Weichenstellung in Griesstätt

Führungswechsel im DJK-Sportverband - Zahlreiche heimische Vertreter

image_pdfimage_print

IMG_2795_kGriesstätt/Altlandkreis – Sechs Vorstandsmitglieder kamen neu hinzu und mit Frauenvertreterin Renate Kamm, Vizepräsident Harri Strobel, Geistlichem Beirat Erich Schmucker und Präsident Werner Berger beendeten gleich vier langjährig tätige Präsidiumsmitglieder ihre verdienstvolle Arbeit: Der 52. Diözesanverbandstag des DJK-Sportverbands München und Freising beim DJK-SV Griesstätt (wir berichteten) war mit Satzungsänderungen und Neuwahlen und damit einem großen personellen Umbruch in der Vorstandschaft verbunden. Der Nachmittag stand zudem ganz im Zeichen der Vereinspräsentationen zur Inklusion …

Nach der Begrüßung durch Präsident Werner Berger und den Willkommensgrüßen vom Vereinsvorsitzenden Jürgen Gartner, Geistlichen Beirat Diakon Simon Frank und Bürgermeister Stefan Pauker überreichte die Vorstandschaft an Pfarrer Erich Schmucker anlässlich seines 76. Geburtstags eine Geburtstagstorte und die knapp 100 Delegierten stimmten ein Ständchen an.

Alle Berichte über das letzte Jahr lagen gebunden und druckfrisch in den Jahrbüchern vor. Präsident Werner Berger und Schatzmeister Gerhard Krippner erstatteten zusätzlich mündlich ausführlich Bericht, ebenso die Kassenprüfer, so dass die Entlastung der Vorstandschaft nur eine Formsache war.

Daraufhin sprach der Vorstandssprecher von SV-DJK Kolbermoor, Gerhard Duschl, stellvertretend für alle Vereine einen ausdrücklichen Dank an die ausscheidenden Vorstände und auch an die Geschäftsstelle für die hilfreichen Anregungen und wertvollen Hilfen aus.

Geschäftsführer Johann Grundner moderierte die Anträge zu den Satzungsänderungen und dank der ausführlichen Vorbesprechung beim Führungskräftetreffen Ende 2014 erfolgte die Zustimmung zu den vorgeschlagenen Änderung so gut wie einstimmig: u.a. werden künftig die Stellvertreter als Vizepräsident/in bezeichnet, die kirchliche Grundordnung wird in der Satzung verankert, ebenso eine Option für die Ehrenamtspauschale und die Anzahl der Grunddelegierten je Verein wird auf zwei festgelegt.

Der Geschäftsführer leitete anschließend auch gleich die Wahlen. Kurzportraits aller Kandidaten lagen in den Delegiertenmappen vor, so dass sich jeder ein Bild machen konnte, und die Kandidaten stellen sich kurz vor. Alle Kandidaten/innen wurden mit überwältigender Mehrheit oder einstimmig gewählt, nämlich:

Präsident: Martin Götz, DJK Würmtal

Vizepräsidentin: Ulrike Hahn, DJK SB München-Ost

Vizepräsidentin: Rosmarie Heimann, DJK-SV Oberndorf

Vizepräsident: Konrad Mack, SV DJK Götting

Vizepräsident Finanzen: Gerhard Krippner, DJK-SV Oberndorf

Sportwartin: Stefanie Lenk, DJK Traunstein

Sportwart: Tom Eglseder, DJK-SG Ramsau

Medienreferentin: Maria Winkler, DJK München-Haidhausen

Leider hat sich für den scheidenden Geistlichen Beirat Erich Schmucker noch kein Nachfolger gefunden.

 

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Die neue Führungsmannschaft: Präsident Götz mit seinen Vizepräsidenten/innen Ulrike Hahn, Rosmarie Heimann, Gerhard Krippner und Konrad Mack.

 

Auch bei der Wahl der Delegationen zu den Gremien Vermittlungsausschuss, Bundes- und Landesverbandstag, Diözesanrat der Katholiken und Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände in der Region München (ARGE) folgten die Stimmberechtigten den Wahlvorschlägen.

Ebenso reibungslos erfolgten die Bestätigungen der Jugendleiterin Kathrin Fichtl, DJK SV Edling, und des Jugendleiters Korbinian Klein, DJK-SG Ramsau. Auch alle von den Fachschaften gewählten Fachwarte/innen wurden bestätigt.

Noch vor dem Mittagessen nahm Vizepräsidentin Ulrike Hahn Ehrungen für verdiente Mitglieder des ausrichtenden Vereins DJK SV Griesstätt vor: Irene Lindner und Karl Beinrucker wurden für ihre langjährigen Verdienste mit dem Ludwig Wolker-Relief ausgezeichnet.

Für den Nachmittag konnte der ehemalige Präsident Berger eine ganz Reihe der noch von ihm eingeladenen Ehrengäste begrüßen: u.a. Ehrenpräsident Toni Linsmeier, den „bayerischer Sportpfarrer“ Msgr. Martin Cambensy, Klaus Moosbauer, Präsident DJK-Landesverband Bayern, Prälat Josef Obermaier, MdL Klaus Stöttner, Michael Leyendecker und Rebecca Mitlmeier von der DJK-Bundes- und Landesjugendleitung.

Landrat Wolfgang Berthaler erläuterte in Erweiterung des Themas Inklusion vor allem die enorme Belastung des Landkreises, der Kommunen und auch der Sportvereine durch die aktuelle Flüchtlingsproblematik.

BLSV-Bezirksvorsitzender Otto Marchner betonte die Wichtigkeit der DJK als Verband mit besonderer Aufgabenstellung. „Die DJK hat Themen wir Sport pro Asyl und Homophobie im Fußball angefasst, daran können wir uns orientieren“, hob er hervor.

Volker Monnerjahn, Präsident des DJK-Bundesverbands, ließ durchaus auch ernste und kritische Töne anklingen: Die Vergabepraxis von Großveranstaltungen, die Kommerzialisierung, die ausschließliche Leistungsorientierung. „Da macht die DJK nicht mit, da beziehen wir Position, Sport um der Menschen willen, das ist das Motto der DJK“, betonte er abschließend. Der Diözesanverband München und Freising erntete deutliches Lob für Initiativen wie Inklusion, Sport pro Asyl und Homophobie im Fußball. Als ganz aktuelle Information brachte Monnerjahn die Bekanntgabe des DJK-Ethikpreisträgers mit: Thomas Hitzlsperger. Der ehemalige Profifußballer hatte sich anfangs 2014 als homosexuell geoutet und war in der Fußballversammlung letzten Oktober zu Gast. „Das ist ein Signal mit Ausstrahlung in den Sport und in die Kirche“, schloss Monnerjahn sein Grußwort.

Reinhard Kardinal Marx schließlich zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der vorgestellten Aktionen und Angebote zu Inklusion und Integration und versicherte, er wisse um den wertvollen Beitrag der DJK als größter katholischer Verband im Erzbistum.

 

Großes Interesse zeigten die Ehrengäste und die Delegierten für die Vereinspräsentationen, die während der Kaffeepause auf Infoständen geboten wurden:

Uwe Ritschel informierte über „Sport pro Asyl“; diese Aktion fand so guten Anklang, dass sie auch beim kommenden DJK-Bundesverbandstag vorgestellt wird.

 

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Präsident Martin Götz, BLSV-Bezirksvorsitzender Otto Marchner, Reinhard Kardinal Marx, Uwe Ritschel, Ehrenpräsident Werner Berger, DJK-Bundespräsident Volker Monnerjahn

 

DJK München-Haidhausen zeigt die verschiedenen inklusiven Angebote der Abteilung EMOKI (Emotion, Motivation, Bewegung) auf.

Günther Ziegler, der Vereinsvorsitzende von DJK Bavaria Rosenheim, informierte über die Angebote seines Vereins zur Integration von ausländischen Jugendlichen und über die Kooperation mit der Suchtklinik Bad Aibling.

Der Inklusionsbeauftragte Herbert Grillenbeck zeigt die bisherigen Aktivitäten und Treffen in Sachen Behindertensport auf.

Die Handicapabteilung von SB DJK Rosenheim präsentierte inklusive Sportarten wie Floorball, Unified-Basketball und Bowling.

Doris Hirmer und Tom Eglseder von DJK-SG Ramsau hatten viele Fotos mitgebracht, auf denen die Integration und Inklusion, das selbstverständliche Miteinbeziehen und Mitmachen der Bewohner einer Behinderteneinrichtung am Ort in das Dorf- vor allem aber auch in der Vereinsleben anschaulich dargestellt wurde.

Die Verabschiedungen

Die Reihe der Verabschiedungen leitete Pfarrer Erich Schmucker als Laudator für die scheidende Frauenvertreterin Renate Kamm ein. Er schilderte die vielen Stationen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, wie Gymnastikfachwartin, Übungsleiterin, Sportwartin, Lehrteammitglied und Frauenvertretung, und stellte dabei ihr persönliches Engagement und die erfrischende Wirkung heraus. Renate Kamm wurde mit dem Ludwig Wolker-Relief ausgezeichnet.

 

Der ehemalige Präsident Berger ließ sich die Laudatio für seinen ehemaligen Stellvertreter Harri Strobel nicht nehmen. Recht anschaulich und unterhaltsam schilderte er das Wirken und die persönlichen Eigenarten des Geehrten, würdigte dabei aber besonders dessen wertvollen und konstruktiven, wenn manchmal auch kritischen Beiträge. „In Sachen Etikette und Zeremonien bei allen kirchlichen Anlässen, da macht dem Harri niemand etwas vor“, schloss er seine Ausführungen. Strobel wurde ebenfalls mit dem Ludwig Wolker-Relief ausgezeichnet, das er sichtlich gerührt entgegen nahm.

 

Der Leiter des Referats Seelsorge und kirchliches Leben im Erzbischöflichen Ordinariat, Msgr. Thomas Schlichting, eröffnete seine Laudatio mit einer Klarinette. Der Ton oder der Tonus spiele beim Geehrten immer eine besondere Rolle, sei es der Muskeltonus oder der musikalische Ton. „Sein ganz besonderer Ton in persönlichen Umgang und im direkten Gespräch, in Sitzungen und Gremien, das zeichnet den Erich aus“, betonte Schlichting. Nach den langen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit und Wanderschaft wünschte er ihm die entsprechende Gesundheit, damit er noch lange seine geliebten Wanderungen unternehmen kann.

Erich Schmucker wurde mit dem Carl Mosterts-Relief ausgezeichnet und zum DJK-Ehrenbeirat ernannt.

 

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Diese Gelegenheit nutzte auch der Kardinal, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren.

 

Dem ranghöchste DJK-ler schließlich, Präsident Volker Monnerjahn, war die Ehrung und Verabschiedung von Werner Berger vorbehalten. Monnerjahn schilderte anschaulich das ganz persönliche Engagement anhand von sieben herausragenden Eigenschaften; dazu gehören auch die oft akribischen und kritischen Stellungnahmen und Anmerkungen, aus denen aber immer wertvolle Anregungen erwachsen sind. „Werner Berger hat der DJK ein Gesicht gegeben, er personifizierte für uns immer den Diözesanverband München und Freising; auch wenn er jetzt aufhört, wird das unsere persönliche Freundschaft nicht schmälern“, rief er dem Geehrten zu.

Berger wurde ebenfalls mit dem Carl Mosterts-Relief ausgezeichnet und mit standing ovations zum Ehrenpräsidenten ernannt.

 

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Nochmal alle Verabschiedeten auf einen Blick: Vizepräsidentin Ulrike Hahn, Präsident Volker Monnerjahn, Ehrenpräsident Werner Berger, Ehrenbeirat Erich Schmucker, Renate Kamm, Reinhard Kardinal Marx, Harri Strobel, Präsident Martin Götz.

 

Anschließend zogen alle Delegierten mit den Fahnen zur Griesstätter Pfarrkirche. Der Altarraum konnte die Menge der Konzelebranten kaum fassen, Fahnenträger, Chor und Bläser umrahmten die Eucharistiefeier. Beim abschließenden Dank an alle Mitwirkenden überreichte Präsident Götz dem Kardinal einen DJK-Brieföffner „damit Sie unseren Zuschussantrag auch öffnen können“, wie er mit einem Augenzwinkern bemerkte.

Johann Grundner

 

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