„Über diese Slogans kann ich nur lachen“

Kämpferischer Marinus Schaber bei Wahlversammlung der „Bürger für Rott"

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Rott 1Rott – Kämpferisch gab sich der Amtsinhaber und Kandidat der „Bürger für Rott“ für das Bürgermeisteramt – Marinus Schaber. Bei der jüngsten Wahlveranstaltung verwies Schaber auf summierte 50 Jahre Ehrenämter, die keiner seiner Mitbewerber aufweisen könne. Seine Mitbewerber würden leere Wahlkampfsprüche machen, wenn sie sagen, dass es Schluss sein müsse, mit dem Stillstand in Rott. Es scheine für einige Fraktionen nicht darum zu gehen, dass endlich wieder ein Discounter komme …

… wie ein Aldi, Lidl oder Penny möglich werde, sondern nur, welche Fraktion im Gemeinderat dies durchgesetzt haben will. Erika Meyer, ebenfalls BfR-Kandidatin für den Gemeinderat, sagte, dass sie es leid sei, dass immer wieder um den Discounter gestritten wird.

Wenn alle an einem Strang gezogen hätten, dann täten wir schon lange in einem ALDI, LIDL oder PENNY einkaufen, so der Tenor der Versammlung. Die Erweiterungsfläche für einen Vollsortimenter wie EDEKA oder REWE im Meilinger Feld war“, so Schaber, eine gute Idee der SPD-Fraktion gewesen und kam gleich auf die Kritik zu sprechen, er wäre hinsichtlich des Vollsortimenters befangen, weil er Besitzer des Hauses sei, in dem EDEKA untergebracht ist. Schaber sagte, dass er selbst durch seine berufliche Tätigkeit Einzelhandelskaufmann und Marktleiter durchaus eine Ahnung von Einzelhandel habe und ihm sei klar, dass die Verkaufsfläche des EDEKA dringend saniert werden müsse. Für ihn zähle das Einkaufsbedürfnis der Rotter immer mehr als seine eigenen Interessen.

In Rott sei seit seinem Amtsantritt als erster Bürgermeister in 2008 einiges bewegt worden. Dazu zähle die Einweihung der neuen Turnhalle, die Gestaltung eines neuen Skater Platzes, eine neue Kindergrippe in 2010, Ausbau der Staatsstraße bei Zainach mit Fußweg, der rasche Ausbau des Gewerbegebietes in Eckfeld, um Betriebe in der Gemeinde halten zu können. Rott habe sich auch einen neuen Internetauftritt verpasst und sich auf der Landesgartenschau präsentiert.

Rott 2Der neue Gemeindekindergarten konnte letztes Jahr eingeweiht werden und für die Jugend wurde der Jugendraum saniert und die Jugendarbeit in die Hände einer Sozialpädagogin gegeben. Klärung und Ruhe kam in die fehlerbehafteten Bebauungspläne in Lengdorf und am Kirchweg, die damals noch in Rechtsstreitigkeiten verwickelt waren. Die Verlegung des Spielplatzes und Teilverkauf der gewonnen Flächen brachte der Gemeinde dringend benötigtes Geld und den Kindern ein neuer Spielplatz. Wichtig war auch noch der lang ersehnte Geh- und Radweg samt Wasserleitung nach Zainach“, so Schaber weiter.

Sein ganz persönliches Engagement reiche vom Kassier bei der Feuerwehr, Abteilungsleiter Fußball, Beisitzer ASV, Festwirt beim Rotter Bierfest, Organisator des Rotter Lichterglanzes, Vorsitzender des Gewerbeverbandes, 24 Jahre Rotter Gemeinderat, sechs Jahre zweiter Bürgermeister, zwölf Jahre Mitglied im Dorferneuerungsausschuss bis hin zu vier Jahren ehrenamtlicher Richter am Landgericht Traunstein.

Noch einmal zur Entwicklung der Discounter-Frage für Rott

So wurde in der Versammlung zusammengefasst: Die Pläne waren für die Münchner Straße vielversprechend, LIDL zeigt sich sehr interessiert. Die Grundstücksbesitzer hatten gepokert und das Grundstück anderweitig verkauft. Kritiker werfen Schaber immer wieder vor, er hätte sich den Grund sichern müssen, aber er hätte die Grundstücke im Namen der Gemeinde behördenrechtlich nicht kaufen dürfen. Nachdem sich die Pläne in der Münchner Straße zerschlagen hatten, musste er als Bürgermeister weiter suchen. ALDI wollte durchaus an die B15 bei Zainach, konnten aber keine Drogerie finden, die mit ALDI dahin gegangen wäre.

Es wurde viele Gespräche mit möglichen Discounter und etlichen Investoren geführt und es wurde viele Plätze für einen Discounteruntersucht. Schließlich habe sich das Meilinger Feld als der geeignete Platz heraus kristallisiert. Schon im Jahre 2008 wurde dies von den Bürger für Rott in den Gemeinderat eingebracht. Die Bürger von Rott hatten von Anfang an ein gutes Konzept und nicht wie die Mitbewerber, die zuerst den LIDL im Ortskern erzwingen wollten und dann kurz vor der Wahl das Gebiet vor der Kläranlagen für den Discounter ALDI samt Vollsortimenter EDEKA durchboxen wollen.

Im Meilinger Feld böten sich gute Entwicklungschancen. Der Vorwurf seiner Mitbewerber, dass damit der Verkehr sich an der Schule und Kindergarten vermehren würde, hielt Schaber entgegen, dass der LIDL vorher mitten im Ort war und so den Verkehr in die Ortsmitte zog. Der so von der CSU protegierte Platz gegenüber der Kläranlage habe den Nachteil dass ein Vollsortimenter wie der EDEKA endgültig aus dem Ortszentrum nach unten ziehe ein weiterer großer Nachteil ist die enge Bahnunterführung, die nur für ein Auto gleichzeitig durchlasse und die Fußgänger hier sehr gefährdet sind. Gemeinderatskandidat Franz Bachmaier wies darauf hin, dass die CSU-Gemeinderäte bei der Diskussion um den Standort Meilinger Feld zuerst von vermehrten Verkaufsaufkommen sprachen, aber dann sich durchaus mit dem Projekt anfreunden könnten, wenn die Fläche nur etliche hundert Meter nach Süden verschoben wäre. Womit die Fläche auf einem Teil des Sportplatzes zu liegen gekommen wäre. „Ein weiterer wahnwitziger Vorschlag war das Gebiet hinter der Schreinerei Zangerl“, hieß es an dem Abend.

Als nächste Projekte stehe das Baugebiet „Am Leitenfeld“ mit Wohnbauflächen für Einheimische an. Wichtig sei ihm auch, dass ein Ortsmarketingkonzept verwirklich werde, bei dem es um Marktplatzgestaltung, Barrierefreiheit für Behinderte, Tourist-Info im Ortszentrum oder Stärkung des Kulturangebotes gingen. Auch die energetische Sanierung der Schule stehe an. Zusammen mit einem Brandschutz müssen hier über drei Millionen Euro über die Jahre verteilt in die Hand genommen werde. Schaber müsse hier über die Slogans seiner Mitbewerber lachen, Rott müsse familienfreundlicher werden und Schaber fragte die Besucher des Abends, ob Rott denn zur Zeit nicht familienfreundlich sei?

Was Schaber noch sehr am Herzen liegt, ist die Senkung der Gemeindeschulden. Bei seiner Amtseinführung vor sechs Jahren hatte die Gemeinde 2008 und 2009 eine Pro-Kopfverschuldung von knapp 1.700,- Euro. Im Jahr 2013 konnte die Verschuldung unter die 1.200,- Euro gesenkt werden. Dieser Weg muss auch der zukünftige sein. Grundsätzlich weniger ausgeben als wir einnehmen, wenn auch manche Wünsche hinten anstehen müssen. Hier vermisst Schaber klare Konzepte seiner Mitbewerber, für sie scheine es die Verschuldung nicht zu geben.

Marinus Schaber freute sich, eine sehr gute Kandidatenliste für die Gemeinderatswahlen im März 2014 präsentieren zu können. Es sei eine gute Mischung aus Jung und Alt, Mann und Frau sowie durch alle Ortsteile und Berufe. „Jeder nominierte Kandidat ist in Rott bekannt durch sein ehrenamtliches Wirken in den verschiedenen Vereinen, wie zum Beispiel Feuerwehr, in den vielen Abteilungen des Sportvereins, Theaterverein, Trachtenverein, Burschenschaft oder der Wasserwacht. Allen engagieren sich privat für soziale Belange innerhalb der Gemeinde“, sagte er.

Nach Marinus Schaber stellen sich zur Wahl:

die Vorsitzende Franziska Franke-Fichtner, Gemeinderat und 3. Bürgermeister Franz Riedl, Gemeinderat Konrad Heinzl, Hochzeitslader und Jugendleiter des Rotter Theatervereins Fred Zimpel, Gemeinderat Sepp Riedl, Gemeinderat Max Zangerl, Gemeinderat Hans Gilg, der heuer in einer Paraderolle beim Theaterverein glänzende Matthias Ganslmeier, Georg Stubenrauch vom ASV, Gemeinderätin Christine Sedlmaier, Sepp Kirchlechner vom Trachtenverein, der ehemalige Vorsitzende des ASV Franz Bachmeier, Max Lazarus von der Wasserwacht, die ehemalige Vorsitzende des BfR und Elternbeirat Erika Meyer und Angelika Altmannshofer vom Vis-a-Vis und Kiosk am Rotter Ausee gewonnen werden.

Zum Abschluss verwies Schaber auf die anstehende Kreistagswahl und wie wichtig es sei, dass der Norden gestärkt werde. Dazu begrüßte er Josef Baumann von den Parteifreien / ÜWG- Der 63jährige Landwirt, Kreis- und Stadtrat bewirbt sich für das Amt des Landrats und stellte seine Konzept und seine Pläne vor.

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Ein Gedanke zu „„Über diese Slogans kann ich nur lachen“

  1. Objektive Gelassenheit

    Häme und Spot sind längst nicht mehr angebracht. An den Zwischentönen in diesem Wahlkampf kann man schon sehen, wer hier wirklich nicht um die Sache, sondern ums Prinzip und Eigeninteressen kämpft. Miteinander hat hier nur die Bedeutung „So, wie wir BFR es wollen“.
    Die Verschuldung liegt mit den Verbindlichkeiten, die neben dem Haushalt finanziert sind, bei 2100€ je Einwohner. FInanzierungen neben dem Haushalt sind üblich und in Ordnung. Bei der Darstellung der Verschuldung ist es ehrlicher, dies mit einzurechnen.

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