Ein Akt der Nächstenliebe?

Inder und Pakistaner von einem 46-jährigen, mutmaßlichen Schleuser getäuscht

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bereitschaftDie Bundespolizei Rosenheim hat jetzt einen mutmaßlichen rumänischen Schleuser im Meridian von Salzburg nach München festgenommen. Der 46-Jährige hatte seinen acht ausweislosen Begleitern offenbar die erforderlichen Zugtickets für die Reise von Österreich bis nach Deutschland gekauft. Seinen angeblichen Akt der Nächstenliebe nahmen ihm die Fahnder nicht ab. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Einem Hinweis des Zugbegleiters folgend kontrollierten die Bundespolizisten am Rosenheimer Bahnhof die Papiere des rumänischen Staatsangehörigen. Dabei legte der Mann auch zwei Bayerntickets …

… für sich und acht andere Fahrgäste vor. Aufgrund einiger Ungereimtheiten wurden die Fahnder aufmerksam. Wie sich herausstellte, hatte keine der acht weiteren Personen die erforderlichen Einreisepapiere dabei. Weil der Verdacht einer Schleusung bestand, mussten alle neun Reisenden den Beamten zum Bundespolizeirevier folgen.

Dort sagte der Rumäne aus, dass er den anderen aus reiner Nächstenliebe beim Ticket-Kauf und auf der Reise bis Deutschland geholfen habe. Geld habe er für seine Hilfe nicht verlangt. Einer der Pakistaner gab allerdings an, dass er und seine Landsleute bereits in Wien an den Rumänen geraten seien.

Der 46-Jährige habe ihnen Zugverbindungen genannt, mit denen sie weitestgehend unbemerkt bis nach Deutschland gelangen könnten. Zudem habe er sich bereit erklärt, die Inder und Pakistaner zu begleiten und ihnen beim Kauf der Fahrkarten zu helfen. Mit Hilfsbereitschaft hatte dieses Angebot aber offenbar wenig zu tun. Der Rumäne soll die ursprünglich von den Pakistanern bezahlten Zugtickets am Schalter storniert und das rückerstattete Geld, rund 130 Euro, in die eigene Tasche gesteckt haben. Anschließend habe er die beiden Bayerntickets ausgefüllt und die asiatische Gruppe zum Zug begleitet.

Die Bundespolizisten führten den betrügerischen Schleuser dem Haftrichter vor. Anschließend wurde er zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Er wird sich wegen Einschleusens von Ausländern strafrechtlich verantworten müssen. Seine indischen und pakistanischen Begleiter konnten nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Flüchtlingsstelle in München weitergeleitet werden.

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