Gemeinsam gegen die Gefahr einer Lawine

Landrat Berthaler: Hohe Verantwortung der Kameraden der Kommissionen

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sprengungEinmal im Jahr treffen sich die drei ehrenamtlichen Lawinenkommissionen des Landkreises Rosenheim um Bilanz zu ziehen. Vor allem am Wendelstein waren im vergangenen Winter zahlreiche Sprengungen notwendig, um eine Lawinengefahr zu vermeiden. Zudem wurde auf der Kampenwand gesprengt. Am Wendelstein war es an 43 Tagen möglich, an der Ostabfahrt Ski zu fahren. Zum Vergleich, im Jahr zuvor, im Winter 2013/2014 gab es mangels Schnee überhaupt keinen Skibetrieb. Im vergangenen Januar war die Ostabfahrt zum Teil wegen Schneemangel, zum Teil wegen Lawinengefahr gesperrt geblieben. Die 43 Skitage verteilen sich auf den Zeitraum vom 31. Januar bis zum 23. März 2015. Wie der Obmann der Lawinenkommission …

… Brannenburg Hans Vogt berichtete, wurden in der Skiabfahrt Ost 27 Sprengungen und an der Strecke der Zahnradbahn 71 Sprengungen durchgeführt. Dabei wurden 490 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt. Vogt erwähnte besonders die Wetterstation im Soin, die sich bei der Beurteilung der Lawinengefahr sehr gut bewährte.

Ohne Sprengungen kam die Lawinenkommission Oberaudorf-Kiefersfelden aus. Wie deren Obmann Hans Berger erläuterte, sorgten die Schneefälle in der letzten Dezemberwoche 2014 im Bereich der Mühlauerstraße für kleinere Lockerschneelawinen. Nach einem Wetterumschwung mit Warmluft und Regen gingen im Januar noch zwei Gleitschneelawinen ab.

Eine Gefahr ging von ihnen nicht aus, weil die Gemeinde Kiefersfelden die Mühlauerstraße wegen der Gefahr eines möglichen Steinschlags den Winter über gesperrt hatte. Im Bereich der Gemeindestraße Waldkopf – Grafenherberg lösten sich nach Schneefällen vereinzelt kleine Lockerschneelawinen. Auch sie stellten keine Gefahr für die Straße dar.

Gleiches galt für einzelne Lockerschneelawinen in den Skiabfahrten Rossengasse, Schönaueralmen und Skiweg unteres Traithenkar. Auch die alljährlich wiederkehrenden nassen Bodenlawinen im Bereich Brünnstein, Trainsjoch, Traithen und Wildalpjoch richteten keine Schäden an.

An der Kampenwand musste die Lawinenkommission Aschau an vier Tagen sprengen. An insgesamt 13 Sprengstellen wurden über 100 Kilogramm Ladin verbraucht, berichtete Obmann Rudi Angermaier. Nach einem frühen Wintereinbruch im Oktober setzte sich schönes Herbstwetter durch, das bis Weihnachten anhielt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag begann es zu schneien. Am 29. Dezember konnte die Kampenwandbahn den Skibetrieb mit allen Liften aufnehmen. Ende März wurde er wieder eingestellt.

Dieser frühe Wintereinbruch im Oktober war auch für Hans Konetschny, den Leiter der Lawinenwarnzentrale Bayern, ein Thema. Während dieser frühe Schnee in den bayerischen Alpen fast vollständig abschmolz, blieb er auf den höheren Bergen in anderen Alpenstaaten zum Teil liegen. Diese unterste Schneeschicht löste im Laufe des Winters immer wieder Lawinen aus. In Österreich und der Schweiz starben jeweils mehr als 30 Menschen durch Lawinen. In Bayern gab es sieben Lawinenunfälle mit Verschütteten. Konetschny war sich sicher, dass es Tote gegeben hätte, wenn die Kameradenhilfe nicht funktioniert hätte. Die Verschütteten wurden in allen Fällen sofort ausgegraben.

Von Landrat Wolfgang Berthaler und der für die Lawinenkommissionen zuständigen Abteilungsleiterin im Rosenheimer Landratsamt Bettina Bauer gab es ein herzliches Dankeschön. Der Landrat sprach von einer hohen Verantwortung und nicht immer ganz leichten Aufgaben.

Foto: Lawinenkommission

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