Ex-Polizeichef soll gefeuert werden

Debatte im Landtag - Disziplinarverfahren geplant

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RosenheimDie umstrittenen Polizeieinsätze hatten sich 2010 und 2011 in Rosenheim ereignet. Im ersten Fall waren vier Menschen in einem Wohnhaus verletzt worden. Im zweiten Fall war ein damals 15-Jähriger auf der Polizeiwache des Rosenheimer Volksfests geschlagen worden. Der Inspektionschef wurde inzwischen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem erwartet den früheren Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim jetzt eine Disziplinarklage mit dem Ziel, den Beamten aus dem Dienst zu entfernen. Derzeit ist er, laut Ministerium, bereits des Dienstes enthoben – außerdem wurde sein Gehalt gekürzt, das kam aktuell im Landtag zur Sprache.

September 2011

Der Leiter der Polizei Rosenheim soll einen Jugendlichen nach einem Volksfestbesuch grundlos krankenhausreif geschlagen haben. Der Mann wurde daraufhin vom Dienst beurlaubt, die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt weiterhin gegen ihn. Der 15-Jährige wurde für viele Wochen krankgeschrieben.
Das Opfer war nach übereinstimmenden Zeugenaussagen ohne eigenes Dazutun in eine Rauferei verwickelt worden. Obwohl der 15-Jährige selbst nicht zugeschlagen habe, sondern von einem Mann geschubst worden sei, wurde er von einem Polizisten niedergerungen und mit Handschellen gefesselt. Knapp ein Jahr später, Anfang Dezember, war der Polizeichef zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Mit dem Urteil wurde er automatisch amtsenthoben.

November 2010

Bereits im November 2010 sollen Beamte aus derselben Inspektion drei Familienmitglieder eines Ex-Polizisten und den 66-Jährigen selbst niedergerungen haben. Die Opfer sollen dabei massiv verletzt worden sein.
Der Grund: Der pensionierte Beamte ist Eigentümer eines Hauses in der Rosenheimer Nachbargemeinde Schechen. Aus einer der Wohnungen sollte ein Bewohner zu einer psychiatrischen Untersuchung vorgeführt werden – allerdings war der Mann war bereits weggezogen.

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