Zu den jungen Männern kommen Familien

Soyen und seine neuen Mitbürger aus Nigeria und Somalia - Die ersten Tage

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soyen asylWas für ein schönes Bild: In Bayern ist es so üblich, dass man nach dem sonntäglichen Gottesdienst vor der Kirche noch beinand steht und a bissal ratscht. Am vergangenen Sonntag waren viele der neuen Soyener Mitbürger – junge Männer aus Nigeria und Somalia (wir berichteten) – gleich mal zum Gottesdienst gekommen. Beinand standen sie nach der Kirche auch noch in ihrer Gruppe. Und als Soyens Bürgermeister Karl Fischberger zu ihnen ging und einige vom Helferkreis, da kamen spontan auch ein paar Soyener Kinder und gaben den Burschen zur Begrüßung die Hand …

„Eine berührende Geste“, freut sich der Rathauschef im Gespräch mit der Wasserburger Stimme heute. Sehr positiv seien die ersten Eindrücke von den 24 jungen Neubürgern. Der Jüngste ist 19 Jahre alt. Ein großer Vorteil sei, dass einige Englisch sprechen. Das habe das Verständigen von Anfang an erleichtert. Am Freitag habe der Helferkreis um Afra Zantner gemeinsam mit ihm als Bürgermeister die Männer im Container besucht. Man habe sich zusammen gesetzt und geredet.

„Da muas ma ned perfekt Englisch reden kenna. Da glangt’s, wenn ma sei bissal Schul-Englisch hervorkramt. De Burschen gfrein se – wenn ma nur auf sie zuageht“, so Fischberger.

Am kommenden Dienstag werde der Container von den noch fehlenden 24 Neubürgern bezogen – es seien Familien aus der Turnhalle in Raubling, wie er soeben vom Landratsamt erfahren habe.

Um wieviele Kinder es sich handeln werde, das wisse er noch nicht genau. Die Quarantäne in der Raublinger Halle habe man nun aufheben können, es sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, weil – so viel er als Bürgermeister nun wisse – wohl ein Fall Windpocken aufgetreten war (wir berichteten).

An diesem Freitag sei für die jungen Männer ein kompletter Tag rund ums Fahrrad geplant, erzählt der Bürgermeister. Am Bauhof werde durch den Helferkreis alles zum Thema Radl erklärt und von der Polizei habe sich sogar Verkehrsexperte Niessner spontan bereits erklärt, den jungen Männern gleich einmal Verkehrsunterricht zu erteilen!

Auch wurde den 24 aus Nigeria und Somalia – die ja aus den Turnhallen in Wasserburg und Prien nach Soyen gekommen waren –  die Ortschaft schon a bissal gezeigt, wo was genau ist. Einer der jungen Männer habe zum Arzt müssen und da er kein Englisch spreche, hat ihn gleich ein Kumpel aus dem Container begleitet und gedolmetscht. Als sehr unkompliziert empfand Fischberger das. Auch seien alle sehr interessiert, so schnell wie möglich die deutsche Sprache zu erlernen und sehr gerne arbeiten zu wollen.

Sportlich soll’s auch für sie mehrere Angebote geben. Die Fußballer vom TSV Soyen sind natürlich schon sehr gespannt, wer alles mitmachen wird und vor allem, wo die Talente sind.

„Dann schlagen wir Albaching und Rechtmehring“, meint augenzwinkernd der Bürgermeister …

rd

 

 

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Ein Gedanke zu „Zu den jungen Männern kommen Familien

  1. Sehr schön. Wir freuen uns auf Euch. Auf ein gutes und freundliches Zusammenleben. Falls kleinere Kinder dabei sind, sollte man allerdings mal über einen Zaun zur Straße und einen Gehweg nachdenken, weil dort doch immer sehr schnell vorbei gefahren wird.

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