Gewaltbeziehungen unter der Lupe

Sozialwissenschaftlerin hält Vortrag am RoMed-Klinikum

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VictimRosenheim – Im Rahmen der Wanderausstellung „Blick dahinter – Häusliche Gewalt gegen Frauen“ hält Petra Hafele, Dipl. Soz. Wiss. Psychotraumatologie,  einen Fachvortrag zum Thema „Das Trauma der häuslichen Gewalt – Warum bleiben Frauen in Gewaltbeziehungen?“. Der Vortrag findet am Mittwoch, 12. Februar, um 18 Uhr im Konferenzraum des RoMed-Klinikums Rosenheim statt und ist als medizinische Fortbildung anerkannt.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen zählen zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen in der Welt. Rund 25 % der in Deutschland lebenden Frauen haben unterschiedliche Formen der Gewalt in Beziehungen bzw. der Familie erlebt.

Diese Misshandlungen und Vergewaltigungen verletzen Körper und Seele schwer und gehen einher mit einem totalen Kontrollverlust über das eigenständige Selbst. Um die Kontrolle wieder zu erlangen, suchen Opfer häufig im eigenen Verhalten nach Gründen für die erfahrene Gewalt und passen ihr Verhalten dem des Täters an (Stockholm-Syndrom). Diese überlebenswichtigen Anpassungsstrategien können zu einem festen und destruktiven Bindungsmuster werden, auf das die Umwelt oft mit Unverständnis reagiert. Verwandte, Freunde, Bekannte, aber auch Fachstellen wollen helfen, merken aber, dass die Frauen nicht immer das tun, was alle als selbstverständlich annehmen. Frust und Ärger sind oft die Folgen, im schlimmsten Fall die Weigerung weiterhin zu unterstützen. Die Dipl. Soz. Wiss. Petra Hafele erklärt in ihrem Vortrag dieses Verhalten von Frauen und gibt Anregungen, wie Beteiligte damit umgehen können.

Nach dem Vortrag steht Hafele für Fragen gerne zur Verfügung. Aber auch Beratungsstellen aus Rosenheim nehmen teil und informieren über Hilfsangebote für Opfer und Täter. Die Veranstaltung ist als medizinische Fortbildung anerkannt.

 

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