„Wunderschön“: Fischtreppe aus Naturstein

Köckmühler Projekt von Alex Kraus an der Attel fertiggestellt

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Foto 1Köckmühle/Pfaffing – Wunderschön ist sie geworden – einfach wunderschön“, schwärmt Pfaffings Bürgermeister Lorenz Ostermaier (rechts). Gemeint ist die neue Fischtreppe beim Kraftwerk in Köckmühle von Alex Kraus. Unser Foto zeigt ihn in der Mitte zusammen mit Angelika Albrecht, die gemeinsam das fertig gestellte Projekt am heutigen Montag offiziell vorstellten.

Fotos: Renate Drax

Fotos: Renate Drax

Im Laufe des Jahres war die gesamte Wasserkraftanlage saniert sowie zuletzt eine Fischaufstiegs- und eine Fischabstiegstreppe an der Attel installiert worden. Ein finanzieller Kraftakt in sechsstelliger Höhe für Werksbesitzer Kraus. Sehr harmonisch fügt sich die Treppe aus Naturstein ins Bild. Hier ein paar Eindrücke und technische Details …

Ab dem Jahr 2015 ist eine Fischtreppe bei Kraftwerken vorgeschrieben. Deshalb reagierte Alex Kraus sofort und hatte die Idee, dafür nicht – wie sonst üblich Beton – sondern Naturstein aus der Heimat zu verwenden. Dieser Weg hat sich gelohnt – das Endergebnis ist beeindruckend und von allen Seiten erntet er und seine ausführenden Firmen Lob. In der Attel tummeln sich vor allem Forellen, Saiblinge, Eschen. Wer genau wie und wann und wohin wandert – das bleibe sehr spannend, um es nun an dieser Stelle der Köckmühle in Erfahrung zu bringen, sagt Alex Kraus.

Schön haben es die Fische jetzt auf jeden Fall in diesem Bereich zu wandern…

Folgende Arbeiten wurden zum Thema Wasserkraftwerk (WKW) durchgeführt:

Foto 3Einbinden der eigenständig aufgebauten Rechen- und Wehrsteuerung in die zu ergänzende Automatisierungstechnik der Turbinen,

Sanierung der Automatisierungstechnik zum automatischen, wasserspiegel-differenzabhängigen Betrieb der Rechenanlage und zur Optimierung der Leistungsregelung nach Wasserstand im Oberwasserkanal,

Automatisierung der Turbinenanlage zum selbstständigen Wiederanlauf der Anlage nach Netzausfall,

Optimierung der Koordination der beiden Turbinen in den unterschiedlichen Leistungspunkten der Gesamtanlage zum wirkungsgradoptimierten Betrieb der Gesamtanlage,

Anbinden des WKW an das zentrale Prozessleitsystem zur ständigen, zeitaktuellen Anzeige und Überwachung aller Betriebsvorgänge mit Protokollierung aller Betriebsabläufe zur weiteren ständigen Optimierung,

Anbinden des WKW an die automatische Störmeldeweiterleitung mit Zugriff des Bereitschaftsdienstes auf die Anlage.

Foto 4Diese Arbeiten wurden durch die Firma Zach Elektroanlagen aus Tacherting sowie durch die Elektro-Firma Krogler aus Pfaffing durchgeführt. Für die hierzu zusätzlich notwendigen Beton- und Teerarbeiten war das Bauunternehmen Sebastian Pauker aus Alteiselfing beauftragt.

Anfällige Maschinenbauarbeiten erledigte die Firma Maschinen und Anlagenservice GmbH aus Steinheim/Sontheim. Bei der elektrotechnischen Sanierung des Kraftwerks für den Anschluss an den Großversorger war das E.On/Bayernwerk zuständig.

Das Konzept für den Fischabstieg – geradezu ein Pilotprojekt unmittelbar vor der Rechenanlage – erarbeitete Dipl.- Ing. agr. Univ. Herr Steinhörster aus Egling, Sachverständiger für Fischökologie und Fischereischäden.

Die Fischtreppe – der Auf- und Abstieg

Nach enger Absprache mit dem Landratsamt Rosenheim – dem Wasserwirtschaftamt, dem Amt für Wasserrecht, der Naturschutzbehörde – sowie mit der Fischerei und der Flussmeisterstelle sowie als zuständige Gemeinde mit der VG-Pfaffing – vertreten durch Bürgermeister Lorenz Ostermaier sowie Christian Thomas – wurden im Jahr 2011 die Planunterlagen für die Fischtreppe eingereicht. Durch eine Planänderung im Jahr 2012 und durch das Hochwasser im Frühjahr diesen Jahres wurde erst vor wenigen Wochen mit den Arbeiten begonnen werden.

Beauftragt war hier der Baggerbetrieb Vigil Neureither aus Bruckmühl. So entstanden von Mitte September bis Ende November insgesamt 27 Becken für den Fischaufstieg, die einen Höhenunterschied von gesamt etwa 3,5 Metern überbrücken, um so im Bereich Köckmühle die Durchgängigkeit der Attel wieder zu gewährleisten.

Foto 5Durch die Becken, gebaut mit heimischem Naturstein (Fels), verfugt mit Faserbeton, fließen kontinuierlich 220 l/s. Auch ein Fischabstieg unmittelbar vor der Rechenanlage wurde eingebaut. Gleichzeitig wurde die Wehranlage ebenfalls mit Naturstein saniert und im Oberlauf mit Spuntwänden abgedichtet.

Der Faserbeton für die Fischtreppe stamm von der Firma Adler aus Edling und die Firma Maier Schlosserei/Spenglerei aus Rott erledigte die Metallarbeiten.

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