Inntal, Chiemsee, Kaisergebirge, Mangfalltal

Euregio: Mit neuen Projekten auch zukünftig die europäische Idee fördern

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euregioLandkreis – Mit neuen Projekten will die Euregio Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal auch in Zukunft das Miteinander diesseits und jenseits der Landesgrenze fördern. Auf der Generalversammlung in Kufstein wurden jetzt die Schwerpunkte des bis 2020 laufenden neuen Interreg Förderprogramms Österreich-Bayern vorgestellt. Aber auch mit den Projekten des vergangenen Jahres kann sich die Euregio sehen lassen. „Wir sind vielfältig unterwegs“, sagte Euregio-Präsident Hubert Wildgruber …

… in seiner Begrüßung, hauptberuflich ist er Bürgermeister in Oberaudorf. Als neues Mitglied im Vorstand stellte Wildgruber Dr. Christoph Platzgummer vor. Der neue Bezirkshauptmann von Kufstein folgte auf seinen Amtsvorgänger Dr. Christian Bidner. Ein neues Gesicht gibt es zudem in der Verwaltung der Euregio Inntal. Seit Februar dieses Jahres führt Esther Jennings die Geschäfte des Vereins. Wir sind ein schlagkräftiges Team, lobte Präsident Wildgruber.

Die Euregio Inntal wird auch in Zukunft eine wesentliche Rolle in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einnehmen. Groß- und Kleinprojekte sollen unterstützt und umgesetzt werden. Das wichtigste Instrument ist das Förderprogramm Interreg Österreich-Bayern. Für die neue Förderperiode bis 2020 setzt die Europäische Union aber auf veränderte Schwerpunkte.

Wie Geschäftsführerin Jennings ausführte, sollen Forschung und Entwicklung in den Bereichen Hochschulen und Unternehmen auf- und ausgebaut werden. Weitere Zielsetzungen sind eine grenzüberschreitende touristische Entwicklung sowie eine Verbesserung der biologischen Vielfalt durch grenzüberschreitende Managementstrukturen von Schutzgebieten aller Art. Die Vernetzung ist wichtig, sagte Jennings, um den Aufbau von Parallelstrukturen zu vermeiden. Darüber hinaus lassen sich über Interreg auch weiterhin grenzüberschreitende Initiativen und Projekte fördern. Erfreulich ist, dass die Europäische Union die Förderquote erhöhte und zwar auf bis zu 75 Prozent. Im Bereich grenzüberschreitenden Forschung und Entwicklung können es sogar bis zu 85 Prozent sein. Esther Jennings bot an, bei Interesse mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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Auf unserem Foto die neue Geschäftsführerin Esther Jennings, eingerahmt von Euregio Vizepräsident Professor Walter J. Mayr und Präsident Hubert Wildgruber.

Zu den erfolgreichen Projekten im vergangenen Jahr gehört unter anderem die Euregio Schulmesse in der Neuen Mittelschule in Kufstein. Rund 140 Schülerinnen und Schüler von 18 Schulen nutzten die Messe als Plattform, um eigene Projekte zu präsentieren. Ziel der Initiatoren ist es, dass sich die Stärken der einzelnen Schulen in nachhaltigen Kooperationen weiterentwickeln. Im kommenden Jahr soll die Schulmesse in Rosenheim stattfinden.

Das Euregio Projekt „Gemeinsam lernen – Zukunft gestalten“ von vier Schulen aus Kufstein und Rosenheim erhielt sogar eine Auszeichnung. Je 15 Schülerinnen und Schüler aus den beiden Schulstädten beschäftigten sich in einem viertägigen Workshop mit der Konstruktion von Robotern und der Erprobung deren praktischen Fähigkeiten. Vom Bayerischen Kultusministerium gab es dafür den MINT-Preis 2014 für die Johann-Rieder-Realschule in Rosenheim.

Weniger erfolgreich verlief bisher die Entwicklung einer eigenen Hagelabwehr für die Bezirke Kufstein und Kitzbühel. Wie der Vizepräsident der Euregio Inntal, Professor Walter J. Mayr einräumte, wollen sich nur 20 der 50 Gemeinden in beiden Bezirken an der Hagelabwehr beteiligen. Die Hoffnung hat Mayr aber noch nicht aufgegeben:

„Ich glaube schon, dass es auf Sicht gelingt, ein Flugzeug anzuschaffen. Geplant war, für 250.000 Euro eines der beiden Flugzeuge der Rosenheimer Hagelabwehr zu kaufen. Um den Kaufpreis und die jährlichen Betriebskosten von 40.000 bis 60.000 Euro zu stemmen, ist aber die Beteiligung aller 50 Gemeinden notwendig. Alternativ könnten auch Zuschüsse von anderer Seite, beispielsweise von Versicherungen den Betrieb einer eigenen Hagelabwehr für die beiden Tiroler Bezirke ermöglichen.“ Derzeit fliegen die Piloten der Rosenheimer Hagelabwehr bei Bedarf und wenn Zeit ist in den Tiroler Luftraum um Wolken mit Silberjodid zu impfen. In diesem Jahr flogen sie bisher zehn Einsätze über Kufstein und Kitzbühel. Daran wird sich nichts ändern, wie der Vorsitzende des Rosenheimer Hagelforschungsvereins Josef Huber zusagte.

Die Trassensuche für eine zweigleisige Neubaustrecke zwischen der Gemeinde Langkampfen in Tirol und dem bayerischen Inntaldreieck nimmt sprichwörtlich Fahrt auf. Noch in diesem Jahr werden die lokalen Foren gegründet, in denen sich Vertreter der Bürgerinnen und Bürger der Inntalgemeinden an der Trassenfindung beteiligen können. Über den Vortrag von Susanne Müller von der Deutschen Bahn und Martin Gradnitzer von der Österreichischen Bundesbahn berichten wir gesondert.

 

 

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