„Viele Bauern am Rande ihrer Existenz“

Nach Milchgipfel gestern: Ludwig fordert, Hilfen zügig zur Verfügung zu stellen

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ludwig danielaDeutliche Unterstützung für deutsche Milchbauern – damit ist der gestern in Berlin abgehaltene Milchgipfel nach Ansicht der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig (Foto) zu einem guten Ergebnis gekommen. Nach den Gesprächen zwischen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, CSU, und Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel sollen mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt werden.

Unter anderem soll das Hilfspaket den Bauern mit Existenzsicherungshilfen, Steuerentlastungen und Freibetragsregelungen zur Schuldentilgung helfen. Die genaue Höhe der Mittel muss noch festgelegt werden. Darüber hinaus verpflichten sich die Marktbeteiligten in einen Branchendialog Milch einzusteigen.

In den vergangenen Monaten sahen sich Milchbauern mit dauerhaft niedrigen Preise konfrontiert, die viele Betriebe in ihrer Existenz bedrohen. Grund dafür ist eine weltweit zu hohe Milchmenge sowie eine gleichzeitig sinkende Nachfrage.

„Der Preiskampf treibt viele Bauern an den Rand ihrer Existenz“, so Daniela Ludwig. „Ich begrüße es deshalb sehr, dass der Milchgipfel signifikante Hilfen für die deutschen Milchbauern beschlossen hat. Jetzt gilt es, die Hilfen zügig zur Verfügung zu stellen, damit den Bauern kurzfristig geholfen werden kann.

Denn gerade in Bayern wissen wir die Bedeutung einer starken Landwirtschaft zu schätzen, die unseren Freistaat schon immer geprägt hat. Dass die Marktbeteiligten sich verpflichtet haben, einen Branchendialog Milch zu initiieren, halte ich ebenfalls für einen wichtigen Schritt. Denn langfristig müssen die Bauern in der Wertschöpfungskette besser gestellt werden, so dass auch Molkereien und Handel einen fairen Lastenteil tragen.“

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10 Gedanken zu „„Viele Bauern am Rande ihrer Existenz“

  1. Ein Milchtrinker

    Na toll, jetzt werden wieder zig Millionen umhergeschoben, damit alle beruhigt werden. Und in zwei Jahren haben wir wieder genau das gleiche Problem, weil nämlich auch weiterhin viel zu viel Milch produziert werden wird – und dann sind natürlich alle wieder „völlig überrascht“ – MdB Daniela Ludwig inklusive.

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    1. Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist in meinen Augen eine selbständige Firma, solang ich jetzt denken kann (und das ist jetzt doch schon ein weilchen) haben die Bauern immer etwas zu klagen, ob das Wetter an schlechten Ernten schuld ist oder es einen Butterberg gibt, auch einen Milchsee hatten wir schon. Und schuld sind immer die anderen. Klar es wird momentan zu wenig bezahlt, aber das liegt jetzt nicht am Einzelhandel, der nutzt dieses momentan nur aus. Ein Lieferstop nach Russland und eine Krise in China die 75 % weniger abnehmen sind die Ursache.
      Aber kann es sein, dass die Bauern die im gegensatz zu anderen Unternehmen erhebliche Steuervergünstigungen haben, auch noch mit Steuergelden gefütter werden?
      Anderer Firmen die in eine Schieflage geraten werden nicht steuerlich unterstützt (mal abgesehen von den armen Banken) und da sind unterumständen nicht 5 oder 10 Personen betroffen sondern hunderte oder sogaar tausende.
      Die Bauern müssen einfach mal etwas flexiebler werden und über ihren Tellerrand rausschauen. Auch eine zusammenarbeit der Bauern kann helfen.

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      1. Die Flexibilität besteht darin, dass wir derzeit ein regelrechtes Bauernsterben haben.
        1960: 743.000
        2015: 97.000 und weiter sinkend

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  2. Eine Idee hätte ich .
    Europaweit Kraftfutterzugabe verbieten .
    Was passiert dann ? Die ganzen Turbokühe geben viel weniger Milch . Da dann diese diese überzüchteten Tiere nicht mehr gebraucht werden stellt man auf robustere Kühe um die dann auch weniger Antibiotika brauchen .
    Kein Kraftfutter bedeutet viel weniger Soja , weniger flächenverbrauch, weniger riesenmonokulturen usw.
    Die Überkapazitäten würden sich abbauen ergo der Preis wieder steigen usw.
    Also wenn ich mich nicht täusche könnte man mit dieser Maßnahme einen Haufen positiver Ergebnisse bewirken .

    Widerstand kommt sicher von der Pharma, Gen und Industrielandwirtschaftslobby ^^
    Was auch nicht zu vergessen ist ; es waren die Milchbauern selber die eine Aufhebung der Quote verlangt haben warum sind die nicht selber auf den Gedanken gekommen das dann der Markt ungebremmst überschwemmt wird mit allen seinen negativen folgen ?

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    1. Ich möchte mal wissen, wer dem kleinen u. mittleren Einzelhändler hilft?

      Wir haben mit hohen Lohnkosten und mit Preisverfall zu kämpfen! Wer fragt den kleinen Händler, von was er leben soll?

      Heute gibt es hauptsächlich fast nur noch Bauern die min. 100 Kühe und mehr haben! Früher haben die Kühe noch frisches Gras und Heu bekommen und wurden nicht so hochgezüchtet. Das sind heute Milchfabriken!

      Die großen haben die kleinen Bauern kaputt gemacht! Genau wie im Einzelhandel! Nur wir Kleinen bekommen keine Hilfe vom Staat!

      Eine Frechheit auf so hohem Niveau zu jammern! Der kleine Bauer, wird dann wirklich aufgeben müssen, weil der bestimmt nichts abbekommt!

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    2. Gute Idee, vor allem die Einfuhr von (Gen-)Soja aus Übersee sollte hoch besteuert werden (von wegen TTIP), damit es nicht zu einer billigen Überschwemmung von Kraftfutter kommt.

      Im Übrigen fressen Kühe normalerweise kein Kraftfutter, Gras und Heu ist das übliche Futter. Alles, was darüber hinausgeht, belastet die Verdauung und damit die Gesundheit der Kühe, somit würden sich auch die Tierarztkosten verringern!

      Das Dumme an der Sache ist die von dir beschriebene Wirtschaftslobby!!

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      1. Dieses Internetportal enthält Informationen zu Zahlungen im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik und der gemeinsamen Fischereipolitik.
        http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

        Bei Begünstigter den Namen, dann die Postleitzahl und zum Schluss die Gemeinde eintragen.

        Anschließend Enter drücken, es erscheint der „Begünstigte“ und die „Maßnahmenbezeichnung“ – bitte auf den Namen klicken und schon werden die Geldbeträge, die der jeweilige Beantrager aus öffentlichen Töpfen erhalten hat, ersichtlich.

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  3. Die Bauern wählen zum Grossteil seit 50 Jahren die Partei, die diese Politik zu verantworten hat. “ Mehr Markt, mehr Eigenverantwortung, die Ressourcen müssen effizient eingesetzt werden…“. Was das bedeutet, bekommen Sie jetzt mal so richtig zu spüren.
    Wer eine vernünftig strukturierte Agrarproduktion mit einer artgerechten Tierhaltung, hoher Produktqualität und einer gesunden Umwelt will, muss die Marktwirtschaft in diesem Bereich endgültig zu den Akten legen. Entweder man kehrt zu den alten Agrarmarktordnungen mit Milchseen und Butterbergen zurück, oder man setzt auf eine weitgehende staatliche Ordnung, bei der die Bauern für die Landschaftspflege entschädigt werden und versprechen müssen, mit der Natur schonend umzugehen. Keine Maismonokulturen mehr, Wiesen, die den Namen auch verdienen, dann wird automatisch weniger produziert. Und wenn der Michpreis nicht zum Leben reicht, einfach mal den einen oder anderen Hektar verkaufen, wie es auch von Hartz IV Empfängern verlangt wird…

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  4. Viele Putzkräfte, Altenpfleger, Paketboten, Security Mitarbeiter, Verkäufer….etc. stehen auch am Rande ihrer Existenz, ist ein Bauer mehr wert?

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    1. Anscheinend ist er nach Ihrer Meinung viel weniger wert!
      Die genannten Berufe sind allesamt wichtig für unsere Gesellschaft !!
      Die Landwirte denke ich genauso! Nicht mehr, aber auch schon garnicht weniger!
      Trauriger Vergleich!!

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