Hand ragte aus Lkw-Auflieger

Fahrer aus Bosnien-Herzegowina alarmierte über Chef die Polizei in Rosenheim

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bundespolizeiEin Lkw-Fahrer ist aus allen Wolken gefallen, als er bemerkte, dass am oberen Planenende seines Aufliegers eine Hand herausragte. Der 37-jährige Berufskraftfahrer alarmierte die Polizei. Als die Beamten die Ladefläche an der Tank- und Rastanlage Holzkirchen Nord (A 8) öffnen ließen, kamen sechs Personen zum Vorschein, die auf den Paletten kauerten. Die eingeschaltete Bundespolizei ermittelt wegen Einschleusens von Ausländern.

Neben diesem Fall hat die Bundespolizeiinspektion Rosenheim von Freitag bis zum gestrigen Sonntag drei weitere Schleusungen entdeckt und insgesamt rund 170 Migranten registriert.

Bei den Geschleusten auf der Ladefläche handelt es sich eigenen Angaben zufolge um fünf Afghanen und einen Pakistaner. Papiere führte keiner von ihnen mit. Sie erklärten, dass sie für die Schleusung pro Person 500 Euro zahlen mussten. Wo sie auf die Ladefläche gestiegen wären, hätten sie nicht sehen können, da ihnen die Schlepper zuvor die Augen verbunden hätten.

Der Lkw-Fahrer, der aus Bosnien-Herzegowina stammt, erklärte, dass er sich nicht vorstellen könne, wann sich die „blinden Passagiere“ dazu geschmuggelt hätten. Er habe den Sattelzug über Kroatien, Slowenien und Österreich bis Deutschland gefahren

Nach jeder der eingelegten Pausen habe er sowohl den Auflieger, als auch die Verplombung kontrolliert. Alles sei stets in Ordnung gewesen. Als er am Freitagabend in der Rastanlage an der A 8 die Hand gesehen hatte, telefonierte er unverzüglich mit seinem deutschsprachigen Chef, so dass dieser die Polizei rufen konnte. Laut Bundespolizei deuten erste Anzeichen auf eine nachträgliche Manipulation der Zollplombe hin.

Im weiteren Verlauf des Wochenendes beendeten die Beamten der Rosenheimer Bundespolizei drei weitere Schleusungen. An der Kontrollstelle bei Schwarzbach auf der A 8 nahmen sie einen 28-jährigen Russen fest, der mit seinem Pkw zwei Landsmänner illegal über die Grenze gebracht hatte.

Bei Grenzkontrollen auf der A 93 bei Kiefersfelden nahmen die Bundespolizisten einen 25-jährigen Deutschen fest, der mit seinem Wagen drei Iraker ohne Papiere beförderte. Bereits am Salzburger Bahnhof stoppten die Beamten im Rahmen der vorgelagerten Grenzkontrollen einen 27-jährigen Iraker der offenkundig die Zugfahrt von drei ausweislosen Landsleuten nach Deutschland organisiert hatte.

Von den zwischen Freitag und Sonntag festgestellten rund 170 Migranten wurde fast der Hälfte die Einreise verweigert. Wie sich herausstellte, waren die etwa 80 Personen nicht an Schutz oder Asyl in der Bundesrepublik interessiert – beziehungsweise bereits in einem anderen europäischen Land registriert.

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