„Vermeintlich Schwächeren Chance geben“

Appell an Arbeitgeber - Stellenbestand im September mit höchstem Wert seit 16 Jahren

image_pdfimage_print

bilanzSo viele offene Arbeitsstellen gab es seit 16 Jahren nicht mehr wie im vergangenen September! Die Agentur für Arbeit appelliert deshalb heute an die Arbeitgeber, vermeintlich Schwächeren mit schlechteren Noten doch eine Chance zu geben – und auch den Flüchtlingen, die meist sehr arbeitswillig seien. Im Landkreis Rosenheim sind derzeit 3368 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent entspricht. Von den Erwerbslosen sind 1 873 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 115 weniger als im Vormonat.

Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 495 arbeitslose SGB II-Kunden, sieben weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 298 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 295 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben

Wie zu dieser Jahreszeit üblich, ist im September die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat auf 8 180 Personen gesunken, ein Minus von 160 Personen. Im Vergleich zum September 2015 sind es jedoch 200 Arbeitslose mehr.

Dazu die Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Nicole Cujai: „Mit dem Ende der Ferien kommen auch die meisten Personalentscheider zurück an ihren Arbeitsplatz und neue Mitarbeiter werden wieder verstärkt eingestellt. Aber auch viele junge Menschen, die mit einer Arbeitslosigkeit den Sommer überbrückt haben, knüpfen mit einem Studium, einer Ausbildung oder einem Arbeitgeberwechsel an ihre weiteren Karrierepläne an und melden sich bei uns ab.“ Mit einer Quote von aktuell 2,8 Prozent liegt der Agenturbezirk Rosenheim exakt auf Vorjahresniveau.

Die Agenturleiterin weiter: „Betrachtet man die Septemberwerte im Detail, fallen drei wesentliche Dinge auf. Zunächst einmal freue ich mich über die positive Entwicklung beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit, das sind Personen mit einer Arbeitslosigkeit länger als zwölf Monate.“ Hier waren zum Stichtag 12. September, 180 Arbeitslose weniger bei der Agentur gemeldet als zur gleichen Zeit des Vorjahres.

„Bei den jungen Erwachsenen bis 25 Jahre verzeichnen wir mit aktuell 1 170 Menschen ein beachtliches Minus von 110 Personen zum Vormonat, jedoch ist in diesem Personenkreis ein leichter Anstieg im Vergleich zum September 2015 (plus 140) festzustellen“, so Cujai. „An dieser Stelle möchte ich an die Arbeitgeber appellieren, ob bei Arbeits- wie auch bei Ausbildungsstellen vermeintlich Schwächeren eine Chance zu geben. Aufgrund schlechter Noten und Zeugnissen schaffen es manche Bewerber nicht bis zum Vorstellungsgespräch. In der Praxis zeigt sich aber häufig, dass für bestimmte Tätigkeiten Noten eher zweitrangig sind. Gerne können Sie über uns im Rahmen einer unkomplizierten Arbeitserprobung die Menschen in ihrem Betrieb kennen lernen und sehen, ob die Kandidaten zu Ihnen passen. Rufen Sie uns unter der kostenlosen Service-Nummer 0800 45555 20 an“.

An die Bewerber gerichtet appelliert Cujai: „Bitte legen Sie bei Ihrer Berufswahl eine gewisse Flexibilität an den Tag und versteifen Sie sich nicht nur auf bestimmte Berufswünsche. Auch sollte eine Ausbildung einer Anlerntätigkeit vorgezogen werden, langfristig gesehen wird es sich bezahlt machen!“

Zur dritten Auffälligkeit im September äußert sich die Agenturchefin wie folgt: „Bei den ausländischen Arbeitslosen konnten wir mit aktuell 2 170 Personen in unserem Bestand einen Zuwachs um 470 Arbeitslose mit ausländischen Wurzeln im Vergleich zum September des Vorjahres feststellen. Dass sich der Zulauf an geflüchteten Menschen auch bei uns in der Betreuung bemerkbar macht, ist für uns keine große Überraschung. Positiv hervorzuheben ist, dass der überwiegende Teil der Menschen mit Fluchthintergrund so schnell wie möglich arbeiten möchte. Leider steht derzeit das Wollen und Können im Missverhältnis. Fehlende Sprachkenntnisse, unterschiedliche Arbeitsstandards sowie unzureichende Mobilität sind häufig Hinderungsgründe für eine schnelle Arbeitsaufnahme. Liebe Arbeitgeber, auch wenn die Integration eines geflüchteten Menschen beschwerlich erscheint und mehr Zeit in Anspruch nimmt, denken Sie bitte daran, dass es auch eine Chance ist, einen motivierten und loyalen Mitarbeiter zu gewinnen“.

Die hohe Dynamik auf dem regionalen Arbeitsmarkt macht sich zum Herbstbeginn vor allem in der Zahl der Ab- und Zugänge bemerkbar. Zum Stichtag haben sich in den Agenturen und Jobcentern des Agenturbezirks Rosenheim 2 770 Personen neu bzw. wieder arbeitslos gemeldet.

Dem gegenüber stehen 2 930 Arbeitslose, welche die Agentur verlassen haben. Dazu die Agenturleiterin: „Die Tatsache dass die Zahl der Abgänge mit 160 Personen über der Zahl der Neuankömmlinge liegt, unterstreicht auch weiterhin einen stark aufnahmefähigen Arbeitsmarkt in unserer Region“. Die Arbeitslosen werden abhängig von ihrem leistungsrechtlichen Anspruch nach Rechtskreisen im Sozialgesetzbuch III von den Agenturen für Arbeit oder den Jobcentern nach Sozialgesetzbuch II betreut. Dabei fielen im September 4 480 Menschen in die Betreuung einer Agentur nach Rechtskreis SGB III, 3 700 Arbeitslose bezogen SGB II-Leistungen durch die Jobcenter.
Der Stellenbestand weist im September dieses Jahres den höchsten Wert seit 16 Jahren aus. Zum Stichtag haben die Arbeitsvermittler 3 950 Stellenangebote gezählt, ein Plus von 240 Stellen zum Vorjahr. Darunter entfallen 3 710 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote, welche zu einem Großteil aus den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, verarbeitendes Gewerbe und Zeitarbeit stammen.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Stadt Rosenheim weist im September eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent auf (0,1 Prozent weniger als im Vormonat). Derzeit sind insgesamt 1 564 erwerbsfähige Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, fiel die Anzahl der Arbeitslosen um acht auf 629. Für 935 arbeitslose SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 260 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 784 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im September eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent aus. Die Zahl der Arbeitslosen liegt für den Landkreis insgesamt bei 1 909. Davon sind 1 227 Männer und Frauen, neun mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 682 Personen (drei weniger als im August) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen als arbeitslos registriert. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 967 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 593 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 340 Bürger ohne Erwerbstätigkeit. Insgesamt errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent. Von den Arbeitslosen sind 755 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 30 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Jobcenter sind 585 Arbeitslose, 13 mehr als im August, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 229 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 990 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.