Weiter Bahn-Chaos: Start mit Ersatzkonzept?

Veolia: Ein Rückschritt - Kopfschütteln bei MdL Stöttner

image_pdfimage_print

Veolia-1Rosenheim –  Das hatten ja viele schon befürchtet: Die Bahnstreckenübernahme durch Veolia wird nun doch mit dem Ersatzkonzept gestartet. Dies hat der Landtagsabgeordnete Stöttner auf Nachdruck aus dem Innenministerium erfahren. Start ist am 1. Dezember. Dabei werden 20 sechsteilige Neufahrzeuge ohne Mehrfach-Traktionszulassung zur Verfügung stehen. Die neuen Details: Laut der Veolia werden unter anderem Dieseltriebfahrzeuge eingesetzt, falls „kein einziges Neufahrzeug bis zur Betriebsaufnahme die Zulassung haben sollte“. Diese Aussage sorgte bei MdL Stöttner für Kopfschütteln…

Siehe auch unseren Kommentar unter ‚Des moanan mia‘ – „Wer blickt do eigentlich no durch?“

„Mit den neuen Flirt-Zügen sollten innovative, technisch hochentwickelte und mit einer neuen Crash-Norm ausgerüstete Fahrzeuge auf den Bahnstrecken im Raum Rosenheim eingesetzt werden. Ich habe kein Verständnis dafür, dass jetzt langsamere Dieseltriebfahrzeuge in einem Rückfallkonzept eingeplant sind“, sagt Stöttner.

Die restlichen sechsteiligen sowie die dreiteiligen Fahrzeuge, so der Innenminister Hermann weiter, würden erst nach Betriebsstart ausgeliefert. Auch fehle bislang der konkrete Fahrplan, der sich jedoch in der Endabstimmung befinde und rechtzeitig publiziert werde, dass sich die Fahrgäste darauf einstellen könnten. Im Zeitplan lägen hingegen die „Rekrutierung und Ausbildung des Personals für die Neufahrzeuge“, erklärte Herrmann in seinem Antwortschreiben.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner hatte sich bereits im Juli in einem Schreiben an den ehemaligen Verkehrsminister Martin Zeil gewendet, um noch offene Fragen zur Bahnstreckenübernahme durch den französischen Bahnbetreiber Veolia zu klären. Eine Antwort auf das Einzelschreiben blieb trotz mehrmaliger Nachfrage aus. Auf Nachdruck im nun zuständigen Innenministerium, heißt es in einer Presserklärung, bekam Stöttner diese Antwort von Bayerns Innenminister.

Vor genau zwei Monaten gab es diese Veolia-Presseerklärung bei der Präsentation des Meridian:

In Anwesenheit des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, haben heute im Bahnhof Rosenheim die Bayerische Oberlandbahn und Stadler Pankow erstmals einen modernen sechsteiligen Elektrotriebwagen der Fahrzeugfamilie FLIRT präsentiert.

Unter dem Markennamen MERIDIAN wird mit diesen fabrikneuen, komfortablen Regionaltriebzügen die Bayerische Oberlandbahn, eine Tochter der Veolia Verkehr GmbH, zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 im Auftrag des Freistaates Bayern den Betrieb im Netz Rosenheim aufnehmen. Dazu zählen die Strecken von München über Rosenheim nach Salzburg und Kufstein sowie von München über Holzkirchen nach Rosenheim. Die Vorbereitungen für den Betriebsstart laufen derzeit auf Hochtouren. Zum Betriebsstart des MERIDIAN wird Stadler Pankow 20 der insgesamt 35 Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Weitere Züge werden im Anschluss kontinuierlich geliefert.

.

Dirk Bartels, Geschäftsführer der Veolia Verkehr GmbH, und Kai Müller-Eberstein, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH, präsentierten in Rosenheim das künftige Konzept und versprachen mit dem MERIDIAN erstklassigen Service und einen neuen Komfort für die Fahrgäste zwischen München und der Landesgrenze.

Dirk Bartels bedankte sich beim Hersteller Stadler Pankow für dessen Bemühungen, dass fristgerecht 20 der fabrikneuen Züge zur Verfügung gestellt werden. „Dass der Hersteller nicht alle bestellten 35 Fahrzeuge zum Betriebsstart liefern kann, beeinträchtigt natürlich das von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bestellte Konzept, da es auf der Verfügbarkeit der modernen, spurtstarken Fahrzeugflotte beruht“, so Bartels. „Wir werden jedoch gemeinsam alles tun, um einen reibungslosen Bahnverkehr auf den MERIDIAN-Strecken zum Fahrplanwechsel zu gewährleisten. Wir haben vorsorglich Ersatzkonzepte erstellt und auch dafür gesorgt, dass wir im Fall der Fälle genügend Ersatzfahrzeuge zur Verfügung haben. Alle Fahrgäste werden mit uns auch weiterhin ihr Reiseziel erreichen.“

.

Kai Müller-Eberstein betonte, dass die Vorbereitungen für den Betriebsstart nach Plan laufen: „Wir werden bis zum 15. Dezember sowohl genügend neues, hoch motiviertes Personal eingestellt haben als auch ausreichende Werkstattkapazitäten für die Wartung der neuen Züge zur Verfügung haben. Unsere Fahrgäste müssen sich zudem keine Sorgen bezüglich der Tarife oder Gültigkeit von Zeitkarten machen. Wir haben mit der Deutschen Bahn eine umfangreiche Kooperation vereinbart. Die DB-Tickets im Nah- und Fernverkehr werden anerkannt, ebenso Tickets des Münchner Verkehrsverbundes.“

Michael Daum, Geschäftsführer der Stadler Pankow GmbH, erläuterte die Vorzüge des innovativen FLIRT-Fahrzeugs. „Bei diesem FLIRT-Zug handelt es sich um ein komplett neues Fahrzeug. Als erstes seiner Art wurde es als Sechsteiler konzipiert und mit der neuen Crash-Norm ausgerüstet. Wir freuen uns, dass wir dem hohen Anspruch der Bayerischen Oberlandbahn gerecht werden können und im Dezember innovative und technisch hochentwickelte Fahrzeuge auf die Strecken gehen werden.“ Ein neues Nachweisverfahren im Bereich „Festigkeit von Radsätzen“ wird seit Frühjahr 2013 seitens der Genehmigungsbehörde gefordert. Zusätzliche umfangreiche Testfahrten und deren Auswertungen wurden erforderlich. „Dieses hatte Einfluss auf die vorgesehene Produktionssequenz und führte zu veränderten Lieferplänen“, erklärte Daum. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und dem Eisenbahnbundesamt hat der Hersteller einen Meilensteinplan erarbeitet, der die fristgerechte Zulassung der Fahrzeuge ermöglichen soll.  Foto: logo Veolia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.