„Bauern mit blauem Auge davon gekommen“

Zwischenbilanz: Langer Winter, dann Hochwasser, jetzt Hitze

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Landkreis – Weiterhin scheint die Sonne und die Bauern machen sich auf zum Endspurt für die Getreideernte. „Inzwischen ist die Wintergerste in der Scheune und etwa 60 Prozent der Weizenfelder sind bereits abgeerntet“, sagt BBV-Getreideexperte Matthias Kick am heutigen Mittwoch. Während die Landwirte in Schwaben und in den Mittelgebirgsstandorten erst nach und nach dreschen, sei die Ernte hier bereits weit fortgeschritten. Wobei die Erträge sehr unterschiedlich seien …

„Zum Glück konnten einige Bauern mehr Getreide einbringen, als man es aufgrund der extremen Witterungsbedingungen für möglich gehalten hatte“, sagt Kick. „Wenn man davon ausgeht, dass das Getreide in diesem Jahr gleich mit drei Wetterextremen – dem langen Winter, dem Hochwasser und der Hitze – zu kämpfen hatte, sind viele Bauern mit einem blauen Auge davongekommen.“ Die Pflanzen sind weitgehend von Krankheiten verschont geblieben und konnten trocken geerntet werden. Auch die Rapsernte läuft bereits, die Bauern sprechen je nach Region von einer „durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen Ernte“. Insbesondere der Ölgehalt der Pflanzen, die gleichzeitig hochwertiges Eiweißfutter und Bio-Kraftstoff liefern, schwankt sehr deutlich.

Einbußen bei Kartoffelbauern bis 50 Prozent

Kartoffelbauern müssen mit Einbußen von 30 bis 50 Prozent rechnen. Erst hatten die Knollen wegen des nassen Frühjahrs nicht in die Erde gesetzt werden können, dann drohten die Kartoffeln wegen des Hochwassers vielerorts im Boden zu verfaulen. Durch die Trockenheit haben die Pflanzen nun zu wenige und zu kleine Knollen gebildet. Mit ähnlichen Ausfällen rechnen die Anbauer von Zuckerrüben.

Grünfutter fehlt

Auch der Mais ist massiv von den Witterungsbedingungen betroffen. Die übermäßige Nässe hatte die Pflanzen in ihrer Entwicklung bereits weit zurückgeworfen. Doch wegen der fehlenden Wasserversorgung konnte die an sich sehr robuste Pflanze den Rückstand bislang nicht mehr wettmachen. Stattdessen rollen die Maispflanzen ihre Blätter ein, um die Angriffsfläche für die Sonne zu verringern. „Im Moment fehlt den Pflanzen ein Meter an Höhe“, sagt Kick.

In vielen Regionen musste wegen der Trockenheit auch auf vielen Wiesen bereits der zweite Schnitt ausfallen. „Gerade Rinderhalter stehen oft vor großen Problemen“, sagt Kick. „Es fehlt schlicht an Grünfutter.“

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