Willkommen von „Bienvenue“ bis „Karibu“

Eine Kita mit 78 Kindern im Alter bis sechs Jahren aus 26 Nationen - Unser Portrait

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78 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren aus 26 Nationen – das ist eine gewaltige Herausforderung für die Fachkräfte im Kinderhaus Stadtmäuse in Rosenheim. Eine große Hilfe ist hier das Förderprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ der Bundesregierung. Als eine von drei Einrichtungen in Stadt und Landkreis Rosenheim wurde das Kinderhaus in dieses Programm aufgenommen. Unser Portrait …

„Diese Förderung wird hier vor Ort toll umgesetzt, und davon profitieren Kinder und Eltern“, sagt die heimische CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig nach einem Informationsbesuch bei den Stadtmäusen. „Besonders beeindruckt hat mich, dass die Sprachförderung für die Kinder nicht in Form eines Unterrichts durchgeführt, sondern in den Alltag einer Kindertagesstätte integriert wird.“

Von 2016 bis 2019 stellt der Bund in Deutschland jährlich bis zu 100 Millionen Euro für die Umsetzung des Programms zur Verfügung. „Wir konnten damit eine Fachkraft für Sprachförderung und Integration einstellen, wir schicken unsere Mitarbeiter auf Fortbildung, und wir können auch für Eltern Angebote gestalten“, so die Leiterin des Kinderhauses Simone Albertz. „Zum Beispiel gibt es ein Elterncafé, das einmal im Monat stattfindet.“

Zuständig für die Sprachförderung ist als Fachkraft Susann Kassam. Gemeinsam mit Frau Albertz organisiert sie die sprachliche Bildung der Kinder im Haus und schult auch ihre Kolleginnen. „Sprachförderung heißt für mich: Die Sprache spielerisch und im Alltag zu vermitteln. Das geht los bei der Begrüßung im Morgenkreis und setzt sich den ganzen Tag fort. Wir arbeiten mit viel Bewegung, mit Musik, mit Fingerpuppen, die Auswahl des Spielmaterials wurde unter sprachförderlichem Aspekt getätigt, so dass die Kinder viele Worte spielerisch erlernen.“

Im Morgenkreis werden die Kinder jeden Tag musikalisch begrüßt und vorgestellt, bei jedem Tischdecken helfen sie tatkräftig mit und lernen auch so neue Worte und Redewendungen.

Dass einige Kinder ohne Deutschkenntnisse in die Kita kommen, ist bei den Stadtmäusen kein Problem. „Bis sie in die Schule kommen, können sie in der Regel die deutsche Sprache gut erlernen“, so Simone Albertz. „Das macht schon der enge Kontakt zu den anderen Kindern aus.“

Dass hier Buben und Mädchen aus 26 Nationen gefördert werden, sieht man schon im Foyer des Kinderhauses. Rund um eine große Maus steht das Wort „Willkommen“ in 26 Sprachen an der Wand – von „Bienvenue“ auf Französisch bis „Karibu“ auf Suaheli.

Daniela Ludwig ist von dem Konzept der Sprachförderung im Kinderhaus Stadtmäuse überzeugt. „Ich habe es selbst erlebt, wie liebevoll und kompetent hier Sprache vermittelt wird. Man merkt auch sofort, dass sich die Kinder sehr wohl fühlen und dass ihnen der im Alltag vermittelte „Sprachunterricht“ sehr viel Spaß macht. Ich hoffe, dass das Programm der Bundesregierung fortgesetzt wird, und dass das Beispiel des Kinderhauses Stadtmäuse Schule macht.

Denn ein gutes Sprachvermögen bildet die Grundlage für den weiteren Lebensweg. Deswegen ist es wichtig, mit der Sprachförderung bei Kindern, die in diesem Bereich noch Schwierigkeiten haben, möglichst früh zu beginnen.“

Unser Foto: MdB Ludwig (Mitte) im Morgenkreis im Kinderhaus Stadtmäuse. Rechts neben ihr die Leiterin Simone Albertz.

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