Forum „Passivhaushandwerker“

Am Freitag, 4. April, an der Hochschule Rosenheim

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Immobilie Haus Eigenheim 3DIn Zusammenarbeit mit der Hochschule Rosenheim und dem Passivhausinstitut veranstaltet der Passivhauskreis Rosenheim/Traunstein am Freitag, 4. April, von 13 bis 19 Uhr das Forum „Passivhaushandwerker“ in der Hochschule Rosenheim (S-Gebäude, Raum 1.01). Kompetente Fachleute berichten über Neues zum energieeffizienten Bauen und Sanieren im Passivhausstandard. Lüftungstechnik im Passivhaus sowie die richtigen Passivhausfenster werden ebenso thematisiert wie Haustechnik im Praxiseinsatz.

Dr. Wolfgang Feist, Gründer des Passivhausinstituts Darmstadt, ist persönlich anwesend und informiert über „Passivhaushandwerker und die eingesparte Kilowattstunde“. „Obwohl jeder über Energiewende spricht, hat die ´eingesparte Kilowattstunde` keine Lobby“, bedauert Franz Freundorfer, Vorsitzender des Passivhauskreises und Mitinitiator des Forums. Trotz Einführung der EnEV 2002 erhält die Energieeffizienz der Gebäudehülle bis heute keine angemessene Aufmerksamkeit. Auch bei der aktualisierten EnEV 2014 beklagen Fachleute aus dem Bauhandwerk die geringen Anforderungen an die Gebäudehülle.

Beim Nachweis des Primärenergiebedarfs würden durch die zu geringe Berücksichtigung erneuerbarer Energieanteile beispielsweise Häuser mit Wärmepumpen „schön gerechnet“, auf fachgerechte Dämmung, Lüftungstechnik oder Fenster werde noch immer viel zu wenig Wert gelegt. „Dabei ließen sich allein durch Bauen in Passivhausstandard in Bayern jährlich 180.000 Millionen Kilowattstunden Endenergie bei der Beheizung unserer Gebäude einsparen. Dies entspricht einem 500m hohen Erdölturm mit dem Umfang der Allianzarena“, so Freundorfer.

Das Passivhaus ist ein konsequent weiterentwickeltes Niedrigenergiehaus. Es zeichnet sich durch besonders hohe Behaglichkeit bei sehr niedrigem Energieverbrauch aus. Die Energieeinsparung beim Heizen beträgt über 80 Prozent gegenüber den gesetzlich vorgeschriebenen Neubau-Standards. Der Heizwärmebedarf liegt im Passivhaus unter 15 kWh/(m²a). Das entspricht nicht mehr als etwa 1,5 Liter Öl oder 1,5 m³ Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. „Jedes Passivhaus ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Ohne Passivhausbauweise lässt sich die Energiewende nicht bewerkstelligen“, ist sich Freundorfer sicher. Rein äußerlich unterscheiden sich Passivhäuser nicht von konventionellen Häusern, denn mit Passivhaus bezeichnet man einen Standard und keine bestimmte Bauweise.

Entscheidend für den Bau von Passivhäusern sind gute Planung und sorgfältige Ausführung der Details. In ihrem Vortrag „Passivhaus-Handwerk – entscheidendes Glied in der Qualitätskette“ berichtet Christine Weber vom Passivhaus Institut über die Bedeutung gut ausgebildeter Handwerker für die Branche. Um dies gewährleisten zu können, bietet das Passivhaus Institut (PHI) verschiedene Zertifikate für Handwerker an, die ein solides Grundwissen zum Bau von Passivhäusern durch das Ablegen einer Prüfung nachweisen.

Die Pflege und Weiterentwicklung ihres Wissensschatzes müssen „Passivhaushandwerker“ alle fünf Jahre durch die Dokumentation ihrer Mitarbeit bei einem Muster-Passivhausprojekt erneut nachweisen. Da Wissen stets personengebunden ist, werden immer nur einzelne Personen zertifiziert“. Am Ende der Veranstaltung werden die Zeugnisse an frisch qualifizierten Passivhaushandwerkern überreicht. Das Forum „Passivhaushandwerker Rosenheim“ wendet sich an alle im Bau tätigen Handwerker, die sich über Möglichkeiten der Energieeinsparung bei Neubau und Sanierung informieren wollen. Die Teilnahme ist kostenlos.

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