Sepp Schaber aus Garnöd 100 Jahre alt!

Auch Bundespräsident Gauck gratuliert - Humorvoller Jubilar

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Schaber Josef 100Garnöd – „Die andern ham’s Eiserne Kreuz – i hab’s Eisen im Kreuz!“ Wer das sagt mit einem schelmischen Lächeln? Sepp Schaber aus Garnöd in der Gemeinde Pfaffing. 100 Jahre alt ist er seit heute. Sehr weltoffen, unglaublich humorvoll und immer noch neugierig. Bundespräsident Joachim Gauck schickte freundliche Grüße, Ministerpräsident Horst Seehofer eine Silbermünze. Die Nachbarn hatten das Haus im idyllischen Garnöd mit Luftballons geschmückt und die ersten Gratulanten kamen schon ganz früh …

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Hand in Hand vor fünf Jahren bei der Diamantenen Hochzeit, Sepp Schaber und seine Rosina, die vor drei Jahren verstarb. Fotos: Renate Drax

Der Landrat schickte persönlich Blumen – wie schon vor fünf Jahren: Bei bester Gesundheit hatten da noch Sepp und Rosina Schaber aus Garnöd gemeinsam das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit im Kreise ihrer großen Familie feiern können. Nur wenige Tage zuvor war der rüstige Jubilar Josef Schaber damals 95 Jahre alt geworden.

Herzlich gratulierte heute natürlich auch die Gemeinde durch 1. Bürgermeister Lorenz Ostermaier („Mein erster 100. Geburstag als Bürgermeister.“). Und ein früherer Kollege war sogar mit gekommen: Hans Huber aus Pfaffing. Viele Erinnerungen wurden wach an diesem besonderen Vormittag. War Josef Schaber doch nach dem Krieg von 1946 bis zu seinem Ruhestand 1977 erst als Gemeindediener, Schreiber und Kassier im Bereich Farrach/Rettenbach und später – nach der Zusammenlegung von Farrach, Rettenbach und Pfaffing sozusagen „für alles“ zuständig. Knapp 31 Jahre lang im Dienst der Gemeinde – seit 37 Jahren nun ist er im Ruhestand!

Foto 101Zwei Weltkriege erlebte er und – wie er sagt – „drei Inflationen“. Es war keine leichte Zeit damals für Josef Schaber, der aus einer kinderreichen Bauernfamilie mit neun Geschwistern vom Garnöder Hof stammte. Nach der Schulzeit arbeitete er als Knecht und konnte erst mit 20 Jahren das Zimmermann-Handwerk erlernen. Doch dann wurde er zur Wehrmacht eingezogen, kam im Krieg als Infanterist an allen Fronten zum Einsatz und erlitt vier schwere Verwundungen. Die letzte war so groß, dass er aus der Wehrmacht entlassen wurde. Er erinnert sich auch heute noch sehr gut, aber es geht ihm sehr nahe aus der schweren Zeit zu erzählen. „Dass ich heute noch lebe, das hab ich meinen Verwundungen zu verdanken.“

Geburtstagsgäste: Sohn Martin im Gespräch mit Hans Huber, ein früherer Kollege des Jubilars in der Gemeinde.

Geburtstagsgäste: Sohn Martin im Gespräch mit Hans Huber, ein früherer Kollege des Jubilars in der Gemeinde.

Seine Frau Rosina, die vor drei Jahren kurz vor ihrem 88. Geburtstag verstarb, stammte aus dem benachbarten Steinhart – ebenfalls Gemeinde Pfaffing – und er heiratete sie 1949. Ihr Vater war der Haarschneider für die ganze Umgebung – „und da kam da Sepp eines Tages auffallend häufig zum Haarschneiden“, hatte Rosina Schaber noch bei der Diamantenen lächelnd erzählt. Fünf Kinder zählen zur Familie – Marlene, die daheim wohnt, Sepp, Martin, Rosi und Uschi, die zwischen Konstanz und Vilsbiburg wohnen. Sepp Schaber hat sieben Enkelkinder und sechs Urenkel.

Als Bräutigam war Josef Schaber selbst bei seiner eigenen Vermählung mit federführend bei der Zeremonie des Standesbeamten. Groß war sein Interesse schon immer am öffentlichen Leben, aber auch am Vereinsleben. Egal ob Veteranen-, Gartenbau- und Schützenverein oder VdK – Josef Schaber hatte vom Vorstand bis zum Schatzmeister alle Ämter inne. Sein großes Hobby war zudem stets die Imkerei, eine wahre Wissenschaft, die er beherrschte.

Garnöd schön geschmückt: Wirklich oft wird dieses Schild nicht gerade aufgestellt ...

Das idyllisch gelegene Garnöd schön geschmückt: Wirklich oft wird dieses Schild zu einem Geburtstag wohl nicht auf dieser Welt aufgestellt …

Die große Leidenschaft der Schabers war ihr Leben lang das Reisen – von Spitzbergen bis zu den Malediven, von Jerusalem bis zur Ostsee. Heute fährt er noch gerne mit seinem E-Mobil, wie er sagt, in der näheren Umgebung umeinander. Sechs km/h die Höchstgeschwindigkeit. „aber damit komm ich bis nach Pfaffing.“ Wobei „a bissal schneller dürft’s scho geh“, meint der Sepp, der bis zu seinem 96. Geburtstag herum noch selbst mit dem Auto unterwegs war.

Weltoffen – und immer neugierig, das ist Sepp Schaber geblieben. „Meine Zeit ist hart gewesen, aber lehrreich,“ sinniert er an seinem auf der ganzen Welt so seltenen Geburtstag. Erst vor wenigen Tagen hatte er eine schwere OP, die man ihm kaum anmerkt. Unglaublich groß sein Lebenswille – auch mit 100 Jahren. Und sein Humor. Verschmitzt lächeln – das tut Sepp Schaber auch heute noch, wenn er mit einem spricht. Und charmant ist er. „Bis zum nächsten Mal“, sagt er lächelnd, als ich mich von ihm verabschiede, … und nicht vergessen, denken ist zollfrei …“

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