Aus für Tennishalle als Not-Unterkunft

Zahl von 300 Flüchtlingen zu hoch - Feldkirchen-Westerham „duckt” sich aber nicht weg

image_pdfimage_print

Feldkirchen_kDie Gemeinde Feldkirchen-Westerham im Landkreis Rosenheim traut der Sache nicht: In der jüngsten Sitzung entschied sich der Gemeinderat einstimmig gegen die beantragte Nutzungsänderung der Tennishalle im Müllerland zu einer Flüchtlingsunterkunft (wir berichteten über die angedachte Planung). Die offizielle Begründung: Mangelnder Brandschutz, fehlende Fluchtwege und weitere Mängel. Die eigentliche Motivation zu dieser Entscheidung: Die geplante Belegung mit 300 Flüchtlingen übersteige die Zumutbarkeit – sowohl für die Flüchtlinge, als auch für die Anwohner.

Dennoch will sich Feldkirchen-Westerham, wie es Bürgermeister Bernhard Schweiger ausdrückte, nicht „wegducken”.

Die Gemeinde bietet deshalb nun Grundstücke für die Unterbringung von Asylbewerbern an. Zum einen die ehemaligen Tennisplätze an der Halle, zum anderen das Kirchengrundstück östlich des AWO-Altenheims.

Die Anträge, beide Plätze zur Bebauung für Notunterkünfte zuzulassen, liegen dem Landratsamt schon seit einigen Wochen vor. Hier könnte Raum für je 100 Flüchtlinge geschaffen werden – für die Mehrzahl der Gemeinderäte eine zumutbare Menge, die auch den Touch der dezentralen Unterbringung habe.

In der Hinterhand habe die Gemeinde auch noch die Wiese östlich des Rathauses, auf der einst das neue Feuerwehrgebäude geplant war – ein Antrag der Grünen, dieses gemeindeeigene Grundstück zur Bebauung für Notunterkünfte anzubieten, wurde mit 15:9 Stimmen angenommen.

Bei der Diskussion des Gemeinderates über das Für und Wider einer Nutzung des Tennishalle kristallisierten sich vor voll besetzten Zuschauerplätzen im Rathaus immer mehr Zweifel daran heraus, dass die Halle dauerhaft „nur” mit 150 Menschen belegt werden könnte.

Denn dieser Zahl hätten viele Räte zustimmen können. Ihre Sorge: Irgendwann wird aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der Flüchtlingssituation die Kapazität auf 300 Leute aufgestockt. Deshalb wurde auch die notarielle Grunddienstbarkeit der Halle, die die Höchstmenge der untergebrachten Menschen bestimmt, mit 14:10 Stimmen abgelehnt. Zur Sicherheit.

Für die Belegung der Halle sprachen zum einen die schnelle Verfügbarkeit und zum anderen finanzielle Gründe. Während an den anderen Stellen die Unterkünfte erst noch gebaut werden müssen, stehe hier die Immobilie schon fertig da. Dies hätte der Gemeinde bei der Unterbringung der Flüchtlinge erst einmal Luft verschafft, jedoch war das Misstrauen zu groß, diesem schnellen Kompromiss zuzustimmen.

Jetzt liegt der Ball beim Landratsamt, den Standort-Vorschlägen so schnell wie möglich zuzustimmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.