Wie aus Applaus Euros werden

Landkreis Rosenheim will mit der Stadt die Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützen

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ber2Das Potential in der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region sei enorm. Bei der Vermarktung allerdings gebe es noch Luft nach oben. Aus diesem Grund wollen die Wirtschaftsförderer in Stadt und Landkreis Rosenheim zusammen mit der Metropolregion München und dem Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft jetzt „bayernkreativ“ regelmäßige Beratungen anbieten. Dirk Kiefer, der Leiter von „bayernkreativ“ brachte es bei einem Pressegespräch gestern auf diesen Punkt: „Der Künstler sucht den Applaus und wir sind dazu da, wie aus dem Applaus auch Euros werden.“

Erst seit 2009 gibt es den Begriff der Kultur- und Kreativwirtschaft. Neu ist das Thema deshalb aber nicht. „Unsere Region lebt seit Jahrzehnten, ja seit Jahrhunderten damit“, sagte Landrat Wolfgang Berthaler. „Wir haben viele Firmen, die in künstlerischen Bereichen tätig sind. Etwa 1.200 wurden gezählt, davon rund 330 in der Stadt Rosenheim.“

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sieht in der Zahl der Unternehmen ein beachtliches Potential, auch wenn sie aufgrund ihrer Kleinteiligkeit als Wirtschaftsfaktor nicht in dem Maße wahrgenommen würden. „Für die Wirtschaft in der Region haben sie eine nicht zu unterschätzende Bedeutung“, ist sich die Oberbürgermeisterin sicher. Bauer setzt auf eine passgenaue Beratung von „bayernkreativ“, um die Unternehmen in der Region in ihrer Entwicklung zu begleiten.

Für Wolfgang Wittmann, den Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion München, ist die Kultur- und Kreativwirtschaft ein weites Feld, in dem sehr viel Geld verdient werden könne. „Ein von der Metropolregion in Auftrag gegebener Datenreport zeigt, dass die Metropolregion München im kulturellen und kreativen Bereich inzwischen zur Nummer eins in Europa wurde. Die Hälfte der Wertschöpfung kommt dabei aus der Region“, so Wittmann.

Ganz grundsätzlich stellte er fest, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft wichtig sei für die Außenwirkung der Metropolregion, dass sie ein wichtiges Medium zur Bindung von Fachkräften sei und für ein Stück Lebensqualität sorge.

Eine Analyse der Europäischen Union zu zehn Zukunftsmärkten ergab, dass die Kreativ- und Kulturwirtschaft der Markt mit den größten Zuwachsmöglichkeiten ist.

„Allerdings“, so Dirk Kiefer von „bayernkreativ“ daraufhin, „besteht eine Lücke zwischen dem kreativen und dem wirtschaftlichen Anliegen.“ In dem Beratungsangebot geht es deshalb konkret darum, die unternehmerische Arbeit zu stärken, die Sichtbarkeit der Potentiale zu unterstützen und für eine Vernetzung mit anderen Wirtschaftszweigen zu sorgen.

Zum Auftakt werden die freiberuflich arbeitenden Künstler, Kulturschaffenden und interessierte Unternehmer am 12. Mai zu einer Auftaktveranstaltung ins Ballhaus nach Rosenheim eingeladen.

Die Kernbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft sind Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Gamesindustrie.

Bayern ist in Deutschland der Kreativstandort Nummer eins. Rund 200.000 Menschen sind in diesem Bereich beschäftigt. Der jährliche Umsatz in Bayern beträgt 30 Milliarden Euro.

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Unser Foto: Sie wollen die Kultur- und Kreativwirtschaft ankurbeln (von links): Wolfgang Wittmann, Geschäftsführer der Metropolregion München, Dirk Kiefer, Leiter von „bayernkreativ“, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Landrat Wolfgang Berthaler.

 

 

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