Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin stabil

3,1 Prozent: 2013 verabschiedet sich mit guter Quote

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Wegweiser ArbeitsamtRosenheim/Landkreis – Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur in seiner Rückschau auf den Arbeitsmarkt 2013: „Die saisonale Winterarbeitslosigkeit zog sich im vergangenen Jahr bis weit in das Frühjahr hinein. Erst mit den Aprildaten sank die Zahl der Arbeitslosen unter die Neuntausender-Marke, (8 940), demzufolge blieb auch die monatliche Arbeitslosenquote über der jeweiligen Quote des Vorjahres. Erst im Juli wurde der Gleichstand mit dem Vorjahr von 2,9 Prozent erreicht.“

Die zum Teil gravierenden Schäden des Juni-Hochwassers hätten keine nachhaltige Beeinträchtigung des heimischen Arbeitsmarktes bewirkt, gleichwohl habe es bei unmittelbar betroffenen Firmen Verzögerungen bei Personaleinstellungen und insbesondere bei Gartenbau- und landwirtschaftlich geprägten Betrieben Einschränkungen gegeben, so Grau. „Insgesamt gesehen bewegte sich die monatliche Arbeitslosenquote auch in der zweiten Jahreshälfte leicht über dem Vorjahresergebnis.“

Wie in den letzten Jahren auch schon stieg im zurückliegenden Jahr die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in allen Gebietskörperschaften des Agenturbezirkes weiter an, leider profitierten davon Arbeitslose nur bedingt. Insbesondere Langzeitarbeitslose, Ältere ab 55 Jahren und junge Menschen ohne Berufsabschluss hatten es schwer, dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.

Grau weiter: „Der Februarmonat war mit 10 260 statistisch erfassten Erwerbslosen der Monat mit der höchsten Arbeitslosenzahl. Bis zum Juni sank die Zahl auf 7 970 Betroffene. Die Folgemonate waren geprägt von einem leichten Auf und Ab bis im Oktober mit 7 670 Arbeitslosen der niedrigste Stand erreicht wurde. Die durchweg niedrige Arbeitslosenquote (wie im Vorjahr nie über 4 Prozent) spiegelt die insgesamt stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt wider.“

Im Dezember lag die Arbeitslosenquote mit 3,1 Prozent (8 580 Erwerbslose) geringfügig höher als im Dezember 2012. Verantwortlich für dieses trotzdem gute Ergebnis ist das – wie im Vorjahr – gute Wetter im Dezember mit ausgesprochen milden Temperaturen, wenig Nachtfrost und kaum Niederschlag. Es trug dazu bei, dass die saisonale Winterarbeitslosigkeit bis zum Stichtag (11.12.2013) nicht im üblichen Umfang eingesetzt hat.

Größtenteils tritt bei Beschäftigten in Außenberufen wie dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe, dem Straßenbau sowie der Land- und Forstwirtschaft die Arbeitslosigkeit erst nach den Weihnachtsfeiertagen ein. Wie üblich haben die meisten eine Wiedereinstellungszusage des bisherigen Arbeitgebers mit dabei. Im Januar ist daher – wie alljährlich – mit höheren Arbeitslosenzahlen zu rechnen und relativ stärker betroffen davon sind traditionell Männer.

Auch Jugendliche unter 25 Jahren waren im vergangenen Jahr etwas stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als in den zwei Jahren zuvor. Im August waren 1 080 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Job, bereits im Oktober fiel deren Zahl wieder auf 675 und stieg jetzt im Dezember auf 750 an. Junge Leute melden sich häufig zur Überbrückung arbeitslos, zum Beispiel, wenn sie eine Schul- oder Berufsausbildung beendet haben. Anders sieht es für Jugendliche ohne Berufsabschluss aus, bei ihnen droht Arbeitslosigkeit zu einem Dauerthema zu werden. Hier gilt es, die Potentiale für eine Ausbildung zu wecken und die Motivation für einen Abschluss zu fördern. Im Jahresdurchschnitt waren 830 Jugendliche unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen, 60 mehr als im Vorjahr. Es errechnet sich eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent.

Bei den Älteren (55 Jahre und älter) waren im Jahresdurchschnitt 2 100 Arbeitslose gemeldet, 120 mehr als im Jahr 2012, bei den Langzeitarbeits-losen 1 940, 30 weniger als im Vorjahr.

Insgesamt liegt die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2013 mit 8 690, davon fast 5 000 SGB III-Kunden und 3 720 SGB II-Kunden, um 360 über der des Vorjahres. Dank der gestiegenen Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten errechnet sich – wie bereits in den letzten beiden Jahren auch – eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent.

Ein kurzer Blick auf die Stellenseite: Im Dezember meldeten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit 820 zu besetzende Stellen, darunter 780 sozialversicherungspflichtige – ein Plus von 40 im Vorjahresvergleich. Im Laufe der letzten zwölf Monate gingen insgesamt 10 720 freie Arbeitsplätze, davon 10 030 sozialversicherungspflichtige ein. Das waren fast 1 200 (minus 10,3 Prozent) weniger als im Jahr 2012, dieses Minus wurde aber seit August ständig geringer. Zum Zähltag (11. Dezember) gab es insgesamt 2 550 zu besetzende Arbeitsangebote, die größtenteils auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagen-tur.de zu finden sind.

Der Arbeitsmarkt In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

• Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent). Derzeit sind 1 626 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 62 auf 656. Für 970 (plus 40) SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.

Jahresdurchschnittlich waren 1 632 Menschen im Bereich der Stadt Rosen-heim ohne Beschäftigung, es errechnet sich eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent. (Vorjahr: 4,9 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten leicht unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche Bestand um 68 höher, im SGB II-Bereich dagegen um vier niedriger als im Vorjahr.

 

• Der Landkreis Rosenheim hat aktuell eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent). Hier sind 2 138 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 150 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 390 Erwerbslose SGB II-Kunden, 39 mehr als im November. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 3 528.

Im Jahresdurchschnitt waren 3 653 Personen im Landkreis ohne Er-werbstätigkeit. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt beträgt 2,8 Prozent. (keine Veränderung zum Vorjahr). Die beiden Rechtskreise verzeichneten unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche „Bestand“ an Arbeitslosen um 212 höher, im SGB II-Bereich dagegen um 171 niedriger als im Vorjahr.

 

• Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Dezember eine Quote mit 2,9 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent) aus. 1 874 Bürger sind beschäftigungslos. Davon sind 1 112 Männer und Frauen, 128 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 762, das sind 17 mehr als im November, werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut.

1 942 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Bereich des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt liegt bei 3,0 Prozent (Vorjahr: 2,8 Prozent). In beiden Rechtskreisen wurde ein Plus bei der Arbeitslosigkeit verzeichnet, allerdings zahlenmäßig unterschiedlich (SGB III-Bereich plus 145; SGB II-Bereich plus 45).

• Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 550 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 3,1 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent) entspricht. Davon sind 990 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 117 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach mit seinem Jobcenter alleine zuständig. Hier werden 560 Arbeitslose betreut, drei weniger als im Vormonat.

Jahresdurchschnittlich waren 1 466 Menschen ohne Erwerbstätigkeit im Bezirk des Landkreises Miesbach gemeldet, die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt liegt bei 2,9 Prozent (Vorjahr: ebenfalls 2,9 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr konnte in beiden Rechtskreisen (SGB III: plus 60; SGB II: plus vier) ein Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet werden.

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