Ein Kopf voller Ideen

Der erst 20-jährige Künstler Marco Bruckner und sein „Skulpturenweiher“ bei Pittenhart

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bruckner„Eigentlich ging alles damit los, dass mich mein Opa oft in den Wald zu Holzarbeiten mitgenommen hat. Mit zehn Jahren durfte ich schon mit der Kettensäge hantieren – meine Mutter durfte da natürlich nichts davon wissen.“ Ziemlich schnell erkannte der junge Marco Bruckner, dass Holz das Material ist, mit dem er sich am liebsten beschäftigt, und die Kettensäge sein liebstes „Spielzeug“. Nun hat der erst 20-Jährige einen „Skulpturenweiher“ geschaffen bei Nöstlbach nahe Pittenhart …

Vielen Nutzern der Straße von Obing Richtung Prien fallen beim Passieren des Weilers Nöstlbach Skulpturen unterschiedlicher Größe aus Holz rund um einen Weiher direkt neben der Straße auf, von gegenständlich-figürlich bis abstrakt. Die Bildwerke beeindrucken durch die Vielfalt der Holzarten, Formenreichtum und zerklüftete Oberflächen, die aus charakteristischen Strukturen und Bearbeitungsspuren entstehen und den Objekten ein besonderes Gepräge geben.
Manch einer fragt sich wohl, wer hier seine Open-air-Ausstellung veranstaltet. Man braucht nicht weit zu gehen, um dem Künstler zu begegnen. Marco Bruckner, 20 Jahre jung, wohnt etwa 100 Meter oberhalb des Weihers im Dorf Nöstlbach und der Weiher gehört seiner Familie. Er selbst bezeichnet ihn als „Skulpturenweiher“.

Die Figuren des Bildhauers Marco Bruckner sind materiale Umsetzungen seiner Phantasie. Gerade hat der junge Künstler seine Ausbildung an der Berufsfachschule für Schreinerei und Holzschnitzerei in Berchtesgaden als Holzbildhauer erfolgreich absolviert.

skulpturOb in seinen abstrakten oder figürlichen Arbeiten, der Künstler zeigt immer seine energische Hand.
Schnell muss es für Marco Bruckner gehen. Denn sein Kopf ist voller Ideen für Skulpturen und Plastiken, die realisiert werden wollen. Darum arbeitet er sehr konzentriert und fix, schneidet mit der Motorsäge in das Holz oder baut mit schnell trocknendem Gips seine Figuren auf, die den Herstellungsprozess sichtbar werden lassen.

Geglättet und geschönt wird bei Bruckner nichts. Er macht keine aufgehübschte Kunst, die dekorativ in der Gegend rumsteht, sondern fast archaisch anmutende Objekte, die ein wenig knorrig daherkommen, ganz wie Marco Bruckner selber. Er reduziert gerne auf Grundformen was gerade bei seinen Figuren aus Holz an prähistorische Arbeiten denken lässt. Die Sägespuren der Motorsäge oder die Riefen des Schnitzeisens lässt er bewusst stehen.

Der Herstellungsprozess, die Arbeit seiner Hand, die Ausdruck seiner Phantasie ist, bleibt sichtbar. Dadurch bekommt der Betrachter einen Eindruck vom Arbeitsprozess. Er spürt die Kraft und Energie, die beim Fertigen angewendet wurde. Sein großformatiges Gesellenstück ist eine organische geformte Holzskulptur, die er zunächst grob aus dem Eichenstamm herausgeschnitten hat, um ihn dann mit den Schnitzeisen weiter zu bearbeiten.

„Ich habe es als Vorstellung im Kopf, die ich dann umsetze“, erzählt der frischgebackene Bildhauergeselle. Was man in der Form sieht, das überlässt er dem Betrachter. Ist es eine Samenkapsel, eine Gesteinsformation oder ein Stück eines Lavastroms? Spalten tun sich auf, wurzelartige Stränge scheinen nach oben zu wachsen während auf der anderen Seite eine Energielinie hinabzustürzen droht. Man muss das Stück umrunden, sich hineindenken in die Struktur, die mehr verbirgt, als dass sie Preis gibt.

Auch bei seinen Bildern ist der Bildhauer zu spüren. Denn Bruckner reicht es nicht, auf die Leinwand zu malen. Er zerschneidet sie und gestaltet sie so zu einem dreidimensionalen Kunstwerk. Auch hier sind die Schnitte, ähnlich wie die Rillen des Schnitzeisens beim Holz, ein gestalterisches Mittel, die Oberfläche empfänglich für Licht und Schatten zu machen. Man spürt die jugendliche, manchmal fast unbedarft zu nennende Frische des jungen Künstlers. Aber gerade das machen seine Skulpturen aus. Sie beeindrucken durch ihre kraftvolle Unmittelbarkeit.

Quelle: ig und www.kunstdrechsler.de

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