Beziehung zwischen Menschen und Räumen

Nonfiktionale 2015: Schauplätze - Dialog von Filmemachern und Publikum

image_pdfimage_print

Kino AibDer Abstecher lohnt sich für die Filmfreunde aus dem Altlandkreis: Am Donnerstag, 12. März, hebt sich nunmehr zum achten Mal der Vorhang für die Nonfiktionale. Vier Tage lang steht Bad Aibling wieder ganz im Zeichen des Dokumentarfilms. Wie immer bestimmt ein Motto Filmprogramm und Diskussionen. In 16 Filmen geht es auf eine Reise zu den unterschiedlichsten „Schauplätzen“. Ob in der Realität angekommene Utopien, soziale Mikrokosmen oder Institutionen: Kamera, Ton und Schnitt vermessen Räume, indem sie sie perspektiveren, gestalten und mit Bedeutung füllen …

Landschaften, Orte, Plätze. Schauplätze. Menschen prägen Lebensräume, Menschen werden durch Lebensräume geprägt. Natur, Landstriche, Städte wirken auf uns und unsere Perspektive auf die Welt. Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit, sie bestimmen unsere Welt der Gefühle von Freiheit oder Beengtheit wie auch unsere Art der Kommunikation. Der Mensch kann sich dem Raum fügen, ihn verändern oder sich anpassen. In jedem Fall muss er mit ihm in Beziehung treten.

Seit 2007 ist Bad Aibling Schauplatz des deutschsprachigen Dokumentarfilms. Wie in den vergangenen Jahren wird die Nonfiktionale Branchentreffpunkt und lebendiges Publikumsfestival gleichermaßen sein.

0809c28c46Jedes Jahr präsentiert sich das Festival unter einem anderen Motto, das die Programmauswahl bestimmt. Im Dialog zwischen Filmemachern, Branchenvertretern und Publikum wird nach jeder Vorführung über die Werke diskutiert. Filme und Gespräche stehen damit gleichberechtigt nebeneinander. Das Ziel ist ein inspirierender, vielstimmiger Diskurs, der zum einen inhaltliche Aspekte des Filmschaffens in den Blick nimmt, aber auch das Handwerk des Dokumentar-Filmemachens mit einbezieht.

Bad Aibling wirft sich gerade ins Frühlingskleid und macht sich bereit für die achte Festivalausgabe der Nonfiktionale. Bis zur Eröffnung der am 12. März, um 19 Uhr ist es nicht mehr lange hin. An die 300 Einreichungen waren es in diesem Jahr – doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren. Diese Fülle zu einem Programm mit 16 Filmen zu verdichten, war keine geringe Herausforderung. Schließlich ging es nicht zuletzt darum, sich dem diesjährigen Motto Schauplätze von unterschiedlichen Seiten her zu nähern bzw. es auf unterschiedliche Weise filmisch erkunden.

00f3c5752aVom 12. bis 15. März werden die mannigfaltigen Facetten der Beziehung zwischen Menschen und Orten oder Räumen ausgeleuchtet. Denn so wie Menschen die Umgebung prägen, beeinflusst auch die Umgebung den Menschen. Kamera, Ton und Schnitt lassen Schauplätze im Film neu entstehen, indem sie sie modellieren, ihnen Gestalt und Bedeutung verleihen.

Mit dem Motto öffnet sich ein ebenso weites wie spannendes Feld:

Vom Blick hinter die Kulissen eines altehrwürdigen Wiener Museums, das sich für die Zukunft rüstet (Das große Museum, am 12.03.19:00h) bis zur filmischen Erkundung eines Ortes, an dem mit dem Kyoto-Protokoll Geschichte geschrieben wurde (Beyond Metabolism, am 14.03., 22:00h).

58f8bc5cdaVon der ebenso hochaktuellen wie sensiblen Innenansicht der „Blackbox Asylrecht“ (Die Unsichtbaren, am 13.03., um 16:00h) bis zur poetischen Spurensuche quer durch den Osten Europas (In Sarmatien, am 13.03., 19:00h). Mit In Sarmatien holt die Nonfiktionale einen der ganz großen deutschen Dokumentarfilmer, Volker Koepp, nach Bad Aibling.

Nachdem bei der Nonfiktionale von jeher das Reden über die Filme genauso wichtig ist, wie die Filme selbst, ist auch diesmal nach jeder Vorführung Zeit für ein ausgiebiges Gespräch mit den jeweiligen Regisseuren. Denn nicht zuletzt die Diskussionen sind es, die das Programm zu einem in verschiedenen Nuancen schillernden Ganzen fügen. So freuen sich die Organisatoren der Nonfiktionale besonders darüber, dass viele Filmemacher für mehrere Tage nach Bad Aibling kommen.

c837e71ea0Die dreiköpfige Jury – bestehend aus der Kamerafrau Susanne Schuele, dem Filmemacher Andreas Pichler und dem Leiter des Filmbüros Bremen Klaus W. Becker – hat auch in diesem Jahr zwei Preise zu vergeben. Neben dem Nonfiktionale-Preis in Höhe von 2.000 Euro wird ein hochwertiger SACHTLER-Preis für die beste Kameraarbeit verliehen. Mit der Preisverleihung am 15. März um 19:30 Uhr schließt sich dann der Vorhang der 8. Nonfiktionale. Abgesehen vom Eröffnungsabend sind alle Filme im charmanten Lindenkino zu sehen.

Weitere Infos zum Festival und zum Programm finden Sie unter www.nonfiktionale.de.

Das Programm

Do, 12.03.


10.00 Uhr
Die Unsichtbaren

(Junge Doks)

78 Minuten, OmU


19.00 Uhr
Eröffnung
Das große Museum

94 Minuten

Fr, 13.03.


11.00 Uhr
Raumfahrer

(Junge Doks)

42 Minuten


14.00 Uhr
Die gute Lage

13 Minuten

Divina Obsesión

28 Minuten


16.00 Uhr
Die Unsichtbaren

78 Minuten, OmU


19.00 Uhr
In Sarmatien

122 Minuten, OmU


22.00 Uhr
Die Daumendreher

45 Minuten, OmU

Sa, 14.03.


10.30 Uhr
Am Kölnberg

85 Minuten


14.00 Uhr
Kathedralen

15 Minuten

Il Palazzo

45 Minuten, OmU


16.00 Uhr
Andere Welt

79 Minuten


19.00 Uhr
Göttliche Lage – Eine Stadt erfindet sich neu

100 Minuten


22.00 Uhr
Beyond Metabolism

41 Minuten, OmU

So, 15.03.


10.30 Uhr
Der Wald ist wie die Berge

97 Minuten, OmU


14.00 Uhr
Nach Auschwitz

20 Minuten, OmU

Raumfahrer

42 Minuten


16.00 Uhr
Internationales Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte zeigt
Evaporating Borders

73 Minuten, OmenglU


19.30 Uhr
Preisverleihung

60 Minuten

Mo, 16.03.

Zu weiteren Informationen bitte auf den Filmtitel klicken.

Änderungen vorbehalten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.