppensprecher weitergegeben werden können.

In der Versammlung wurden sämtliche Redebeiträge von Dolmetschern in Englisch, Französisch, Afghanisch und Arabisch übersetzt. Die Hausordnung ist in sechs Sprachen ausgehängt.

 

 

 

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