Über Ernährung, Lebensmittel, Umwelt, Finanzen

... sollen alle Schüler künftig mehr wissen - Landfrauen setzen Schulfach durch

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SchulfachSie haben es durchgesetzt – jetzt geht es darum, wie man es umsetzt: „Alltags- und Lebensökonomie“ wird an den bayerischen Schulen Einzug halten. Über das Wie diskutierten die Kreisbäuerinnen jetzt mit Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich bei einem Seminar. „Uns liegt besonders am Herzen, dass den angedachten Themen auch ausreichend Zeit im Unterricht gegeben wird, dass die Inhalte fachkompetent unterrichtet werden und die Praxis der Ernährung nicht zu kurz kommt“, sagte Landesbäuerin Anneliese Göller. Damit Lehrer ein realistisches Bild der modernen Landwirtschaft bekommen, schlugen die Frauen einen Bauernhofbesuch für die Lehrer vor.

Bei der Vermittlung von Alltagskompetenzen appellierte Staatssekretär Eisenreich auch an die Rolle der Eltern. „Elternhaus und Schule sind gemeinsam in der Pflicht“, sagte er. Zudem stellte er die Landfrauen als wichtige externe Partner heraus, die mit ihrer Fachkompetenz den Unterricht ergänzen könnten.

Die Kreisbäuerinnen und ihre Stellvertreterinnen hatten durch ihre engagierte Sammlung von Unterschriften für ein Unterrichtsfach „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“ und durch das Aufgreifen des Themas bei den Landfrauentagen fast 95.000 Unterschriften gesammelt und damit das Thema in die politische Diskussion gebracht. Am 20. Juni 2013 hat der Bayerische Landtag die Einführung des verpflichtenden Unterrichtsgegenstandes Alltagskompetenz und Lebensökonomie beschlossen. In einem ersten Schritt geht es nun um die Verankerung relevanter Inhalte im Lehrplan der Grundschule.

92.745 Menschen unterstützen die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes in ihrer Forderung, das Schulfach Alltags- und Lebensökonomie verpflichtend an allen Schulen im Freistaat einzuführen. Die gesammelten Unterschriften haben die Landfrauen jetzt an Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle übergeben.

„Die große Resonanz zeigt, dass wir den richtigen Nerv getroffen haben. Die Menschen wollen, dass Wissen über Ernährung, Lebensmittel, Umwelt und Finanzen in der Schule vermittelt wird“, erklärt Landesbäuerin Anneliese Göller. „Der Umgang mit Ressourcen will gelernt sein. Früher wurden uns diese Kenntnisse von zuhause mitgegeben. Davon können wir heute nicht mehr ausgehen, deshalb muss dies in der Schule geschehen.“

Mit ihrem Anliegen haben die Landfrauen verschiedene Bevölkerungsgruppen errreicht: Bewohner von Stadt und Land, Männer und Frauen, Eltern, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene. Ebenso sprachen sich andere Verbände wie die Bayerische Landfrauenvereinigung, die Bayerische Jungbauernschaft, die Katholische Landvolkbewegung, der Bayerische Landesausschuss für Hauswirtschaft, der Bayerische Elternverband und zahlreiche Prominente für die Forderung der Landfrauen aus. „Die große Zahl der Befürworter bestärkt unsere Position“, sagt die Landesbäuerin.

Einen ersten Stein hat die Unterschriftenaktion bereits ins Rollen gebracht. Anfang Mai, so kündigte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle an, soll Alltags- und Lebensökonomie als verpflichender Unterrichtsgegenstand in allen Schulkassen und über alle Schularten hinweg im Lehrplan offiziell verankert werden.

Foto: BBV – Bildungsstaatsekretär Georg Eisenreich sowie Landesbäuerin Anneliese Göller sprachen beim Kreisbäuerinnen-Seminar.

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