„Umgehungsstraße dringend notwendig“

Landrat Josef Neiderhell zu Gast in Albaching

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Ehrung FriesingerAlbaching  – Der CSU-Ortsverband Albaching lud diese Woche nach seiner Jahreshauptversammlung zu einer Informationsversammlung mit Landrat Josef Neiderhell ein – zu aktuellen Themen beim Kreuzwirt in Albaching. Nachdem er vom Ortsvorsitzenden Wast Friesinger begrüßt wurde, blickte Neiderhell rund eineinhalb Stunden informativ auf seine Amtszeit zurück und stellte sich anschließend auch noch vielen Fragen.

Angefangen hatte es vor sechs Jahren bei seinem Wahlkampf, bei dem er auch als Referent in Albaching war, um den Menschen das Rauchverbot verständlich zu machen, „was sehr schwierig war, jetzt jedoch kein Thema mehr ist.“ Besonders kritisch sieht Neiderhell den Umstand, dass sehr viele Aufgaben des Landes an die Kommunen weitergegeben würden und Letztere dann damit umgehen müssten. „Dadurch sind viele Abläufe oft langsam und zäh, wie zum Beispiel der Ausbau von Kindertagesstätten.“ Im Landkreis sei man damit aber mittlerweile sehr zufrieden.

Als ein weiteres Problem sieht der Landrat den Umgang der Regierung Oberbayern mit Bauen im Außenbereich, da dies in Gemeinden wie Albaching mit großem Außenbereich seiner Meinung nach schon ermöglicht werden sollte, in den sechs Jahren jedoch von 38 Außenbereichsatzungen nur vier genehmigt wurden. Insgesamt wurden sogar 51 Bauanträge in München abgewiesen, womit er natürlich gar nicht zufrieden sei und dafür auch oft Kritik bekommen habe.

Letztlich habe er jedoch noch eine EDV-Neuerung auf den Weg gebracht, in der in Zukunft jederzeit der Bearbeitungsstatus des Antrags beobachtet und kontrolliert werden könne, „was hoffentlich für schnellere Abwicklungen sorgen wird“.

Mit den Erfolgen in der Müllentsorgung ist Neiderhell dagegen sehr zufrieden, da Rosenheim einer von wenigen Landkreisen ist, die diese noch komplett selber abwickeln und die Recyclingquote gesteigert werden konnte, was für geringere Kosten sorgt, auch für die Bürger. Weiter setzte er sich immer für die Sanierung der 360 Kilometer Kreisstraßen ein, was den Landkreis 35 Millionen Euro kostete, „doch so sind aktuell nur noch elf Kilometer nicht generalsaniert, und das Fahrradwegenetz wurde ebenfalls um 26 Kilometer ausgebaut.“ Bei den Staatsstraßen werde bei Veranstaltungen mit Ministern immer auf Sanierungswünsche hingewiesen.

Als „sehr erfreulich“ bezeichnete der Landrat auch die Tatsache, dass er in Albaching berichten kann, dass aktuell am Bebauungsplan für die Umgehungsstraße um Albaching gearbeitet wird und nächstes Jahr normalerweise schon mit dem Bau begonnen werden kann. Er sieht in dieser Umgehungsstraße auch große Notwendigkeit, da auch viele aus dem Süden des Landkreises auf dem Weg zum Flughafen durch Albaching fahren.

Beim Thema B15 neu ist er stolz auf seinen Kreistag, der trotz Kritik der Regierung letztes Jahr mit allen Stimmen bis auf die Grünen dagegen gestimmt habe, und damit dafür gesorgt habe, dass sie zwar die nächsten 15 bis 18 Jahre weiterhin im Bedarfsplan ist, jedoch vorerst keine Priorität mehr habe. Für ihn sei vor allem die Westtangente um Rosenheim, die Bahnunterführung in Reitmehring und die Ortsumfahrung um Lengdorf wichtig. „Erfreulich ist für diesen Raum, dass es bald einen Stundentakt von Wasserburg nach München geben wird und der Landkreis in Verhandlungen wegen des MVV-Tarifs steht.“

Weiter Handlungsbedarf sieht der Landrat im kulturellen Bereich, wo er sich die Ziele gesetzt hatte für bessere Absprachen der Anbieter untereinander zu sorgen. Nach drei Treffen mit nur drei Anwesenden von acht Eingeladenen bemerkte er jedoch, dass es hier schwer ist alle an einen Tisch zu holen. Den Zusammenschluss der Tourismusverbände sieht er dagegen als großen Erfolg, da es auch zu Übernachtungs- und Wirtsgästezuwächse führte.

In der anschließenden Diskussion mit Fragen wurde sich wegen dem Hochwasserschutz in Kolbermoor erkundigt, wo einiges gemacht wurde und Mittel mit 20 Millionen Euro vom Land zur Verfügung standen, die es vorher noch nie gab.

Des Weiteren wurde angeregt, ob man bei Kreisstraßen-Ortseinfahrten nicht große „50“ auf die Straßen schreiben könnte wie in 30-er Zonen üblich, hier verwies der Landrat jedoch auf Tests und bevorzugt lieber Straßenverengungen, um die Fahrer zum Bremsen zu bringen. Die letzte Frage des Abends war, wer im unteren Naturschutz Anweisungen gibt, da es hier ab und zu Verwirrungen gibt. Der Landrat ist zwar Vorsitzender hier, aber nicht weisungsbefugt, er wird die Problematik jedoch weitergeben.

Zum Schluss gratulierte der Landrat dem CSU-Ortsverband noch zu seinem 20-jährigen Jubiläum und dem 1. Vorsitzenden Wast Friesinger wurde von seinen beiden Stellvertretern Christoph Huber und Martin Seidinger als Dank für seine 20 Jahre als erster Vorsitzender ein „CSU Albaching“-Krug überreicht. WFJ

 

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