Jungem Schleuser Monatsgehalt versprochen

Polizei stoppte Auto mit acht Männern - Fahrer in U-Haft genommen

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FOLGEN_POLIZEIDie Bundespolizei hat gestern einen rumänischen Staatsangehörigen verhaftet. Er wird beschuldigt, mit einem Pkw sieben Personen eingeschleust zu haben. Offenbar stellten die Hintermänner selbst für einen Autokauf das erforderliche Geld zur Verfügung. Der arbeitslose Rumäne sollte für seine Bereitschaft, auch künftig für solche Fahrten zur Verfügung zu stehen, sogar ein Monatsgehalt ausbezahlt bekommen. Auf Höhe Bad Aibling hatten die Fahnder der Rosenheimer Bundespolizei den voll besetzten Wagen aus dem Verkehr gezogen …

In dem Auto befanden sich insgesamt acht Männer. Im Gegensatz zu dem rumänischen Fahrzeugführer konnten die Mitfahrer nicht die erforderlichen Einreise- und Aufenthaltspapiere vorzeigen. Zwei von ihnen versuchten vergeblich, die Beamten mit gefälschten Ausweisen über ihre eigentliche Identität zu täuschen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um Syrer im Alter von 26 bis 37 Jahren.

Einer von ihnen berichtete, dass er zunächst auf dem Landweg von Syrien bis nach Griechenland unterwegs war. Anschließend sei er mit einem Boot nach Italien geschleust worden. Das eigentliche Reiseziel sei Dortmund gewesen. Für die letzte Etappe, die in Mailand begann, hätte jeder von ihnen vor Fahrtantritt 250 Euro und nach Ankunft nochmals 250 Euro an den Fahrer zahlen müssen. Die Sieben wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitetet.

Der 27-jährige Fahrer gestand den Ermittlern der Bundespolizei gegenüber ein, dass er von Anfang an von einer illegalen Tour ausgegangen sei. Schließlich hätten ihm die Hintermänner, die ihn für diese Fahrt angeworben hatten, nicht nur 1.700 Euro für den Kauf des Fahrzeugs gegeben, sondern auch noch eine monatliche Entlohnung in Höhe von 1.000 Euro für künftige Mitnahmen versprochen.

Der Arbeitslose habe sich trotz einiger Bedenken angesichts der in Aussicht stehenden Bezahlung zu dieser Fahrt hinreißen lassen. Statt einer festen Anstellung bei einer Schleuserorganisation musste er nun auf richterliche Anordnung hin mit der Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt Vorlieb nehmen.

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