Auch der zehnte Tote identifiziert

Mann (38) aus dem Landkreis Spree-Neiße kam mit neun anderen Männern ums Leben

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zugunfallAuch der zehnte Tote des so tragischen Zugunglücks von Bad Aibling wurde nun identifiziert. Wie die Polizei mitteilt, sei es ein 38-jähriger Mann aus dem Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Bei dem schwersten Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren sind am Dienstag in Bad Aibling zehn Männer ums Leben gekommen – neun von ihnen kamen wie berichtet aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Der jüngste war 24 Jahre alt, der älteste 60 Jahre. Mehr als 80 Menschen wurden verletzt – einige davon schwerst. Mehrere Schwerverletzte befinden sich noch in kritischem Zustand in Kliniken.

Zwei Tage nach dem schrecklichen Zugunglück bei Bad Aibling gehen heute am Unglücksort die schwierigen Bergungsarbeiten weiter. Die Behörden hoffen, dabei die dritte Blackbox zu finden.

Mit Hilfe von zwei Spezialmaschinen sollen heute die Bergungsarbeiten am Unfallort vorangetrieben werden. Dabei ist höchste Vorsicht geboten, weil die ineinander verkeilten Zuggarnituren unter hoher Spannung stehen und Einsatzkräfte durch umherfliegende Teile gefährdet werden könnten. Die Bergungsarbeiten werden deshalb heute wohl nicht abgeschlossen werden können. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei hoffen aber, dass es gelingen wird, die noch fehlende Blackbox zu finden und sicherzustellen.

Im Polizeipräsidium Oberbayern Süd war nach dem Unglück ein Bürgertelefon eingerichtet worden. Fast 1.000 Anrufe zählten die Beamten in den vergangenen Tagen dabei. Ab heute Mittag 12 Uhr kann die Kriminalpolizei wieder unter der bekannten Telefonnummer erreicht werden, das Bürgertelefon wird abgeschaltet.

Fahrgäste der betroffenen Züge, die nach dem Unfall persönliche Gegenstände (Gepäckstücke, Wertgegenstände und dergleichen) zurücklassen mussten oder verloren, können heute und morgen zur Ausgabestelle der Polizei in Kolbermoor kommen.

Auch heute arbeiten wieder verschiedene Behörden unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein mit Hochdruck an der Klärung des Unglücks. So übernahmen Sachverständige des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) die Auswertung der beiden bislang sichergestellten Blackboxen.

Im Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sind etwa 120 Polizeibeamte, davon allein etwa 50 Beamte im Bereich der kriminalpolizeilichen Ermittlungen, in den Einsatz eingebunden. Abgesperrt wurde der Unglücksort vergangene Nacht wieder von mehr als 20 Bundespolizisten, außerdem stellt die Behörde mehrere Kriminaltechniker, die an den Ermittlungen zur Ursache mitarbeiten.

Die Notfallseelsorge Rosenheim bietet weiterhin ihre Hilfe an: Betroffene des Zugunglücks, vor allem also Fahrgäste aus den Unfallzügen, können dort seelischen Beistand suchen.  

Foto: Quelle BR 

 

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