„Wir haben dafür kein Verständnis“

Eiselfing: Bürgermeister Reinthaler zur Räumung der Asyl-Unterkunft Aham

Verstehen kann das niemand: Von heute auf morgen mussten jetzt 19 junge Asylbewerber aus ihrer bisherigen Unterkunft in Aham bei Eiselfing ausziehen. Der Grund: Das Privatgebäude entspreche nicht mehr den Brandschutzverordnungen des Landratsamtes. Die Nachricht sorgte für Unverständnis bei der Gemeinde Eiselfing, den Bürgern und dem Eigentümer des Hauses. Schritte wurden eingeleitet – Beschwerdebriefe und neuerliche Anträge an das Landratsamt gestellt. Bürgermeister Georg Reinthaler nahm heute gegenüber der Wasserburger Stimme Stellung …

„Seit 2015 wohnen bis zu 20 Asylbewerber in Aham. Bis jetzt haben Brandschutzverordnungen noch niemanden großartig interessiert,“ drückt Bürgermeister Georg Reinthaler sein Unverständnis gegenüber der kurzfristigen Entscheidung des Landratsamtes aus, das Haus komplett zu räumen.

„Der Gebäudeeigentümer ist außerdem immer allen Forderungen nachgekommen – es wurden Rauchmelder und Feuerlöscher angebracht, das Treppenhaus ist immer frei und das Gebäude ist von allen Seiten für die Feuerwehr zugänglich.“

Die Unterkunft in Aham 14 wurde vor gut einer Woche geräumt. Nur 24 Stunden zuvor hatten der Eigentümer des Hauses und die Gemeinde Eiselfing erfahren, dass 13 der 19 Asylbewerber aus Senegal und Mali aufgrund von mangelndem Brandschutz ausziehen müssten.

Mittlerweile wurde das Haus komplett geräumt, alle 19 Bewohner wurden in die Container nach Babensham verlegt.

Dies führe laut Reinthaler bereits jetzt zu großen Problemen: „Die Ehrenamtlichen des Helferkreises vor Ort sind mit der Betreuung stark überfordert – immerhin werden dort bereits rund 50 Menschen unterstützt.“

Der Helferkreis aus Eiselfing erklärte sich dazu bereit, bei der Integration ihrer 19 Schützlinge in ihr neues „Zuhause“ zu helfen.

Immerhin hatten sich die Asylbewerber laut Reinthaler bereits stark in das Dorfleben in Aham eingelebt und integriert: „Unsere Helfer hatten beispielsweise eine Tafel aus der Eiselfinger Schule in die Unterkunft gebracht, um darauf mit den Asylbewerbern Deutsch und Mathematik zu üben. Dass sie nun in diese anonyme Großunterkunft in Babensham ziehen zu müssen, sorgt für Frust unter allen Beteiligten.“

 

„Flüchtlinge willkommen – betreten verboten“ – Dieser Widerspruch findet sich an den Türen der Asylunterkunft. Laut Landratsamt seien die Türen zu dünn, lassen im Falle eines Brandes den Rauch zu schnell durch.

Die Gemeinde ist sich mit dem Gebäudeeigentümer jedoch einig, dass die Unterkunft längerfristig behalten werden soll.

„Mit solchen Räumungs-Aktionen schreckt man potentielle private Eigentümer davon ab, ihre Häuser für solche Zwecke zur Verfügung zu stellen,“ befürchtet Reinthaler. „Nur weil überall in Europa Zäune gebaut werden und deshalb im Moment die Zahlen an Flüchtlingen nicht ansteigen, heißt das nicht, dass es auf längere Zeit keine Asylbewerber mehr geben wird.“

„Der dezentrale Standort ist wichtig, wenn Asylbewerber richtig integriert werden sollen,“ so Reinthaler. Der Eigentümer habe dem Landratsamt bereits postwendend den Vorschlag gemacht, sämtliche Mängel zu beheben. Nun warten er und der Bürgermeister, der ebenfalls ein Schreiben an das Amt gerichtet hat, auf Antwort.

HF

 

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6 Gedanken zu „„Wir haben dafür kein Verständnis“

  1. Was heißt hier verlegt in Großunterkunft.
    Für mich ist das traurige Abschiebung in Container zwischen Abhang und Bundesstraße.
    Die, die das angeordnet haben, sollen sich schämen.
    Integration ist leider, leider nicht mehr willkommen.

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    1. Ein Makler würde die Lage anders beschreiben: Naturnah,umgeben von schönen Feldern, uraltem Baumbestand unverbaubarer, atemberaubender Blick auf die wunderschöne mittelalterliche Altstadt . Optimale Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz.Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß in 3 Minuten erreichbar..
      Integration findet im Kopf und Herzen der Leute statt, dabei spielt die Lage der Unterkunft überhaupt keine Rolle..

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  2. Wahlkampfzeiten. Eine CSU versucht nunmal mit allen Mitteln Integration zu verhindern…

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  3. Ich sehe das so: Babensham hat keinen Helferkreis (oder nur sehr wenige) und so hat man sich die Helfer von Aham gleich mit integriert !

    Das ist ein Schnäppchen!
    Wo da die Fäden gezogen wurden, kann ich nur vermuten!

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  4. Aber , das sind Asylbewerber, das heißt, die Personen haben noch kein Bescheid oder eine genehmigung in Deutschland zu bleiben. Bis dies soweit ist, leben sie von Steuergelder und da ist es wirtschaftlich gesehen richtig, wenn schon Containerunterkünfte in der Nähe vorhanden sind, diese auch entsprechend genutzt werden, und nicht leer rumstehen. Diese Umkosten für solche Container sind unglaublich exorbitant hoch. Man stelle sich mal vor, es würde wirklich mal ein Brand in einer privaten Unterkunft ( die übrigens auch mit Steuergeldern finanziert wird) ausbrechen, wie wäre da der Dialog…

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    1. Wer sagt denn, dass es in einem Container nicht brennen kann.

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