„Schockanrufer“ auf der Flucht

Polizei bittet dringend um Mithilfe - Großfahndung läuft

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BlaulichtLandkreis – Fast wäre die Falle zugeschnappt, aber die Geldabholer eines Schockanrufs vom gestrigen Dienstag sind weiter flüchtig. Eine Angerufene hatte sofort die Polizei verständigt, doch diese konnte die Männer nach einer Verfolgungsjagd nicht fassen. Seit einigen Tagen bereits versuchen sogenannte „Schockanrufer“ – vor allem auch im Landkreis Mühldorf, zu dem der Raum Haag und Gars gehört – in der Regel ältere russischsprachige Mitbürger um ihr Geld zu bringen – mit erfundenen Hiobsbotschaften.

In den letzten zehn Tagen wurden der Polizei in diesem Bereich elf Fälle gemeldet, jedoch hatte sich keiner der Angerufenen zu einer Geldübergabe hinreißen lassen.

Am gestrigen Dienstagmittag rief wieder ein offenbar im Ausland sitzender „Disponent“ eine 75-jährige Frau in Waldkraiburg an und gaukelte dieser vor, dass der Sohn nach einem Unfall im Ausland dringend Geld wegen einer ärztlichen Behandlung benötige. Pech war nur, dass sich zu diesem Zeitpunkt die Tochter der 75-Jährigen in der Wohnung befand, die nur wenige Tage zuvor selbst von einem Schockanrufer angerufen worden war und aufgelegt hatte.

Das Telefonat übernehmend, stimmte sie nun zum Schein einer Geldübergabe zu und verständigte im Anschluss die Polizei. Die beiden Abholer müssen sich jedoch wieder einmal in unmittelbarer Nähe des Anwesens befunden haben, klingelten noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte und flüchteten sofort, als ihnen klar geworden war, dass es keine Geldübergabe geben würde.

Von Polizei verfolgt

Nach kurzer Flucht konnte ein Beamter der Polizeiinspektion Waldkraiburg das Fahrzeug der Geldabholer, einen dunklen Ford Escort Kombi mit litauischen Kennzeichen, im Verkehr feststellen und die Verfolgung aufnehmen. Mit stark überhöhter Geschwindigkeit fuhren die zwei Unbekannten Richtung Trostberg, kamen schließlich zwischen Lindach und Engelsberg von der Straße ab und flüchteten zu Fuß in ein Waldstück.

Unter Leitung der Polizeiinspektion Waldkraiburg wurde sofort eine Fahndung eingeleitet, an der sich Beamte der umliegenden Dienststellen, Hundeführer und auch später eintreffende Bereitschaftspolizisten beteiligten. Ebenso kam es zum Einsatz eines Polizeihubschraubers. Bisher konnten die zwei flüchtigen Männer jedoch nicht ergriffen werden.

Die Sachbearbeitung hat die Kriminalpolizeistation Mühldorf übernommen. Fachleute sind derzeit damit beschäftigt, an dem zurückgelassenen Fahrzeug und den darin befindlichen Gegenständen intensive Spurensicherungsmaßnahmen zu treffen. Nach den flüchtigen Männern wird zudem weiter gefahndet und die Bevölkerung um Hinweise gebeten.

Beschreibung der Flüchtenden:

Einer der Männer wird als etwa 160 cm groß, 18 bis 20 Jahre alt, mit kräftiger Figur und rundlichem Gesicht beschrieben. Er hat sehr kurze, blonde Haare. Über den zweiten Mann liegt leider keine Beschreibung vor.

Polizei bittet um Unterstützung

Wer hat verdächtige Personen im Bereich Engelsberg und Umgebung bemerkt oder kann sonstige Hinweise zu den zwei flüchtigen Männern geben?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizeistation Mühldorf unter der Telefonnummer 08631/36730 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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