Junger Somalier wehrt sich gegen das Scannen

Route über den Sudan, Ägypten und das Mittelmeer - Gestern 110 Personen ohne Papiere

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bundespolizeiEin 15-Jähriger aus Somalia hat sich gestern bei der Rosenheimer Bundespolizei gewaltsam gegen das Scannen seiner Fingerabdrücke gewehrt. Der Jugendliche war so aufgebracht, dass er sogar auf die Beamten eintrat. das meldet das Polizeipräsidium heute am Donnerstagnachmittag. Der Jugendliche war kurz zuvor mit 19 anderen afrikanischen Migranten in einem Fernverkehrszug kontrolliert worden. Insgesamt hat die Bundespolizei Rosenheim am Mittwoch 110 Personen ohne Papiere innerhalb von 24 Stunden festgestellt.

Der junge Somalier war in den Abendstunden im EuroCity aus Italien in Gewahrsam genommen worden. Keiner seiner Begleiter aus Eritrea, Nigeria oder Somalia war mit ihm verwandt oder näher bekannt. Der unbegleitete Minderjährige erklärte, dass seine Verwandten in der Heimat 6.000 Dollar zusammengelegt hätten, damit er seine Schleuser etappenweise bezahlen konnte.

Über den Sudan, Ägypten und das Mittelmeer sei er nach Europa gekommen. Eigentlich wollte er nach Finnland, weil er gehört habe, dass dort Freunde von ihm leben würden. Ein Unbekannter habe ihm angeblich geraten, in Deutschland keine Fingerabdrücke abzugeben.

Als die Bundespolizisten in der Rosenheimer Dienststelle die erkennungsdienstlichen Maßnahmen durchführen wollten, sperrte sich der Jugendliche deshalb zunächst. Alles gute Zureden half offenbar nichts. Schließlich schlug er um sich, beschädigte den Fingerabdruck-Scanner und trat auf die Beamten ein. Es dauerte einige Zeit, bis er sich wieder beruhigt hatte. Nach nochmaliger Erläuterung war er dann doch bereit, seine Fingerabdrücke abzugeben. Anschließend konnte er der Obhut des Kreisjugendamtes anvertraut werden.

 

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