Ab Freitag 50 Neubürger für Prien

Landratsamt verwundert über Vorgehensweise der Regierung

image_pdfimage_print
SONY DSC

 

Die Regierung von Oberbayern hat den Landkreis Rosenheim heute am Mittwoch mit der Ankündigung überrascht, sofort ab diesem Freitag 50 Asylbewerber zur Unterbringung zu schicken. Sie werden in einem Objekt in Prien vorerst eine Bleibe finden, heißt es nun am Spätnachmittag aus dem Landratsamt. Ursprünglich sollte das Objekt im Hohertinger Weg in Prien zum 1. Juni als Asylbewerberunterkunft an die Regierung gemeldet werden. Erst gestern waren die Räumlichkeiten von Mitarbeitern des Landratsamtes als belegungsfertig abgenommen worden. Aus welchen Ländern die Asylbewerber kommen, konnte die Regierung …

… jetzt noch nicht mitteilen, heißt es.

Stünde dem Landkreis Rosenheim nicht zufällig seit gestern das Objekt in Prien zur Verfügung, hätte die Regierung von Oberbayern den Notfallplan aktiviert. Das heißt, die Sporthalle am Gymnasium in Raubling müsste ab sofort für den Schul- und Freizeitsport gesperrt und für die Ankunft der Asylbewerber vorbereitet werden.

Im Landratsamt herrscht Verwunderung über die Vorgehensweise der Regierung von Oberbayern. Nachdem der Landkreis Rosenheim bereits einmal kurzfristig von 14. Februar bis zum 3. März Asylbewerber in der Raublinger Sporthalle untergebracht hatte (wir berichteten ausführlich), erwartete man, dass zunächst Landkreise und kreisfreie Städte in die Pflicht genommen werden, die bisher nicht für den Notfallplan der Bayerischen Staatsregierung aktiviert worden waren.

Aktuell halten sich im Landkreis Rosenheim rund 1.100 Asylbewerber und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf. Seine Quote erfülle der Landkreis Rosenheim nicht. Derzeit fehlten Unterkünfte für rund 250 Flüchtlinge. Der Landkreis müsse 5,7 Prozent der dem Bezirk Oberbayern zugewiesenen Asylbewerber aufnehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.